Sonntag, 24. Februar 2013

Der Wille zum Text

Der Wille zur Macht

ist eine Spiegelung und heißt andersherum gelesen: das Begehren zum Trieb. Wille ist Trieb, Begehren ist Macht. Wunsch-Trieb. Der Trieb ist die aus dem allgemeinen viehischen Fortpflanzungs-Getriebe extrahierte Energie, eine leider unsichtbare Kraft. Der Schein zum Betrug, wie der Geldschein zum Handel. Der Wille zur Macht für den einfachen Verstand beruht auf der irrtümlichen Annahme, dass der Körper einen Ur-Text darstellt. Das wäre dann ein vorgestelltes Ich, das etwas will. Zwei Dinge auf einer Ebene. Also hätte der Mensch sich seinen Körper selbst geschaffen. Text zu Text. Schein, Oberfläche und Text. Körper als objektive Äußerung seines Willens: der Wille zum Willen? Wille und Trieb sind Illusion, Täuschung und Selbsttäuschung der Sinne. Begehren und Macht sind imaginär, Spiel des Triebs auf der Bühne. Eine Lüge als Thema und Inhalt eines Spiels, eines Stücks, eines Textes. Beispiel: Intrigen- und Konkurrenzspiel: wer einen anderen Körper begehrt als mehr wert oder auch zurückweist als minderwertig, verkennt, dass der Körper, die Schönheit des Körpers, die Intelligenz, die Leistungsfähigkeit, keine in einer physischen Substanz begründete Eigenschaften sind, sondern imaginär. Die Sinnestäuschung besteht darin, dass der Text als solches nicht erkannt wird. Der Idiot sitzt gebannt vor der Glotze. Er vergleicht sich. Selbst die Einsicht noch, dass Eigenschaften vermittelt sind durch andere Menschen, ist illusionär, geht nicht zu den Sinnen. Sie sind ein jedem einzelnen für sich verständlicher allgemeiner Text, also wirklich sinnlos und wertlos an sich. Wie kommt es, dass der Mensch sich als Text verkennt? Er hat sich doch selbst geschrieben. Die Aufspaltung des tierischen Triebs (Tiere sind keine Texte) in ein Begehren und die Begierde hat den Schreibvorgang gestartet. Das Begehren ist der Wille zum Text, also der zum und im Text verfeinerte Trieb, die Begierde aber der sinnlose selbstsüchtige Trieb an sich, der ohne sein Begehren nicht ist. Die beiden, aus einer Spiegelung entstanden, spiegeln sich nochmal ineinander. Das Begehren hält sich nun doch tatsächlich für den Willen zum Geschlechtlichen, rechnet sich zum Überleben der Art als nötig und wesentlich hinzu, es begehrt sich im Schönen und scheinbar so Starken und die Begierde dazu erscheint sich als Trieb und somit als reiner Wille an sich und zieht sich zurück und will sich dem Schönen gern zwanghaft ergeben. Der Wille zum Text hat aber auch die anderen Texte erzeugt, nicht so sehr die anderen Körper, sondern die Warenwelt uuusw. Auch das erhält uns den Körper als scheinbaren Grund, verwehrt ihn uns. Und von vorn: Tier wird zum Wollen gemacht, Mensch aus Woll-Lust zur Macht. Man kann die Sache nicht weiter denken ins noch mehr Abstrakte, weg vom Körperlichen. Solche Übersetzungen gibt es nicht. Es gibt keine Neu-Fleisch-Werdung, keine Rück-Verwandlung des Toten in Fleisch und Blut, keine Verwandlung leerer Texte in Texte mit Hinter-Sinn, keine Erlösung williger dummer Opfer. Wer sich dem Sinn opfert, hat Alles verloren, Sein und Sinn, seine Sinne. Es gibt nur ein Wandern des Sinns und der Seelen durch alle Texte für eine Ewigkeit in heiliger Einfalt und zeitlich ziemlich kurzer Einbildung und also blödem kleinem Wahn und Gehirn. Der Körper stirbt und der tote Text bleibt. Kein Opfer dem Schwachsinn, dem Unsinn, dem Sinn, denn Körper ist Wille, Leben ist das, was er macht, und nur mit dem Subjekt im Traum und im zwanglosen sorglosen  Traum des Tags manchmal unbeschwert und im Traum eines Andern (des Dichters also und nicht eines Denkers im ergeben-gläubigen Stumpfsinn dümmster Deutung)  ist er reiner gehaltloser unsinniger lustvoller simpelster Wille zur Macht.

