Sonntag, 24. Februar 2013

Das Große und das Kleine - T/Z

Von Texten und Zeichen

Die Gefühle im Einzelnen, alle und jedes für sich, müssen verkleinert werden, dann aus der Winzigkeit, Bescheidenheit, Fühllosigkeit, Enge und Leichtigkeit entsteht das große Gefühl im Ganzen, in Fülle und Schwere und Weite. Richtige Körperlichkeit wird dann erst zugelassen. Es entsteht dann auch ein scheinbar völlig gefühls-bereinigtes Denken, das öffnet. Es ist jedoch nur gedankenreines Fühlen, das öffnet Gehirne mit Körpern, führt zum Traumhaft-Symbolischen im Alltags-Realen, es verwandelt Zeichen in Zeichen anderer Qualität, erweitert sie, Sprache kommt zu Bild, alle Sinne bringen sich ein und der Körper wird dichtes Körperbild, es richtet das Denken neu aus, es wirkt, wendet Körper zu Zeichen, aber es gibt keinen Sinn, keinen an sich, nicht wieder Sinn, keinen höheren Sinn. Körperoberfläche und Körper, Sinne und Körperbild nehmen sich die Dinge nur anders, als sie dem Zeichen-Ver-Stand und seinem Ver-Sprechen sich ergeben wollen. Die Sprache wird in der Folge seltsam nachgezogen und gibt nur widerwillig einem bemühten Deuten Sinn als entstellten wieder frei. Wir stellen ihn aber nicht zurück. Sprechen ist von einer erlernten Grammatik verformt. Sprache und Sprechen sind nah am verlogenen Texten. Grammatik ist Zwang gegen Sinne und Sinnlichkeit. Gelehrte Ideologiekritik führt nur zu unmöglich blödem Texten (der erste der unfreiwilligen Ideologen verbiegt sich nur, bedenkt sich gelehrt und belügt sich und ist gerade noch oder lächerlich leicht lesbar, der letzte dann in der Reihe ist ein unsinniger Dauer-Brüller hinterm/unterm/zum/im Chor der sinnlos plappernden neuen Nerven-Ordnung voller Anders-Sprech-Zeichen, kein Unterschied zwischen gedeutetem Wahn und gefeiertem Philosophismus). Sinn und Wissen gibt es als Bilderrätsel, Szenen, die sinnvoll scheinen. Ur-Szenen werden dann absichtlich falsch in Texte überführt, die die Szenen als angeblichen 'Krankheitsauslöser' festhalten. Analyse und Zerschlagen von Körper und Hirn. Kranke Texte jedoch sind es und waren es. Sie werden in Wirklichkeit vom Körper zerlegt und wieder in Ur-Szenen aufgelöst. Das Maximum an Sinn und an Wissen ist das Wissen um den Weg, die wesentlichen Elemente und die Beziehungen erscheinen von selbst. Das Tor ist die Trance, die leere schwere weite Körperlichkeit, die inhaltslose, qualitätslose, unbebilderte Meditation. Wende dich ab von den Texten und sie kommt zu dir. Passiert. En passant. Wird nicht herbeigeführt. Es gibt es nicht. Es hat überhaupt nichts mit verrenkten Körpern, Sinnen und Gedanken zu tun. Das ist das blöde Es: Singsang und Körperzwang. Es bedarf keiner Bilder und Worte, die öffnen. Handlungen und Laute verstopfen die Sinne. Es ist nicht. Es reicht das Bild des Großen und Kleinen selbst und an sich. Es herrscht ansonsten hier vorm Denken und Fühlen ein Bilderverbot. Hier wird nicht sinnlos Text auf Text geklebt. Keine Visionen gibt es hier, keinen vielschichtigen Gedankenbrei, keine Welten in endloser Vielfalt. Auch kein Schlaf-Heilmittel hilft, das nur verwirrt und verstopft. Übrigens: der einzige Geist, der im fernen