Schreber
und die Religion
Religion
und Philosophie mag Eingang gefunden haben ins Buch, schließlich
verweist Schreber wiederholt Leser und sich auf Verstand und Bildung,
jedoch hat uns sein Körper ihm das zersetzt, ob er er es wollte oder
nicht oder nicht wollen wollte oder so. Er war darum auch gegen alle
Geister seiner Zeit stark ver-rückt. Religion ist nicht wirklich
Thema des Buchs, sondern nur mit, somit u. a. Gegenstand des
dichtenden Wahns, nur ein Zeichensystem unter vielen, das vom
Schreiben erfasst und umfasst wird. Es ist nur eine der Schriften,
die auf einem Menschenkörper neu und verändert entstehen. Es ist
eins der Systeme, die aufgearbeitet werden für uns, die wir neu
betrachten dürfen. Es ist nur irgendeiner der Texte und nicht ein
besonderer, der durch das Zerbrechen der andern gerechtfertigt wird,
es ist nicht der Urtext, der gerettet wird und der uns rettet. Nein,
danke. Alles beginnt im Buch vom Märchen der Welt mit der
'Menschenspielerei' - im Fall Schreber war das erst schlimmster
denkbarer Missbrauch eines Menschen - und wird letztlich zum Ende des
Buchs hin und zum Ende der Internierung zum bloß mehr leichten Spiel
– zum Buchschreiben selbst. Es wird kindlich greifendes
Buchstabieren. Buchtext: 'Die
Antworten,
die sich die Strahlen (Sinn, Sonne, Äußerungen seiner zwei Götter
Ariman/Ormuzd als Gegenspieler – Ergänzung von mir) selbst auf
diese Fragen geben, d. h. fälschungsweise meinen Nerven unterlegen
("Neue
Menschen aus Schreber‘schem Geist"
oder auch "das weiß ich nicht, sollte derjenige" u. s. w.)
sind
so kindisch,
dass ich nicht länger bei ihnen zu verweilen brauche.'
'Menschenspielerei'
ist natürlich auch ein Wort für Religion. Ein ausgeklügeltes
menschenfeindliches Spiel mit Menschenkörpern. Die Welt ein
Irrenhaus mit einer Gebrauchsanweisung, Gesetzestexte, Heilige
Schriften, Lehrbuch der Psychiatrie, alles Mauern um ein Irrenhaus,
das Inhalt und Sinn dieser Mauern ist. Und Regeln schreiben sich in
die Hirne und verschränken sie im gegenseitigen Missbrauch ihrer
Körper ineinander. Diese Spielerei ist real (physisch verletzend)
und (schriftliche) Fiktion, das Spiel mit einem Menschen ist das Loch
im Spiegel, ein Übergang, durch den man vom Buch aus an sich in den
Text eintritt, vom Beschriebenen zum Geschriebenen, vom eher
Objektiven zum eher Subjektiven übergeht, man fällt aus der
Wirklichkeit hinein in Schrebers Welt. Am Ende des Buchs beklagt denn
auch Schreber das in der Anstalt erlittene unendlich große Leid und
den durch die 'Behandlung' erlittenen Verlust seiner beruflichen
Stellung, der Ehre, des Glückes der Ehe und und und bla bla. Aber er
ist in freudiger Erwartung eines neuen Glückes. Über alles geht er
hinaus, Anstalt, Buch, Sinn, Religion, Therapie und zuletzt und nicht
weniger unwichtig noch Philosophie. Man tritt am Ende wieder hinaus
mit ihm, heraus aus Text und Buch, jedoch in eine andere Welt. Text
ist Text, Realität ist Realität, und die Träume kann man mitnehmen
und eins ins andere verwandeln. Der Lohn oder das Ergebnis des Lesens