Das Große und das Kleine - T/Z

Von Texten und Zeichen

Die Gefühle im Einzelnen, alle und jedes für sich, müssen verkleinert werden, dann aus der Winzigkeit, Bescheidenheit, Fühllosigkeit, Enge und Leichtigkeit entsteht das große Gefühl im Ganzen, in Fülle und Schwere und Weite. Richtige Körperlichkeit wird dann erst zugelassen. Es entsteht dann auch ein scheinbar völlig gefühls-bereinigtes Denken, das öffnet. Es ist jedoch nur gedankenreines Fühlen, das öffnet Gehirne mit Körpern, führt zum Traumhaft-Symbolischen im Alltags-Realen, es verwandelt Zeichen in Zeichen anderer Qualität, erweitert sie, Sprache kommt zu Bild, alle Sinne bringen sich ein und der Körper wird dichtes Körperbild, es richtet das Denken neu aus, es wirkt, wendet Körper zu Zeichen, aber es gibt keinen Sinn, keinen an sich, nicht wieder Sinn, keinen höheren Sinn. Körperoberfläche und Körper, Sinne und Körperbild nehmen sich die Dinge nur anders, als sie dem Zeichen-Ver-Stand und seinem Ver-Sprechen sich ergeben wollen. Die Sprache wird in der Folge seltsam nachgezogen und gibt nur widerwillig einem bemühten Deuten Sinn als entstellten wieder frei. Wir stellen ihn aber nicht zurück. Sprechen ist von einer erlernten Grammatik verformt. Sprache und Sprechen sind nah am verlogenen Texten. Grammatik ist Zwang gegen Sinne und Sinnlichkeit. Gelehrte Ideologiekritik führt nur zu unmöglich blödem Texten (der erste der unfreiwilligen Ideologen verbiegt sich nur, bedenkt sich gelehrt und belügt sich und ist gerade noch oder lächerlich leicht lesbar, der letzte dann in der Reihe ist ein unsinniger Dauer-Brüller hinterm/unterm/zum/im Chor der sinnlos plappernden neuen Nerven-Ordnung voller Anders-Sprech-Zeichen, kein Unterschied zwischen gedeutetem Wahn und gefeiertem Philosophismus). Sinn und Wissen gibt es als Bilderrätsel, Szenen, die sinnvoll scheinen. Ur-Szenen werden dann absichtlich falsch in Texte überführt, die die Szenen als angeblichen 'Krankheitsauslöser' festhalten. Analyse und Zerschlagen von Körper und Hirn. Kranke Texte jedoch sind es und waren es. Sie werden in Wirklichkeit vom Körper zerlegt und wieder in Ur-Szenen aufgelöst. Das Maximum an Sinn und an Wissen ist das Wissen um den Weg, die wesentlichen Elemente und die Beziehungen erscheinen von selbst. Das Tor ist die Trance, die leere schwere weite Körperlichkeit, die inhaltslose, qualitätslose, unbebilderte Meditation. Wende dich ab von den Texten und sie kommt zu dir. Passiert. En passant. Wird nicht herbeigeführt. Es gibt es nicht. Es hat überhaupt nichts mit verrenkten Körpern, Sinnen und Gedanken zu tun. Das ist das blöde Es: Singsang und Körperzwang. Es bedarf keiner Bilder und Worte, die öffnen. Handlungen und Laute verstopfen die Sinne. Es ist nicht. Es reicht das Bild des Großen und Kleinen selbst und an sich. Es herrscht ansonsten hier vorm Denken und Fühlen ein Bilderverbot. Hier wird nicht sinnlos Text auf Text geklebt. Keine Visionen gibt es hier, keinen vielschichtigen Gedankenbrei, keine Welten in endloser Vielfalt. Auch kein Schlaf-Heilmittel hilft, das nur verwirrt und verstopft. Übrigens: der einzige Geist, der im fernen Allheil-Land der blöden Wunder-Zeichen fliegt, ist der des besoffenen und betrogenen Zuschauers. Öffnung ist nicht verstandesmäßiges Öffnen, sondern eine Art Eindringen ins Gehirn durch Verknoten aller Zeichen, von den Sinnen zu den Bildern, zur Sprache und den Dingen. Das ist die Richtung. Es infiziert, da es die Sinne anspricht. Es manipuliert aber nicht, da es keinen Sinn produziert, es wirkt nur nach und öffnet die Dinge der Anschauung für die Sinne/dem Sinnlichen. Es ergibt sich kein paranoider Sinn-Gewinn, kein Zusatz-Sinn, der über den Dingen steht. Dinge erhalten keine weiteren Sinn, sind sich selbst Unsinn genug, sind mir nur sinnlich. Es entsteht nicht falscher Sinn-Mehrwert, gestohlener Sinn-Gewinn. Der 'Gewinn' entspricht exakt dem Wert der Arbeit am Sinn. Sinnlichkeit kann man nicht beziehen, ist ohne Bezug, ist nicht messbar und käuflich. Dieses Arbeiten der Sinne wird mir nun nicht diskreditiert als utopistische Spinnerei oder als mindfuck mit Bezug auf das an sich arbeitende Gehirn. Es ist kein mindfuck als irreführende Manipulation. Es ist kein leeres, gelehrtes Schreiben für fremde Gehirne. Es ist Schreiben für sich, das erst das eigene Denken aufschließt. Wenn es funktioniert, schließt es manchmal auch andere auf, andere freie, die sich nie gern vergewaltigen lassen (wer sich Missbrauch wünscht, soll es für sich behalten, es nicht wieder anderen antun, es mir nicht antun. Gebt euch hin, begebt euch hin, wohin ihr wollt.). Manchmal passiert der Anschluss und Aufschluss sehr schnell, wenn es ganz zwanglos geschehen darf. Spiegel trifft eben mal Spiegel. Mitgehen ist wie Traumdeuten, erfolgt durch Eintauchen wie in den Traum, Mit-träumen. Die Alternative ist beherrschen, besitzen, also vergewaltigen. Das geht nicht bei mir. Es geht auch nicht darum, einfach nur Gefühle zuzulassen. Gefühle an sich sind an äußere Dinge geheftete kleine Körperlichkeiten, Körper zerstückelt, zerrissen, den Zeichen zugeordnet. Es sind oftmals nur geraubte Gefühle, Gefühle, die angeschaut werden (im den Bildungs-/Bilder-Medien). Es sind fremdgesteuerte Gefühle, mit denen Botschaften verbunden sind, Heile-Welt-Werbe-Gefühle. Es sind Gefühle, die man kaufen kann und kaufen muss. Es geht jedoch darum, bei den Sinnen zu bleiben. Der Sinn muss bei den Sinnen und innen bleiben. Die Gefühle müssen bei den Sinnen bleiben. Die Gefühle gehören zum eigenen Körper, nicht zu Bildern von fremden. Der deutliche abstrakte Sinn, der noch über allem Blödsinn der Texte steht, das gequälte Parlament zum Sinn-Vieh der Zeichen, weit jenseits des sinnlichen Deutens, ist die letzte und hinterhältigste Vergewaltigung der Wirklichkeit. Fakten und Gründe sollen sinnliche Deutungen untermauern. Aber die Wirklichkeit besteht für den Menschen weniger aus Fakten als aus Unsinns-Zeichen, entstellten Symbolen, und die Handlungen sind ein rätselhaftes umwertendes Spiel damit als traumhaftes Fortspinnen von Träumen. Und das Spiel endet nicht in Sinn und Wissen und vermittelt nicht Sinn und Wissen durch Regeln, sondern endet in einer Begegnung in endloser und sinnloser Bespiegelung und fröhlichem in allen Sinnen gelöstem unbestimmtem Begehren.

