Die Vagina soll also dem Enddarm nur abgemietet sein. Wenn man Miete ins Menschliche reinrechnet, dann wären die ersten Menschen also Vormieter und wirklich aus 'Lehm' gewesen. Der Gedanke war natürlich menschlich und doppelt falsch.
Denn erstens stimmt für den Menschen die Ableitung an sich nicht – die ist lange vor jedem Menschlein schon im Tierreich erfolgt – und zweitens ist auch die Richtung falsch. Die Kloake war erst gespalten und dann geteilt – oder andersherum, gleichviel: es herrschte Gerechtigkeit.
Wird doch als göttliche Weisheit in heiligen Büchern und als hoher Priester Wahrheit seit es Bild und Schrift gibt uns eines hauptsächlich gelehrt: der Prachtbau ist göttlich und die Vagina verkehrt.
Jetzt müssen wir nur noch eine kleine Übersetzung vornehmen und die Verkehrung in der Bewertung wenden: der 'Prachtbau' ist ein menschlicher Überbau der wirklichen Lust und muss dieser immer abgemietet sein. Der Rückzug der Lust war einer der Not (des Hungers) und die Verkehrung war insofern notwendig und richtig.
Sobald mann Wert in Schein und Gold trennen kann, Dinge in scheinbare und wirkliche Arbeit auflösen, hat mann die Elemente für einen Umbau der Wirklichkeit, keine Wahrheit zwar, aber einen Schlüssel zum wirklichen Sein.
Der Überbau ist einer alten Hütte abgemietet und also wurde Scheiße zu Gold. Der tierische Vorbau in der gerechten Teilung wurde nachträglich Schein und Überwert. Er dient nur der Führung und Verführung: eine Frau nimmt sich vor den Verführer, schafft vorn langweilend sich zufällig Geist an und nimmt hinten zur Miete sich seelische Krüppel.
Das heißt, Salomons Tempel ist als Gesamtbild schon aufschlussreich und muss auch nicht umgebaut werden, aber es ist eine Verschiebung der Begriffe oder (Rück!)Übersetzung der Deutung bzw. Um-Deutung erforderlich. Im dem Moment, in dem die Notwendigkeit dieser Übersetzung begriffen ist, ensteht Salomons Tempel neu.
Das wirkliche Leben ist nicht vergangen, es wurde nur ein Bild des Tempels zerstört, unser moderner falscher gelehrter wissenschaftlicher göttlicher männlicher geistiger Begriff von ihm. Ein versteinertes Bild des Leibs wurde vernichtet und könnte als lebendiges wirklich wieder erstehn, aus sich geschaffen sein.
Der Neubau erfordert nichts weiter als die erkennende Fröhlichkeit.
Strampeln befreit die Seele und erzeugt nicht Geist. Geist ensteht durch Fesseln. Er ist äußerlich und pflanzt sich fort mit Gewalt. Kinder aber sollen w o l l e n lernen und nicht erzogen und verkrüppeltes Wissen sein (Der Leib ist das höchste Gut: La Mettrie).
Fröhlichkeit ist jede große Rundung am Weib. Dies ist eine notwendige Einsicht und keine Wahrheit.
Als ewige Schülerin hat Lou Salome sich männlichen Geist nur gesucht und gefunden. Der Große Geist hat sie gern zu sich genommen und die gelehrte Weisheit hat mit ihr diesen Bastard einer eingebildeten kleinen Wahrheit gezeugt. Schwarz auf Weiß geschriebener vergoldeter Scheiß in der gedruckten Öffentlichkeit. Und wie die graue kleine Langeweile von Inhalt jetzt gräßlich dazu brüllt und sich aus ihr schreit.
Freud hätte leicht erkennen können, dass ihm die beste Schülerin eigentlich eine Totgeburt geschenkt hat, einen bösen Verweis. Sein ganzes Werk nur ein Sarg, kein einziger lebendiger Gedanke, ein Witz, nur Masken und Fratzen von Kindern, Engeln, Eulen, Narren, die uns tausenfältiges tosendes höhnend spottendes Gelächter erzeugen*. Hätte Freud Nietzsche gelesen, wäre er ohne Zweifel umgehend einer der ihm im Spiegel Zarathustra anhängenden Seiltänzer geworden.
Nietzsche hat den 'Verkehr' mit LS als Wende seines Glaubens an sich, einer falschen Sicht auf einen eingebildeten Idealismus, bezeichnet. Er hat die Totgeburt des Autors aus seinem Werk erkannt. Ein Seiltänzer ist vom Seil geflogen (oder hätte er denn mit der Stange in der Hand sich einen neuen Lebens Faden Nachgeschmack ziehen sollen?). Stirners Schrift ist absoluter idealistischer Schlusspunkt: ein über alle Maßen verwundernder Stich mit unscheinbarem Abgang des Autors durch Hinscheiden des wirklichen Menschenleibs, mehr wirklich nicht, als ein kleiner Mückenstich mit großer Wirkung für einen einzigen. Mainländer hat seinen aufwendigen Leichtsinn der Über-Zeugung natürlich als erster beim Blick über den Druck erkannt und sich vom Druck des Leibs befreit als dessen erster und einziger 'Anhänger' - und sich also folgerichtig verdrückt.
Nietzsche hat immer zur Miete in (Hotel)Palästen sich verlebt und in Drecklöchern gehaust. Je mehr er schreibend hat sich bemüht, umso weiter weg geriet er von der erlösenden autoritären gelehrten und ehern beringten vorderen gründlichen Langeweile. Trauring, aber wahr: das eherne Meer. Wenn er sich über den 'Dreckel' empört hat, so allenfalls aus liebem Neid und freundlicher Eifersucht, weil er gelegentlich selbst so gern einer war. Dreckel heißt nur: ihm liegt an meinem Arsch (L.A.M.A.). Auch die Cosima war ihm nur eine Frau mit entsprechend nichtigem höchsten Stil. Sti(e)l ist ein Sargträger des Geists. Ein träger SinnHoler. Und Geist selbst ist nur Diebstahl (geht verstohlen hinten zum Tempel rein). Das ist salomonische Weisheit.
Der Geist - sollte damit die Seele bzw. das Hirn gemeint gewesen sein - war nie übermenschlich groß, noch - sofern beim Begriff 'Geist' an Autorität bzw. ein höheres Wesen an sich und Gespenst gedacht wird - hat es je irgendeinen gegeben.
Mann darf also Geist los sein, ihn sich schenken und also lassen - Nehmen ist wahrlich höchst selig - zur Wiederherstellung der menschlichen Wirklichkeit gegen die autoritäre gelehrte und lebenslänglich begattete Langeweile.
Eine Kleinigkeit wäre beim Neubau also in Abzug zu bringen. Nachdem der Alte Geist aber eh schon lange begraben ist und der Neue kürzlich abgestürzt, überlassen wir die Alte Hütte einfach dem Untergang und stürzen uns umgehend hinterrücks auf die Neue Ehrlichkeit.
* Zarathustra II, Wahrsager: damit ist nicht nur Wagner gemeint, da steht u. a. auch schon der ganze Freud.