und Dichtens und Wahnens ist nicht, wie manche meinen mögen, der
'Wahn' des Autors und Deuters, mit einem/seinem 'Wahn' und Leiden und
Buch zum Religions- und Sinngründer geworden zu sein, (das war für
mich der Gipfel des Schwachsinns an Interpretation) zurückgefallen
zu sein also auf eine inhaltslose simple und blöde Sinnsuche als
Glaubensgrund, also eingebrochen im Intellekt, sondern ausdrücklich
ist die Hoffnung Schrebers, mit allem, Buch, Interpretation und
eigenem Sein lediglich 'eine Umwälzung in den religiösen
Anschauungen der Menschheit herbeiführen' zu können. Eine erlebte
Umwertung der Werte war das, die einem Mann maximal mögliche. Diese
Hoffnung Schrebers ist keine des Wahns und der Richter des
Berufungsgerichts stellt korrekt fest mit Berufung auf die
schriftlichen Ausführungen Schrebers im und zum Prozess: 'den
Propheten einer neuen Religion zu spielen, liege ihm vollständig
fern, er betrachte sich lediglich als wissenschaftliches
Beobachtungsobjekt'. Ein Wunder der Klugheit, der Richter, ohne
Ironie seiner- und meinerseits. Ein Körper achtet also auf seine
Wirkungen. Wäre es anders gewesen, Schreber
doof-sinnsüchtig-religiös, dann hätte er doch sein Buch auch
wegwerfen müssen: geheilt, befreit und – von einem neuen Wahn
ereilt. Witzig sind die letzten beiden Sätze der 'Denkwürdigkeiten',
in denen zunächst auf die 'Gewissheit eines lebendigen Gottes und
einer Fortdauer der Seele nach dem Tode' hingewiesen wird und –
dann das Folgende sofort als Ergänzung im Text dazu: 'mit dem
Ausdrucke der Hoffnung, dass in diesem Sinne günstige Gestirne über
dem Erfolge meiner Arbeit walten mögen'. Mit anderen Worten: Humor
ist, wenn man trotzdem lacht. 'Humor' ist untertrieben, es ist ein
ohrenbetäubender Abschluss-Brüller. Also deuten wir uns mit
Schreber den Christengott und Heiland auch folgendermaßen: Jesus,
für Schreber in der Anstalt naheliegendes und bevorzugtes
Vergleichsobjekt. Er darf sich ohne weiteres mit ihm dort
identifizieren im Leid und er tut es auch zum Schluss des Textes auf
den letzten Seiten des Buchs, seines Wegs. Da kommt es aber nicht zur
froh-freudigen Identifikation unterm Kreuz des Zusammenbruchs, sondern
zur Einsicht. Er nämlich, also der andere (euriger richtiger)
Heiland, stand wie Schreber in engster persönlicher Beziehung zu
Gott. Für beide ist Gott Mensch geworden. Im ersten Fall ist, das
erkennen wir jetzt, nicht in Jesus ein Gott zum Menschen geworden -
das ist doch nur eine paranoide Selbstüberhöhung von Interpreten,
die mit Evangelien daherkommen und Jesus glaubten befreien zu müssen
und ihn am Kreuz haben hängen lassen -, sondern tatsächlich wurde
für ihn ein Gott, der Gott der Juden, wirklich zum Vater und auf die
Erde herabgezogen. Wenn einer Gottes Sohn ist, dann sind doch beide
aus Fleisch und Blut. Jeder, der es anders sieht ist blind, blöd
oder beides oder ein selbstsüchtiger Betrüger. Schreber hat das
erkannt durch eigenes erleuchtendes und erleuchtetes Wahnen und war
uns ein Augenöffner. Er hat uns die wahren Irren im Buch als
Augenöffner-Figuren vorgeführt (ein kleiner Gott, Flechsig u. a.