Samstag, 23. Februar 2013

Hunger

In der Hunger-Mühle

Hunger ist Gegensatz des Traums und Gegner des Träumers und Ende des Träumens. Der Hunger ist die Ur-Kraft des Seins und das innerste Sein ist sein Mangel. Die Welt ist ein Verschlingen des Seins in einer großen unendlichen Körperlichkeit. Die Welt ist geteilt in ein winziges Nichts, einen Kern, Mangel, Not und eine Hülle des großen saugenden Nichts als Etwas, der unbestimmten Körperlichkeit, des Verlangens, des Hungers. Die Begierde ist Hunger nach Leben, Weiter-Leben. Leben aber ist Verschlingen anderen Lebens. Begierde folgt physischem Mangel. Hunger nach Nahrung ist Wille zum Sein. Aus Hunger wird Energie und Energie mahlt Not und Not wird zu Brot. Not tut eine Hungers-Not für ein neues Verstandes-Brot. Liebe ist Hunger nach Anders-Sein und nach Sinnlichkeit. Sinnlichkeit ist Körperhunger nach Sinn. Sinn ist nur das Versagen der Sinne an der die Sinnlichkeit saugt. Die Welt wird vom Hunger entfaltet zwischen Mangel und Versagen. Die Welt ist aus Nichts geboren, aus Mangel und Hunger. Zeit ist Weitung und Raum ist Teilung der Hunger-Körperlichkeit. Groß und gewaltig und dick und unersättlich ist der Körper des Hungers und Hungernde sollen fette Hunger-Körperlichkeit fressen.

Zusatzstoff:
Seltsam, wie der Hunger immer mehr von der Menschen-Welt erfasst, näher kommt, nicht wahr. Immer mehr Menschen hungern und hier: immer leichter und billiger wird das Fressen im Schlau-Affen-Land - auch irgenwie immer deutlicher - gehaltlos. Der Hunger ist schneller als der Verstand. So also kommt der Geschmack abhanden. Vielleicht hat ihn ein Wurm gefressen, so 5 Fuß breit und 4 Wochen lang. Also schaut mal bloß hin. Auch das Zuschauen ist fast umsonst.

Kleines Licht


Blanke Nerven können Schmerz sein oder subjektlos weit. Sie können für sich sein, dann sind sie Leid. Sie können außer sich sein, dann sind sie Eins und weit. So geht Körperlichkeit. Das geht nur mit sehr dünner Hülle und Haut.

Zeligkeit

Zelig sind die, die Texte sinnlos auf sich wirken lassen, denn ihnen werden neue Gedanken kommen.
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Zelig sind die Armen im Geiste, die sich nie führen lassen, die nie etwas lesen, die keine Texte brauchen und haben, die leben im Himmel auf Erden. Sie sind für die blassen Erklärungen der kleingeistigen Gelehrsamkeit nicht fassbar und auch nicht brauchbar für die leer/reichen Gift- und Drogenexperimente der Ärzte und alle Predigten sind für sie nur Melodie und wunderbar trauriger Klang.
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Unzelige Einsichten: Wo kommt der Verstand her – ist zweckmäßiger Textverstand – verlangt daher entfaltete äußere Texte. Was ist Vernunft – Vernunft, ist der Esel, dem das Böse der Texte schwant – der es ahnt, und dann trotzdem gegen sich weiterzieht (mein lieber Schwan). In fernem Land unnahbar euren Schritten ... - ein Esel schafft es doch mit vielen Tritten noch.
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Zeligkeit: die Spiegelidentifikation mit äußeren Texten: subjektloses Begehren sein, Sinn werden, sinnlich sein, ist oneiroide Erlebnisform, Sinn-Bildung/-Bebilderung, untergeordnetes Unterbrechen der Wahrnehmung.

Erleuchtungen

Im Heil-Land der Blöden

Am schönsten leuchtet der Wahn der erleuchteten Erforscher des Heil-Lands der Dummen in Berichten, die erkennen lassen, dass sie, die Weisen auf Reisen, sich Sonder-Drogen einverleibt haben, verfertigt aus Scheiße von eingebildeten Heiligen vermengt mit verblödenden Giften und sinn-zersetzenden Rauschmitteln. Aus großen Hirnen lösen sich dann umständliche Rechtfertigungen gedankenloser Bequemlichkeit. Und so scheint mir, dass künftig (langfristig) das Ausmaß des Drogen- und Medikamentenkonsums in der Gesellschaft (Staat, Land, Gemeinwesen, Gemeinde, Stadt) also der Anteil der Süchtigen in der Bevölkerung direkt proportional einen Anstieg der Verbreitung außerklösterlichen buddhistischen oder sonstigen religiösen Sonder-Schwachsinns in Gesellschaft und Volk nach sich ziehen wird. Bildung reicht halt nicht, macht Schafe nur eingebildet. Die Schafe verlassen die Kirche, die Wölfe warten schon. Raus ins Freie sollte man schon, doch nicht sinnlos achtsam blind, sondern mit Nachdenkungs-Gedanken und Vorsicht.

