Braucht Deine Lust denn Versteck und Verbot?
Kommt sie nur aus Verwundung und Not
und braucht sie Deinen und meinen Schmerz?
Leb sie frei in Kopf und Herz.
Ist Deine Lust verdeckt und heimlich,
ist sie auch nur Deiner Sinne Brand.
Ist Dir denn die Geliebte peinlich?
Gib ihr doch offen Kuss und Hand.
Löscht die Lust Deine Sehnsucht mit aus?
Schleichst Du dann stillschweigend hinaus?
Muss schamvolle Nüchternheit siegen?
Bleib einfach länger bei ihr liegen.
Mittwoch, 31. Oktober 2012
Un-Mensch
Ich wär' so gern ein Mensch gewesen,
und hätt' ich etwas mehr gesprochen,
hätt' ich vielleicht den Bann gebrochen,
der auf mir lag.
Ich wär' so gerne echt gewesen,
und hätt' ich etwas mehr gegessen,
hätt ich vielleicht die Kraft besessen,
davon zu träumen.
Ich wär' so gerne noch geblieben,
hätt' ich bloß nie daran gedacht,
was ich im Leben falsch gemacht,
ich würd' noch leben, lieben.
und hätt' ich etwas mehr gesprochen,
hätt' ich vielleicht den Bann gebrochen,
der auf mir lag.
Ich wär' so gerne echt gewesen,
und hätt' ich etwas mehr gegessen,
hätt ich vielleicht die Kraft besessen,
davon zu träumen.
Ich wär' so gerne noch geblieben,
hätt' ich bloß nie daran gedacht,
was ich im Leben falsch gemacht,
ich würd' noch leben, lieben.
Samstag, 20. Oktober 2012
Vom inneren Licht
Das Licht ist der Schein der Zeit.
In ihm kommst du nicht weit.
Schließ die Augen,
geh in die Dunkelheit,
rühr dich nicht,
es ist gleich soweit.
Überwert
Die
Abwertung des Koitus ist prähistorisch erfolgt. Das Ergebnis des
Prozesses wird in historischer Zeit immer schon kaschiert - entstellt
dargestellt - durch ein Verbot: das scheinbare Masturbations-Verbot,
das ja nur eins für 's Auge und die Öffentlichkeit ist. Das Verbot
ist natürlich keines, sondern nur die heimliche Aufforderung und
verkehrte Wiederkehr der Wahrheit einer Aufwertung. Die Frau wurde
prähistorisch über-wertet, d. h. zunächst Objekt identisch mit
Wollust und ungehemmter und unorganisierter Befriedigung. Die Frau
für sich war nicht Objekt, sondern Bewegung auf der Suche nach Grund
und Halt, Energie hin auf dem Weg zum Verbraucher, Austausch erogener
Verwunderung mit anderen gleichen Körpern und dem Vermittlungsdienst
des Männchens. Als Grund des Sprungs vom Tier zum Menschen ist nur
eine große Not vorstellbar, wo immer der Grund dafür lag, wo auch
immer am und im Körper und durch Zufall oder Bestimmung. Man
findet diesen primären archaischen ursprünglichen Überwert in der
Nähe der großen Zeichen der beginnenden Geschichte männlicher
Gewalt. Man muss nur im realen Umfeld der großen Zeichen suchen. Die
großen Zeichen lassen sich immer mühelos in kleine zerlegen und aus
diesen wieder aufbauen. Die kleine Objekte sind keine Gräber, wie es
die großen im Grunde in vielfacher Hinsicht sind, sondern eher nur
kleine Fahrzeuge für Seelen-Reisen, deren Treibstoff das Selbstopfer
in und entgegen der Wollust und Angst war. In den großen Anlagen
hingegen werden Fremde geopfert für Fremdes als Türöffner für die
symbolische Reise in eine ersehnte Welt. Die archaische Seelen-Reise war real
und führte in den wirklichen Himmel, die offene gewaltsam
aufgebrochene Tür hingegen war immer der Beginn einer imaginären Reise durch gestohlenes und erträumtes Glück in die eigene und
wirkliche Hölle. Historisch wurde der Körper der Frau mit
hineingerissen in den gewaltsam eroberten Himmel auf Erden. Sie wurde
selbst historisch Grundlage aller Werte, nämlich als
Ur-Tausch-Objekt zum Handel mit einem Versprechen von Lust. Sie ist
mit Grund von Raub und Eroberung, eigentlich ihr heimlicher Urgrund.
Seltsam, der Koitus wird nun gepriesen, von der heimlichen Wollust
aber weiter verschmäht. Die Überwertung prähistorisch ist mit
seinen Folgen für den Körper wahrscheinlich zur Ursache des
aufrechten Gangs geworden. Zum späteren Schein-Verbot der ursprünglich ins Absolute freigesetzten Sexualität gehört u. a. das Verbergen
der beim aufrechten Gang hervortretenden Geschlechtsmerkmale, der
primären beim Mann und der sekundären bei der Frau. Die primären
beim Weib – bei ihr zum Koitus allein gehörend - sind scheinbar
wieder-aufgewertet. Sie waren aber von Anfang an versteckt. Das
Versteckte wurde nur einfach nochmal verdeckt und jetzt zum Ziel
eines vermittelten Begehrens. Es blieb als Nichts – und jedes Männchen
wird das beim ersten Blick oder so mit Erschrecken oder wenigstens
Erstaunen feststellen – und das, was immer schon abgewertet war, wurde nun scheinbar und abstrakt wirklich Ziel und Gebot. Das Versteckte wird richtig verborgen und dem Blick
entzogen, es bleibt aber verloren. Übrigens: wenn der Mann sich
entblößt, springt einem die hässliche Wahrheit ins Auge, wenn die
Frau sich entblößt, ent-deckt man hinter dem schönen Schein wieder
nur Schönheit und Schein. Und so wurde das Männchen prähistorisch
zum realen (Masochismus) und historisch zum imaginären Phallus
(Sublimation) mit seinen Spielgeräten und eine Frau besteht und bestand dabei immer nur aus
reiner freier Lust aber auch vermittelter entfremdet mit Schmuck und Klamotten
und absolut fremder männlicher mit Titten und Arsch und erlangte für sich
historisch für den Preis des Verlusts der Freiheit ein gewisses Maß
an Vollkommenheit für alle Zeit.
Sonntag, 14. Oktober 2012
Sie und er
Sie und er?
Körper
Sie ist Sonne, blutvoll Herz,
Sie ist Haut, Haar, Sinnlichkeit,
Er der Mond der Nachtraumzeit,
Des Verlangens ziehend Schmerz.
Seele
Sie ist
Seele, sie ist Sinn,
Selbst und
Weltenschöpferin.
Er ist nicht
und war nie da.
Sie nimmt
Gott ein ganz und gar.
Licht
Sie ist in
ihm, er ist nicht.
Er ist
Schatten, sie ist Licht.
In ihr hat
er Farbe, Kleid,
unstillbare
Sehnsucht, Leid.
Klang
Sie ist um
ihn klangerfüllt,
schöner Töne
heller Raum.
Er ist
stumm, still, schallverhüllt,
Knall auf
Schlag zu Nacht und Traum.
Sein
Sie ist für
ihn immer da.
Nacht auf
Nacht geht Traurigkeit.
Tag auf Tag
kommt warm hell klar
durch sie dichte Wirklichkeit
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