zieht ihm an Schnüren die Augen auf und zu). Strahlende Wirkung des
Wahns auf den Geist. Die Göttliche Weisheit hat sich gewandelt und
ist auf den irdenen Verstand getroffen. 'Anbindung an Strahlen' wird
zu 'Anbindung an Erden'. Die Bilder sind vieldeutig. Der Wahn bei
Schreber beginnt damit, dass ein großes Verbrechen ihm alles von
Wert raubt: die 'Menschenspielerei' ein Wort auch für simplen
Missbrauch und Vergewaltigung (im Schreber'schen 'Euphemismus' der
'Grundsprache' zu der wir den Ausdruck der Schriftsprache gestellt
haben: im Begriff: Gewalt). Alles von Wert ist die gesamte Welt
äußerer Zeichen (nochmals also Familie, Ehe, Recht, Religion,
Psychiatrie, Analyse, Medikamenten-Chemie u. a.), deren Verlust ihn
auf nichts als das Selbst und den Körper zurückwirft. Und nun
erscheint als Wahn die zurückgelassene Realität und Oberfläche des
bisherigen Seins Schrebers als witzig-blöde Karikatur des Normalen,
fast alles hat sich verkehrt, wird ihm zum Nachdenken und Wahnen der
Grundsprache (im verkehrten Sprechen auf ihn zu) übergeben. Ein
Zurück gibt es nicht. 'Liegen gelassen werden' ist am Anfang seine
große Angst und bedeutet Hinrichtung, Selbstmord und Tod, nach den
Angaben im Buch. Er schildert hier Real-Angst. Erst ist Schreber noch
stumm. Dann wird er von sich, seinem Selbst und einem Mitgefühl
mitgenommen, denn der Körper ist nicht so schnell vergänglich. Die
Seele ist tot, doch der Körper lebt. Und das Gefühl holt sich alle
Gesundheit und eine Realität zurück, die sich wehrt und als nun
mit-gefühlte ihn arg mit-nimmt. Die vom lebendigen fleischlichen und
denkenden Selbst-Seelen-Wollust-Körper aufgearbeitete lustvoll
entstellte Wirklichkeit zieht nun selbst am Körper und dessen
Nervenschnüren und wundert ihn vielfach wund. Er rettet sich selbst.
Und immer wieder wird er spielend vernichtet und erneuert er sich und
heilt sich und holt sich wollüstig Sinn-Strahlen, die dann auch
sinnliche werden müssen (obere/untere Gottheit, männlich-weiblicher
Körper, guter/böser Arzt/Mensch). Zurück zum Heiler. In dem Sinn
war auch der (richtige, hingerichtete und uns wieder hergerichtete)
Heiland ein Heiler. Für die 'geprüften' und bezahlten Gelehrten des
Lehrbetriebs ist er/es aber Religion geworden, nachträglich wurde
die Geschichte schriftlich wieder umgebogen. Körper-Wunder wurden
zurückgewundert zu angeblich echten Wundern (hinter den Naturwundern
des NT verstecken sich doch nur witzige Sinnsprüche eures Herrn).
Der Heiler wurde von den Betrügern des Sinns mit einem heiligen
Geist ausgestattet und als Gott und mit und zu Gott in den Himmel
zurückgeschoben. Religion ist immer eine Verbindung eines
persönlichen, intimen Selbstheilungs- bzw. Offenbarungsvorgangs mit
einer nachträglichen allgemeinen paranoiden Fehldeutung. Bei
Schreber haben wir die Besonderheit, dass die Selbstheilung vom
Subjekt des Prozesses gleich selbst niedergeschrieben und
interpretiert und bearbeitet wurde. Bei der Religion wird immer die
freundliche Offenbarung verfälscht von gefährlichen wahnsinnigen
Paranoiden und ist in deren späterer Nachschrift stark verändert.
Die Wunder werden den Ungläubigen dann zu tödlichen Wunden, sowohl
in den Nachschriften, dort immer im himmlischen Endgericht, als auch
im Vorgriff darauf in einer grauenvollen irdischen Endlösung (oder
in ärztlichen Kunstfehlern, wie im Falle von Schrebers späterem Tod). Gibt es
in allen Religionen. Ein religions-gesäuberter Buddhismus ist auch
nicht möglich, sondern immer eine Sache von Leuten, die im
Buddhismus ein Bild ihrer eigenen schizophrenen Offenbarung und Selbstheilung
gefunden haben. Das macht die Sache aber nicht zur großen Wahrheit.