Sonntag, 17. Februar 2013

Denkwürdigkeiten


Nachdenkungs-Gedanken hammirschon

'In den Gottesreichen mochte von jeher das Bewußtsein geherrscht haben, daß die Weltordnung, so groß und herrlich sie war, doch nicht ganz ohne Achillesferse sei, insofern die Anziehungskraft der menschlichen Nerven auf die Gottesnerven einen Keim der Gefahren für die Gottesreiche in sich barg.' Ein Satz in der Mitte des Buchs. Mitte des Sogs. Vorsichtige unvermeidbare Annäherung an Wahres. Wahn und Welt vor dem schönsten Fall. Keim neuen Sinns. Achillesferse der in die Natur der Dinge gesetzten gedachten Ordnungen. Darum herum endlich un/deutlich Schrebers endloses Wachtraum-Erkennen. Ein Schelmen-Roman mit drei Helden und einem hilflosen Deuter. Picus heißen die gewunderten Vögel im Buch, Picaro wäre der Schelm. Die Vögelchen, Wahn-Schemen, sind auch alle Schelmen, also Sinn-Gift-Transporter, scelmo, die Pest, Krankheits-Rest. Zurück zum Anfang und ersten Fall: Schrebers Sinn-Sturz mit uns und wir als Ariman und Ormuzd für sich. Seine Hauptdarsteller. Ein Puppenspieler und Regisseur hat sich in die Schnüre (Nerven/ Strahlen) seiner beiden Haupt-Hampel-Götter beidhändig verstrickt und ist auf die Bühne gefallen. Er ist in der Scheinwelt der kleinen Wunder und Träume des Tags mit dem Zuschauer und hat plötzlich so seine ihm zufliegenden 'Nachdenkungs-Gedanken'. Er arbeitet am Text seines Dramas und taucht selbst mit ein. Ein Roman im Roman. Improvisation der Regie auf der Bühne, Umsetzung von herrlich blöden 'Nichts-Denkungsgedanken': Draufhauen und Brüllen, Einfälle kommen lassen. Ein unerwartetes ärgerliches Ergebnis eines ärztlichen Missbrauchs- und Giftexperiments (alle Fälle des sogenannten paranoiden Wahns im 19. Jahrhundert waren Giftexperimente. Forschung in der Anstalt wurde als solche auch so bezeichnet - kann ich belegen. Psychiater haben sich im Morphium-Rausch selbst erschaffen). Doch Schreber bleibt nicht hilfloses Opfer des von den Ärzten erzeugten und erfundenen Wahnsinns. Schreber bringt sich ein in seinen Fall und als Mit-Spieler zieht er nun selbst die Fäden, hat sie als den Draht nach oben im eigenen Spiel bei und neben sich und nennt sie die göttlichen Wollust-Strahlen-Nerven, macht aus Kontrollverlust spiegelnd und spielend seine Kontrolle der Andern, macht Internierung zur Ver-ANSTALT-ung. Seine Behandler wehren sich vergeblich. Er spielt mit ihnen. Er sieht sie in Ariman und Ormuzd, in vergangenen, verstaubten Archetypen des Sinns (Mythos aus Persien), belebt ihr hohles Sein und totes Wissen, schenkt Ihnen die Wunder seiner Bühnenwelt, Bildung und erlesenes Wissen, gewunderte Requisiten, spielt mit der Systematik und geglaubten Symptomatik des Wahns, füllt die Hohl- oder Holzköpfe seiner Puppen mit seinen Traumwelt-Ideen, liest tatsächlich gemeinsam mit ihnen, seinen Kasperdarstellern und irren Ärzten, Kraepelins Ausführungen zur Morphium-Vergiftung. Schreber wird mit uns selbst Arzt und Mit-Heiler des Selbst, in deutlicher Opposition zu einem Paar blöden Wahns: Ariman - Ormuzd, also: gegen und ohne Prüfung / Geist / Autorität / Approbation / Ansehen und und und – Psychiatrie / Menschenverachtung / Praxis / Rendite / Experiment / Gift / Körperverletzung und und und. Der Hohl- und der Holzkopf, Ormuzd mit Ariman (was natürlich Schreber auch selbst für seiner Ärzte und Pfleger Wahn war) sind auch sonst zentrale Schlüssselfiguren im traumhaften Schreber'schen Sein im Roman, Sein auf der Bühne, höchste Repräsentanten der gesamten Theatermannschaft und des Publikums. Sie sind Arzt und Vormund (Ariman-Ormudzd = Vormund im Arzt = meine ergänzende Deutung im Buchstabenspiel so in etwa), Vater und Gott, Verleger und Autor, Dichter und Werk, Schreiber und Leser u. u. u. a. Das wirft durchaus nicht alles in Eins. Denn das, was so stark verdichtet erscheint, schließt erst Vieles auf, zwingt Reales, löst in Traumhaftes auf. Der Wahn wird von Körper nicht abgegeben. Wir wollen nicht auflösen, wir werden Traum und Traumdeuter bleiben. Von der Bühne kann Schreber mit seinen Genossen nun nachdem er erkannt ist vom Publikum, also mit seiner Seele und seinem Selbst, seinen falschen Göttern, nicht mehr leicht abtreten. Als Muse in eigener Person, die ein als Mensch erkannter Autor immer ist, bleibt er im Spiel. Ein Autor kann ins Werk unvermittelt wohl oft nur in Gestalt seiner (hier: weiblichen) Muse eintreten. Die begehrt er in sich, reinste Liebe zum Werk ist das. Und unterm Sinn-Text-Kleid zeichnet sich nicht nur der Schreibstift ab, sondern die Wirklichkeit jeder Urheber-Autorenschaft, die den Sinn zum Sinnlichen hin wachsen lassen muss, zur Wahrheit eines Sinn-Schwangeren mit Bauch und mit (haarigen und bescheiden kleinen) Brüsten. Schreber ist nicht nur einer der Selbstheiler, die man Schizos nennt, sondern auch Autor und alle möglichen Deuter und Deutungen in ihm selbst zusammen genommen. Als Heiler hat er zum Spielen den Wahn und als Autor inszeniert er eine Bühnenwelt, die auf ihn selbst auch in widerspenstigen Wunder-Zufällen herabregnet. Dass er der Autor ist, vergisst er beim Wundern und Schreiben bisweilen, was verzeihlich ist, denn Schreiben ist mit Leben auch mal verträglich. Rest eines tierischen Körpers muss sein. Dabei bleibt er der Fänger der Ratten. Der Prozess des Wahnens, des Irreseins und Schreibens und auch des Lesens wird dann mit kleinen witzigen Wahrheiten belohnt, die einfach im Text stehen und gesehen und gelesen werden dürfen, die über das Geschriebene hinausgehen, hinauszielen in die Welt, die Felder (und Wälder) der traum-arm Normalen, dorthin vom Sinn entlassen werden dürfen: so hier einer der Sinn-Kerne: das, was Schreber selbst als Absicht des Wahnens und unvermeidlich sieht und was eine Erkenntnis ist, mit der er sich leicht mal wieder herausringt aus dem Reich der Illusionen, eine unverschleierte nackte und wollüstige Wahrheit und