Sonntag, 6. April 2014

Die hängende Krankheit

Was ist die letzte Konsequenz, die aus allem VorGestellten zu ziehen ist? Der Wunsch ist ein Trieb der Erwartung, der wieder zurück muss in die Gegenwart. Die ewige Wiederkehr eines Gleichen ist nicht die Wiederholung der koitierenden Langeweile. Es ist der verfluchte Glaube an sich, der den wollüstigen Leib als verdammten fremden wieder und wieder hereinfallen und ein'n brechen lässt. Der gefallene Engel ist der, der sich auch ewig erbricht. Wer sich etwas zurücklegt, bekommt, was er verdient - oder hat sich das Leben gespart (N. Briefe 8, 1011). Keiner sollte sich etwas zurücklegen für eine falsche Sicherheit. 'Von welchem Stern sind wir uns zugefallen', war noch vor der Wende. Das ist als Grund der Langeweile längst erkannt. Die Freiheit beginnt mit dem Bekenntnis zum natürlich pluralen wülstig wollüstigen Leib. Die absolute als Leib ist für den Mann die allein durch die Einsicht noch eingeschränkte. Sie ist also eine mühsame, die er sich erarbeiten muss. Im Absoluten liegt der letzte und äußerste Widerspruch zum freien Leib. Den freien gibt es nicht von allein. In ihn hinein muss mann sich in der Welt der Zeichen sogar durch eine übermenschliche Anstrengung erst winden. Es sind nicht zum blöden Schein hinauf tausend Stufen zu erklimmen über zahllose immer neue Missverständnisse bis zum --- Absturz. Viele Stufen führen nur hinan ins geistige Nichts. Die  e i n e  richtige Drehung, Wendung und Windung reicht. Sie öffnet die falschen Bilder und Zeichenverbindungen, führt hin zum Leib und gibt ihn der Erde wieder. Das ist der Unterschied zwischen einem leblosen Unter-die-Erde-Kommen (im Tod der Erlösten Gläubigen oder im buddhistischen Nichts - durch den 'Umweg' über das Grab) und einem Der-Erde-Unterliegen im leiblich irdenen Sein. Der Mensch ist nicht der Erde Anfang und Grund. Er ist nur die seelische Unterlage und Sie ist sein erdiger Überbau. Erde ist Sinn und Inhalt des Leibs. Man muss jeder rechten leiblichen Einsicht die richtige Qualität (Intensität) auch und ihren Charakter des Geschlechts zuweisen. Bei der Frau ist die Fülle des Leibs selbst Einsicht. Beim Mann gehört zur Einsicht der Widerspruch des Leibs gegen den Geist. Einsicht heißt laufend sich um ein Überleben kümmern. Die Frau ist natürlich uneinsichtig als leiblicher Speicher. Der Speicher ist die leibliche Fürsorge, von der mensch leben kann. Eine fürsorgliche Einsicht ist falsch: von der Einsicht selbst kann man nicht leben, das ist die laufende Rente, für die der Mensch sein Leben sinnlos verschwendet und es auch mal irgendwohin verwandert hat. Das ist die Wurzel des Übels dabei: die hängende Krankheit vorn am Weib und hinten dazu der  e i n e  Schwanz, der ihr gehört, die betende männliche Anhänglichkeit. Pferdefuß zum Pferdeschwanz. Hohe Liebe? Was ist das denn? Ein toter Anhänger vorn an beider Leib, Schmuck der Impotenz, Luftwurzel des Geists, die auf eine Dürre verweist? Die Dürren sind wahre Armut und aller Mühen Untergang. Die Wurzel wächst in der Erde und muss da nicht mit Ein- und Absicht erst reingerammt werden. Dreimal steht sie hart ihm richtig aus ihr herausgedreht. Der dreifache Koitus a tergo (deutlich in den Erinnerungen des Wolfsmanns und versteckt in der Verwandtschaft) ist eine Lüge, ein Drehen, Wenden und Winden. Versteckt ist er fast eine Wahrheit*. Er besteht aus wirklicher Wollust, verdrehter Einbildung (für den Analytiker) und der Umkehr in der Zeit, der schriftlichen Wieder-Holung, die der wirklichen Befriedigung immer den Rücken kehrt (vom Abraum des Abschaums - eigentlich). Zum rechten Leib hin sind dem Mann zwei Drehungen geboten (also erforderlich - oder als schöne Vorstellung eines tanzenden Weibs). Die Frau allerdings braucht keine Drehung: sie hat den aufrechten Gang seit Anbeginn der Menschheit und die Spaltung in eigene leibliche Freiheit und Mannes Not am Arsch. Das ist nun  a u c h  ein Aspekt der Spaltung des Weibs, dass sie die ältere Geschichte der Menschheit sich hat geteilt: der Mann hat sich an ihr erst verspätet aufgerichtet, a tergo halt zu jeder Zeit. 

Mann und Frau sind aktuell also leiblich frontal verknotet oder fürsorglich aneinander gekettet und widernatürlich verkümmert. Adam und Eva waren als Paar nicht die ersten Menschen, sondern das sind die letzten. Die letzten Menschen sind paarweise (eheschriftlich verdummt) von Angesicht zu Angesicht ineinander beschränkt, verlangweiligt durch die vaginale Injakulation. 'Unschuld' nennt der BlödMann seinen Wert losen Besitz, seine EntsamungsAutomatik.

Die Schöne Schamlosigkeit hatte in alter Zeit lauter Brüderlein, Dreckel, die Notdurft, zum Mann, niemals aber die moderne hängende Krankheit.


* z. B. in der Wahlverwandtschaft: 'da wird hinten immerfort gespielt'