Da wird ein eigenes gutes Körper-Buch auf ein oberflächliches der
Weisheit oder Halbwahrheit gelegt. Da geht viel gute Liebe und Leben
verloren. Folglich begegnet dann der geblendete Gläubige auch
da einem Führer mit Respekt und Angst. Doch wenn der Lehrer/Führer sich
für etwas mehr als Irdisches hält und nicht widerspricht, sowie die
meisten Führer halt noch an sich selbst glauben, die großen und
kleinen in der Welt, ist er ganz simpel, als gefährlicher Paranoider
zu bewerten. Aber keine Angst, sie sind alle keine Zauberer, die
Paranoiden, allenfalls simple Mörder. Der Kern eines jeden
Offenbahrungswahns ist wirklich nur die reale Schreber'sch
Seelenwollust. Und das ist nichts als das in der Männergesellschaft
verdrängte Menschsein und die Reaktion darauf. Die Erklärung ist
schwierig. Man muss der Menschheit durch die Geschichte und durch die
Vorgeschichte und dem Menschen durch sein Leben mit den richtigen
Wendungen folgen. Dann erklären sich die Offenbarungen und die
Seelenwollust (die mit simpler Wollust direkt wenig zu tun hat, wie
Schreber sagt). Dadurch dass Schreber die Erlebnisse der Entstehung
eines religiösen Wahns schreibt und der Beschreibung und Deutung für
ein eigenes Schreiben öffnet, vernichtet er für sich und andere
jeden religiösen Offenbarungs-Wahn und jedes daran gehängte paranoide
Zwangssystem, das ihn aus dem einfachen Wahnen immer wieder herausreißt. Er
entblößt die beiden Seiten religöser und anderer Glaubenssysteme:
den schizoiden Offenbarungsprozess der harmlosen Selbst-Erlöser
einerseits und die gefährlichen paranoiden Fehldeutungen der dem oft
folgenden Glaubenssysteme und -institutionen andererseits. Schreber
hat also Seligkeit, einen weiblichen Wollust-Körper, der die
abgeladenen Sinn-Schmerzen neutralisiert. Nochmal: ein Seelenmord hat
ihn zwangsweise weltordnungswidrig an Gott geheftet und Gott wurde
egoistisch, irdisch und menschlich (nochmal: 'Anbindung an Strahlen'
wird 'Anbindung an Erden'). Ergebnis war auch, dass zunächst
Grausamkeit und Rücksichtslosigkeit alle Beteiligten der Geschichte
im Buch also des inszenierten Stücks erfasst hat, teilt uns Schreber
so mit. Die dann aber wachsende und dagegen und daraus erwachsende
Seelenwollust hat den Widerspruch der 'Weltordnungswidrigkeit'
langsam aufgelöst, wenn auch nicht restlos. So steht es geschrieben.
Ein bisschen Menschenspielerei darf noch sein zur eigenen
Unterhaltung und vielleicht Mahnung (vor einem Rückfall in die
Normalität). Schrebers Wahn ist keine Religion sondern eine
Anleitung zum Sehen, Schmecken, Riechen, Essen, Trinken, Denken,
Sprechen, Schreiben, Lesen. Das ist vielleicht eine Offenbarung, aber
niemals Religion. Es ist der Tod jeder Religion. Es ist die
Offenbarung der Offenbarungen und Offenbarer, auf dass es sie öffne,
ein Licht auf die 'wahren' Erleuchteten, auf dass es sie blende. Wir
wollen Gott endgültig in Abrede stellen. Das tut auch Schreber. Wenn
es Gott noch gäbe, wäre sein und unser Wahn Wirklichkeit, real und
nichts sonst und er, Schreber, wäre damit freiwillig in der Anstalt
geblieben. Über den Wahn könnten wir uns dann mit Schreber leider
nicht erheben. Er bliebe uns für immer erhalten, der Wahn und nicht
Schreber und sein Buch. Gott wäre dann weit weg, irgendwo zwischen
unseren Gestirnen und Sternbildern und wir nur verrückt. Und wir
dürften uns einbilden, dass uns Heilung der Seele geschenkt wurde,
nicht körperliche und wir liebten nicht, sondern funktionierten nur.