zitiert aus dem Buch der Bücher (wieder mal eines): 'Ich möchte auch denjenigen Mann sehen, der vor die Wahl gestellt, entweder ein blödsinniger Mensch mit männlichem Habitus oder ein geistreiches Weib zu werden, nicht das Letztere vorziehen würde.' So nimmt er also in Demut seinen unvermeidlichen so wahnsinnig weiblichen Wollust-Körper (wWW) hin. Jeder Widerstand ist ihm auch gerne zwecklos und führt nur zu ' … blödsinnigem Lärm unter meiner wesentlich aus Verrückten bestehenden Umgebung.' Das nun zielt deutlich – halt für uns unabsichtlich - weit über die Anstalt hinaus. Wer es anders haben und lesen will, in dumm-perverser Absicht, soll es von mir aus für sich behalten. Schrebers Wahn gilt einigen als Heilungsprozess mit dem Ergebnis eines lebensfähigen Kompromisses aus Wahn und Wirklichkeitsbezug, wobei verkannt wird, dass sein Wahn nur die von ihm zunächst zertrümmerte widerwärtige Welt ist - wir nehmen uns das so - , der Heilungsprozess aber neutral gesehen nichts sonst, als eine Wiedergeburt des Menschen aus sich selbst mit dem nachfolgenden Neu-Aufbau eines fast erwachsenen nun anderen Subjekts (Alter entsprechend der Gesamtdauer der stationären Behandlung). Wenn der Neu-Aufbau etwas seltsam affektiert effeminiert daherkommt, so liegt das daran, dass nicht nur ein einzelner Wahn primär männlichen Zwangs geheilt wurde, sondern einer gegen zu viele Wahnsinnige antreten musste und, dass dieser Mensch am Ende wieder unter den viel zu vielen Verrückten der bestehenden Umgebung gelandet ist, zu funktionieren hatte und wohl auch etwas funktioniert hat. Schrebers Buch ist eine Puppen- und Schatzkiste voller mehr oder weniger absichtlich witziger Denk- und Merkwürdigkeiten, Spielmöglichkeiten (wenn er wahnsinig u n d auch eher schwachsinnig gewesen wäre, wär nur eine dumpf-dämliche Dumm-Schäm-Dich-Schön-Autobiographie oder eine Selbstdarstellung rausgekommen). Er hat sich auf seine Weltbühne, die real war, niedergeschrieben und musste sich dafür das Schreiben wie Sprechen neu erfinden, jedes Buchstaben-Fädchen wahrscheinlich neu ziehen. Das Schreiben selbst hat ihm dabei geholfen und wenn was irgendwann schon da war, hat 's 'hammirschon' gerufen. Halluzinationen sind halt Zeichen, wie Schriftzeichen, erlöstes Subjekt nachgezogen. Mann kann Schreber folgen, wie nachgezogen gewundert, zurück in Drehungen und Wendungen, und mit ihm am Strahlen-Faden-Gewirr, an denen er oder sein Ich hängt, arbeiten. Er hat sich zum Glück nicht erhängt. Das ist der Punkt, an dem schließlich auch die Analytiker alle abbiegen - sich aufhängen im und - in den allgemeinen Schwachsinn, verlockt vom Gesang der Ruhm- und Tantiemen-Sirenen hinein in den Selbst-Betrug und die hohle Ehre einer hohlen eigenen Autoren-Vaterschaft. Der selbe Wahn doch, nur weniger bunt an und aus sich, mehr farblos-wissenschaftlicher Text. Je nun, was soll 's, denkt der Kastrat. Aber die Analytiker hatten nicht den neuen Wollust-Leib und die Inspiration, die Zugabe zur Selbstheilung, dessen eigentlichen Lohn, also das Maximum an Menschlichkeit für ein Männchen, die erwünschte tiefe Seelen-Wollust. Sie kleben nur Sinn-Text auf Text, kalt abstrakt (noch ein KAltabSTRAkT). Das nimmt dem weiß-bekittelten Analytiker-Wahn-Wissen jede Tiefe und Farbe, das ganze Gefühl. Das Buch ist eine Ansammlung von Techniken des Selbstwiderspruchs und der Selbstüberwindung, die jeder kennen sollte, der denken kann, und von reichlich Witz erfüllt. Es ist lehrreich, wenn man die Aussagen hinterfragt, und lustig, wenn man sie nimmt, wie sie sind. Schrebers Seelen-Wollust-Fäden haben sich selbst noch nicht vergessen, sein Buch lebt, und sie alle sind nerv-endlich bei uns und kennen uns zwar nicht und lernen nicht mehr dazu und leiden nicht an uns (wie es geschrieben steht über die großen Seelen im Buch selbst), aber, solange sie noch nicht gereinigt sind vom Unrat des Irrtums der Deuter, schwarz und mit Leichengift beladen, also solange wir noch falsch denken, wird seine Seele geprüft von uns, mit der Schreber'schen Umkehr: sie prüft uns und bleibt uns als böser Geist erhalten. Wir müssen dann die geprüfte Seele weiter und wieder und wieder deuten. Wir werden spüren, wenn sie sich von uns verabschiedet, nämlich an unserem eigenen wollüstigen Brüllen, zu Aller erhellenden Freude, nicht Fremder und Kranker trauriger dunkler Sinn ('Niemals auf Erden lachte je ein Mensch, wie e r lachte!' - s.: Vom Gesicht und Räthsel – Also sprach Zarathustra III) . Nochmal: in Schrebers Buch geht es um ein Welt-Theater, es geht um das Schreiben und es geht um das Sprechen. Ein Paranoider - als der Schreber meist hingestellt wird - bleibt Subjekt des Wahns, löst sich nicht aus der verkehrt wahrgenommen Welt. Der gehört damit zu den Normalen, den Alltags-Blöden, den eingebildet Wachen und Wahren. Paranoide werden deshalb in der Regel als solche auch gar nicht erkannt. Sie sind meist Redner und keine Schreiber, sie stehen am Redner-Pult, sind nur finstere Blender. Schreber war nicht paranoid. Schizophrenie hingegen ist unabhängig vom Subjekt und der unentstellte Sinn des wirklichen Wahren, sie ist Zauber sinnlicher Wahrheit. Die Welt schreibt sich selber in ihr neu nieder und zieht ein Subjekt nach sich wie die Mutter das Kind. Es ist eine Wunder-Welt des Spiels mit einem Kind als weiterer interner Spielfigur. Das Buch dazu ist ein weiterer Welt-Spiegel, der einen Autor nach sich zieht. Bücher über Schreber allerdings haben nichts mit dem Fall zu tun. Sie haben fast alle paranoide Autoren. Es gibt von Schreber noch andere eigene Texte und Gedichte. Die hab ich nicht gefunden. Mir ist klar, wer die hat verschwinden lassen. Flüchtig hingemachte Männer, die übrigens immer noch 'möhrenrot' sind vor Ärger und Wut, und sie 'stinken', sie haben ja auch ein wenig verstanden mit ihrem kleinen Verstand, und haben nun unreine und unechte und unehrliche Gedanken.