Allheil-Land der blöden Wunder-Zeichen fliegt, ist der des besoffenen und betrogenen Zuschauers. Öffnung ist nicht verstandesmäßiges Öffnen, sondern eine Art Eindringen ins Gehirn durch Verknoten aller Zeichen, von den Sinnen zu den Bildern, zur Sprache und den Dingen. Das ist die Richtung. Es infiziert, da es die Sinne anspricht. Es manipuliert aber nicht, da es keinen Sinn produziert, es wirkt nur nach und öffnet die Dinge der Anschauung für die Sinne/dem Sinnlichen. Es ergibt sich kein paranoider Sinn-Gewinn, kein Zusatz-Sinn, der über den Dingen steht. Dinge erhalten keine weiteren Sinn, sind sich selbst Unsinn genug, sind mir nur sinnlich. Es entsteht nicht falscher Sinn-Mehrwert, gestohlener Sinn-Gewinn. Der 'Gewinn' entspricht exakt dem Wert der Arbeit am Sinn. Sinnlichkeit kann man nicht beziehen, ist ohne Bezug, ist nicht messbar und käuflich. Dieses Arbeiten der Sinne wird mir nun nicht diskreditiert als utopistische Spinnerei oder als mindfuck mit Bezug auf das an sich arbeitende Gehirn. Es ist kein mindfuck als irreführende Manipulation. Es ist kein leeres, gelehrtes Schreiben für fremde Gehirne. Es ist Schreiben für sich, das erst das eigene Denken aufschließt. Wenn es funktioniert, schließt es manchmal auch andere auf, andere freie, die sich nie gern vergewaltigen lassen (wer sich Missbrauch wünscht, soll es für sich behalten, es nicht wieder anderen antun, es mir nicht antun. Gebt euch hin, begebt euch hin, wohin ihr wollt.). Manchmal passiert der Anschluss und Aufschluss sehr schnell, wenn es ganz zwanglos geschehen darf. Spiegel trifft eben mal Spiegel. Mitgehen ist wie Traumdeuten, erfolgt durch Eintauchen wie in den Traum, Mit-träumen. Die Alternative ist beherrschen, besitzen, also vergewaltigen. Das geht nicht bei mir. Es geht auch nicht darum, einfach nur Gefühle zuzulassen. Gefühle an sich sind an äußere Dinge geheftete kleine Körperlichkeiten, Körper zerstückelt, zerrissen, den Zeichen zugeordnet. Es sind oftmals nur geraubte Gefühle, Gefühle, die angeschaut werden (im den Bildungs-/Bilder-Medien). Es sind fremdgesteuerte Gefühle, mit denen Botschaften verbunden sind, Heile-Welt-Werbe-Gefühle. Es sind Gefühle, die man kaufen kann und kaufen muss. Es geht jedoch darum, bei den Sinnen zu bleiben. Der Sinn muss bei den Sinnen und innen bleiben. Die Gefühle müssen bei den Sinnen bleiben. Die Gefühle gehören zum eigenen Körper, nicht zu Bildern von fremden. Der deutliche abstrakte Sinn, der noch über allem Blödsinn der Texte steht, das gequälte Parlament zum Sinn-Vieh der Zeichen, weit jenseits des sinnlichen Deutens, ist die letzte und hinterhältigste Vergewaltigung der Wirklichkeit. Fakten und Gründe sollen sinnliche Deutungen untermauern. Aber die Wirklichkeit besteht für den Menschen weniger aus Fakten als aus Unsinns-Zeichen, entstellten Symbolen, und die Handlungen sind ein rätselhaftes umwertendes Spiel damit als traumhaftes Fortspinnen von Träumen. Und das Spiel endet nicht in Sinn und Wissen und vermittelt nicht Sinn und Wissen durch Regeln, sondern endet in einer Begegnung in endloser und sinnloser Bespiegelung und fröhlichem in allen Sinnen gelöstem unbestimmtem Begehren.