Wenn wir aber dem Buch Schrebers folgen, wenn wir uns der Liebe zu
uns selbst und den andern ergeben, können wir dem Wahn (weitgehend)
entkommen. Liebe deinen Nächsten wie dich vorher selbst, sagt uns
Schreber im Berufungsverfahren wie im Buch. Er verzeiht, nicht die
Sünden der Menschheit, sondern die seiner Peiniger. Er ist nicht auf
Dauer schuldloses Opfer für die Sünden anderer (auf den letzten
Seiten des Buchs). Sondern es wird eine Weltordnung
wiederhergestellt, zu der sich selbst Gott in Widerspruch gesetzt hat.
Deutlicher: durch die erlittenen Gewalt wurde Gott in seinem Wesen
erkannt und durch die Befreiung wurde er widerlegt. Und er -Schreber
- kommt nicht in den Himmel (auch von Ehre und Ruhm), sondern bekommt
für seinen Körper die himmlische Liebe auf Erden, für fünf Jahre
etwa seine Frau (irgendwie) zurück und eine Tochter als Kind. Die
Weltordnungswidrigkeit endet damit als gewendet und alte Zeichen mit
neuem und anderem sinnlichen Sinn sind da. Alte Wunder und Wunden
sind nur mehr vergangene Gewissheiten, sie sind zufällig passiert
und nachträgliche Wahrheiten, die keinem mehr nachgetragen werden.
Sie sind durch eine etwas andere Interpretation sinnvoll gewordene
neue Zeichen. Real und wirklich sichtbar wären sie ja unfassbare
Folge eines wirklich nur weltordnungswidrigen Verhältnisses. Wir
sind nicht im Wahn. Hoffentlich.
Nachtrag: Schrebers Wahn
ist am Ende harmlos, da er selber zwar die ihm verbliebenen Reste des
Wahns, also die Störungen der Befindlichkeit einerseits in äußeren
Wahrnehmungen (kleine Unfälle, Versehen, unangenehme
Sinneseindrücke), und andererseits die inneren unwillkürlichen
Körpersymptome (Brüllen, Zucken usw.) nicht wie der Normale einem
und seinem eigenen Willen und beliebigen Zufall und simplen Glauben
unterwerfen kann und sie weiter auch falschen Ideen zuordnen muss
(fremden Ursachen und Urhebern als Willensersatz), sie also nicht
weiter verarbeiten und einem Subjekt des Redens und Denkens
unterwerfen kann, aber dieser Wahn halt nur in Form eines Buches von
ihm an die Menschen seiner Umgebung herangetragen werden möchte.
Wäre er nicht interniert gewesen und hätte er kein Buch
geschrieben, hätte er vielleicht Jünger und Evangelisten gefunden
und viele Verbrechen, wenn auch selbst ganz unschuldig und
unbeteiligt im Nachhinein, verursacht. Als Glaubensgedankenüberdenker
in der Anstalt hat er Glück gehabt. Er ist bis heute peinlich
geblieben und bestenfalls denkwürdig und liebens- und lesenswert. Er
ist ein Schizo. Ein Spiegel. Schreber ist in erster Instanz von einem
unmündigen Richter als unmündig verkannt worden, die Irrenärzte
haben ihn im Gutachten als Irren verkannt, das Berufungsgericht hat
ihn ganz professionell geschäftsmäßig als geschäftsfähig
eingestuft. Ich halte ihn für ziemlich normal und für einen, dem
sich ungewöhnliche Ansichten halt wie Flicken des Geistes
aufgedrängt haben, dem Intuition zugeflogen ist, ganz zufällig und
dann pappen geblieben auf einem Körper mit pappigem Sehnen und zum
Überdecken von schmerzenden Dellen nach innen und außen.