Samstag, 16. Februar 2013

Jemals-Land

Leichenvogel flieg
   Der Vater fällt im Krieg
      für Mutter, die im Jemals-Land
      sich nie schöner lust-verbrannt
    uns und uns Schwäre gibt
Leichenvögel fliegt

Dienstag, 12. Februar 2013

Aller Anfang ist leicht

   Aller Anfang ist Schwere. Gefühlt. Dem zunehmenden Gewicht des Körpers kommt langsam der Bauch entgegen bis er die Hülle sprengt, die ihn umgibt. Der Körper ist zu groß und die Sinne schlafen noch. Die Sinne sind schon zu weit entwickelt und müssen mühsam nachlernen. Die Sinne sind für sich und die Eindrücke müssen sie öffnen, sich von sich aus in sie eindrücken. Die Sinne sind immer schon da. Die Eindrücke weiten sie nur. Sinne löschen Eindrücke aus und Eindrücke lösen Sinn auf, aus, sich in Sinn auf. Dies ist die erste Spiegelung. Eins, die Sache, spiegelt sich im Andern, in den Sinnen, rückschauend im Raum und rückwärts in der Zeit, einerlei. Der Sinn baut sich daraus den zweiten Spiegel, der wächst aus sich selbst. Zeichen um Zeichen, vorgestellt, entsteht eine Zeichenwelt. Die Sinne bleiben das Selbst der Dinge und vor dem Spiegel stehn. Die Welt der Zeichen aber ist hinter dem Spiegel, der dunklen Seite des schwarzen Rückens blinden Silbers. Wenn ich mir die Sinne von den Zeichen her nachziehe, mich in der Zeit also nach vorne bewege, nicht mit dem Gesicht, und die Sinne, die Sinnlichkeit in Eins fasse, als mein Selbst sie verdichte, als Seelen- und Geister-Grund sie nur mehr allgemein und machtlos gelten lasse, dann scheinen die Dinge, die Sachen, die sich in den Sinnen gespiegelt hatten, mir selbst grundlos, absolut und für sich und dumm real zu sein. Zeichenwelt des Sinns verwandelt den Körper in Seele und Selbst und die Dinge zu wirklichem Grund und fremdem Sein. Mach das im Spiel. Doch die bewusste Schein-Wirklichkeit lass schnell auch wieder sein. Lern doch Körper, Gefühl, Sinne-Sein, Körpergefühl, Körperlichkeit. Nimm es! Bitte! Damit ich dich sehen kann.
   Aller Anfang ist nur scheinbar, doch allzu vielen so schwer. Scheinbar zu früh scheint ihnen der Mensch geboren. Scheinbar hat er noch keinen Halt in sich, fällt auseinander, ist angeblich gleich Gemeingut, zerrissen, gebrochen, gehört allen und wird verteilt. Jeder hilft mit, jeder hält etwas von ihm, jeder erhält etwas – Schein, Geist, Schein-Heiligkeit. Scheinbar verlorene Körperteile werden ersetzt durch Zeichen, benannt und bezahlt, aufgezählt und gezählt, der Körper wird angeblich beschriftet. Lügen-Mythos. Er wird missbraucht? Nicht mal das. Simplifizierung von Sinn. Das Kind wird besprochen, gekleidet. Mag sein. Es wird so belogen von Anfang an und antwortet deutlich mit 'mich' und mit 'nein'. Das ‚Nein‘ beschreibt die Bewegung. Der Körper wurd' ihm verdreht, gewendet, ihm entwendet, verhüllt, der Kopf dem Rest vorgezogen. Im Kopf entsteht eine scheinbare neue Einheitlichkeit, der Körper bedürftig und mangelhaft neu, Sinn über den Sinnen. Kopfstand-Geburt. Das Nein besiegelt die Entäußerung des Körpers: ich bin ein anderer. Das Kind sagt 'nein', es will nicht anderer sein. Es beschwert sich. Zurecht. Es ist schwer zu sprechen, es ist noch schwerer zu brechen. Es muss noch erzogen werden - von Lügnern, Ver-Sprechern. Es spricht schon von sich als Objekt, sagt 'Kind', 'mich' und 'nein'. Sprache als Lüge wird ihm gegeben. Ein Mythos als Lüge wird uns erzeugt. Der Mythos von der Vorzeitigkeit der menschlichen Geburt, des angeblich allzu menschlichen Geburtsfehlers, ist - demokratischer Blödsinn, Analytiker-Wahnsinn, vorgeredet, abgeschrieben, ist nur Fehler der Masse, der Vielen, die in die Zeichen der Armut, des Hungers, der Dummheit, der Freiheit und Gleichheit und in Aller Exkremente auf immer gefallen sind.
   Aller Anfang ist leicht, für uns, für mich, für den, der sich niemals verändern will, lassen kann, der zwar lernt, doch nichts über sich, der Autist sich gern nennen lässt, Mensch höherer dichter Körperlichkeit, Spätgeburt gediegenen Mensch-Seins, der schaut rückwärts, und ach, wie lange schon und noch seit der Geburt - und die Zeichensysteme, die Tafeln, beschriftet mit Sinn, Regelwerk, durchschlägt er, zerbricht er im Sturzflug nach oben und wieder gern in blindem Stolpern nach vorn. 'Ich' ist das einzige Zeichen, das sein Wille über sich setzt. 'Ich' war sein erstes Wort, 'ich' nur aus Körper und allein zum Sinn hin gebor'n. Lieber seit je her den Rücken in endlosem Schmerz hin gewendet zu - echter Wirklichkeit, Wahrheit, als jemals in Wollust zu licht-blinder Blödheit und leuchtendem Stumpfsinn im Nu.

Freitag, 8. Februar 2013

Träume-Land


Leichenvogel flieg
   Vaters Glück betrügt
     Mutter, die im Träume-Land
      lang lang durchgebrannt
   sich Verführer gibt
Leichenvögel fliegt

Mittwoch, 6. Februar 2013

Oneiroides Erwachen


tat twam asi

Das
bist Du und ich
bin nicht mehr
Das

Wer die oneiroide Erlebnisform kennt, dem ändert sie die Welt, der ordnet sich nicht den Zeichen, dem Wissen unter, der formt es unablässig mit seinem Tun außer sich, er ist Text, Bühne des Erlebens selbst, er inszeniert sich und seine Ideen, er ist Ding, Bild und Sprachzeichen im Stück, er ist Autor und webt seine Mitspieler in sein Drehbuch ein, er ist Hypnotiseur ohne Bewusstsein, er ist allen ein großer Spiegel, Schreiber, leidet an sich, erkennt sich und sieht sich als verkehrt vor der Welt, wehrt sich gegen sich und ist doch nur ein Spiegel, der Wahres ist, sieht und es widergibt, für andere unsichtbar, aber wirksam, Gespenst und Traum, Sprache und leeres, freie verfügbares Bewusstsein und Selbst bis – er einem anderen Spiegel begegnet und endlich in sich ruht und sein darf, und er in ihm spricht: ich bin das. Das bin nicht ich, das bist schon Du. Schreber hätte vielleicht ein großes Gedicht verfasst, hätte er Zugang zum Frauenflügel seiner Anstalt gehabt. Er wäre Autor und Kopf geworden einer Dichtung aus 13 Körper-Teilen und drei Flügelelementen links für ihn selbst und drei rechts dazu für eine nah bei sich und sicher verwahrte verirrte Geliebte: Wissen, Inszenierung und Drehbuch/Roman, Drama, oneiroides Erleben und Vorstellung/Inhalt, Deutung, Selbsterkenntnis und Spiegelung des Autors im eigenen Wahn sodann er und sie als Autor und Muse mit Stück und Roman, er und sie auf der Bühne im Spiel, Erleben und Traum, er und sie in einem Stück, verschmolzen, vereint fast zum neuen Geschlecht aus beider Geist, nur wenig noch Halt in sich, ein Körper des Selbst und der Liebe und schwebendes Sein (Schmetterlings-Blumen-Verblüh'n – mani/bin dein – padme/Erglüh'n).
Was wollen wir? Analysieren, Deuten, Intuition und Traum und eine veränderte Wahrnehmung des Wirklichen als Erkenntnis. Ein wenig Arbeit und viel Spaß und Begeisterung, Begegnungen im Reich des Wahnens und der Illusion und des Träumens, etwas Wissen als Ergebnis, viel Eingebung und große schöpferische Kraft. Wir erkennen, wir öffnen uns, wir sind Spiegel. Wir verdichten uns, wir verlaufen und wir verzeihen uns: wir lassen uns mitnehmen. Wir reden, wir schreiben und wir sind einfach nur stumm: gleichviel. Wir nehmen, wir geben, wir bekommen: wir werten nicht. Du bist, was du dir nimmst, du dir geben lässt und wie du genommen. Ein Spiegel, der einen Spiegel trifft, muss sich überwinden, seine Furcht, sein vergebliches Fliehen, Sich-Wenden, seine Suche und Sucht, sein Erschrecken vor sich. Er muss fühlen, muss sein, endlich Körper, Gefühl und sich, Selbst und Körper Gefühl immer Körper Gefühl. Des Menschen Denken und Handeln soll sich verkehren, verwandeln. Träume werden am Tag schon geträumt, was uns als Gewicht des Körpers erscheint, ist das Gewicht der Zeichen, ihr so schwerer wie leerer Sinn, solange wir ihn nicht ganz als Eins wie Wachen und Schlafen, wie Tag und Nacht gleich zu uns und uns nehmen wollen und können. Das Ergebnis gemeinsamer leichter Deutungsarbeit könnte werden, dass wir oneiroides Erleben der Wirklichkeit erfahren und erlernen. Träumen am Tag ist erlernbar und Träumen des nachts ist dann Eintauchen in körperloses Sein: Flugtraum. Tagtraum zu zwei'n könnte Flug(t)raum-Körperlichkeit sein: das bist Du - und ich bin nicht mehr das.

Montag, 4. Februar 2013

Märchenland

Leichenvogel flieg
   der Vater ist ein Dieb
     die Mutter ist im Märchenland
      mit seiner abgehau’nen Hand
   die allen An-Halt gibt
Leichenvögel fliegt

Samstag, 2. Februar 2013

Klang, Brummen oder Gesang

OM undundund OM

OM ist reiner Klang, wird nicht erzeugt. Auch nicht, schon gar nicht durch leierndes leeres Aus-Sprechen, sonstiges Äußern. Es ist nicht mal hingehaucht. Om ist Klang-Körperlichkeit, der vom angeschlagenen Instrument, vom zerschlagenen, abgelöste Klang, Klang ohne Ursprung, der nur für sich ist und Raum, der geht und vergeht. Er ist sich selbst Hülle und Kern, Klangfülle, Raumklang. Shivas Trommel schlägt sich selber an, zeugt klopfende tropfende Raum-in-Raum-Blasen aus Klang. Jeder kann einen Klang seh'n, der sich die Ursache rhythmischen Klangs auch weg denken kann. OM ist als Untermalung auch da, außen wie innen, von selbst, dumpfes Brummen, gehört zur Besinnung, allumfassendes Summen, nicht zu orten, ist es überall. Der tiefe Ton ist Fortgang und Fortklang des OM, gehört zum Öffnen der Sinne, ist in ihrem, ist ihr Zusammenschluss und er verschwindet mit dem Einklang der Einsicht und neuer gereifter Erkenntnis. OM gehört mir, gehört nicht uns und nicht dir, keinem zum Aber-Glauben. Keiner hat ein Ommonopol. OM wird gefälscht und dieser Betrug gegen Spenden veräußert. Geteilt wie Brot und Not gegen Selbstwert und -achtung und mitgeteilt Unsinn. Ein gemeinsam gesungenes OM, fröhlich gesummtes, fremd-klingendes, veräußertes, verlorenes, zum tränen-verschwommenen Sehen, auch Sehnen wunsch-frommem. OM gestohlen, entwendet, verwendet, veräußert, verkauft, falsch genomm'. OM wird gern im sinn-gereiften gefreiten Westen ausgehaucht und hin-, wie das eigene Leben zum Sinn. Zuerst wird 's ganz unten appliziert auf den Körper, oben kommt 's ungeniert und verwundert als schönes Wölkchen kleiner Vergeistigung wieder hervor. OM-Laut-Getrommel und -Wortmalerei und -Geschrei. OM-Meditation, Suche im Kopfstand, fängt bei den Füßen an, zu Füßen des Herrn, dessen Tritte man sich so gern doch geben lässt, in Demut empfängt und ist der Schüler, die Schülerin bereit und bereitet, werden sie, bildlich-gebildet beritten und der schwer fassbare Unsinn des Meisters dorthin geschleudert, wo man verdaut, in den Bauch, von oben wie unten, ins Hirn auch. Einmal nur fasst die Sinn-Magd, der -Knecht des Herrn die Wahrheit, sofern sie wenigstens ahnend zu deuten vermögen, nämlich dann gern, wenn sie OM schlucken dürfen und das als und mit Sinn-Vergabe ergebenst schlürfen und wenn 's dann nicht schmeckt und es stinkt, schleimiges fadenziehendes Sinnknäuel-Gespinst, -Gewirk und -Gewürg, hat sie die Wahrheit, haben sie ihren und seinen Lügen-Sinn bekomm' und das OM wird endlich richtig gerichtet genomm', doch wieder erbrochen und laut gerülpst ausgesprochen. OM. Der Meister mag es sich denn noch einmal nehmen, sich und ihn sich wieder aufrichten zum handfesten Mann's- und OM-Abgesang.

Freitag, 1. Februar 2013

Für N.D.


ND gut all S gut

ND ist ein Und ohne U
was ist mit U
such bitte doch Du
S ist auch im Du
und in uns
Du tut uns gut
was bleibt dem Du
ohne das U
nur D
nun U und N dazu
die Us und die Unds
sind uns wichtig
Und und und, und und und
tut uns so gut
fliegt man erst richtig
ND wird uns und zu und
wenn man U und S dazu tut
mit S wird S einSUND
und ND sehr gut