tat
twam asi
Das
bist
Du und ich
bin
nicht mehr
Das
Wer
die oneiroide Erlebnisform kennt, dem ändert sie die Welt, der
ordnet sich nicht den Zeichen, dem Wissen unter, der formt es
unablässig mit seinem Tun außer sich, er ist Text, Bühne des
Erlebens selbst, er inszeniert sich und seine Ideen, er ist Ding,
Bild und Sprachzeichen im Stück, er ist Autor und webt seine
Mitspieler in sein Drehbuch ein, er ist Hypnotiseur ohne Bewusstsein,
er ist allen ein großer Spiegel, Schreiber, leidet an sich, erkennt
sich und sieht sich als verkehrt vor der Welt, wehrt sich gegen sich
und ist doch nur ein Spiegel, der Wahres ist, sieht und es widergibt,
für andere unsichtbar, aber wirksam, Gespenst und Traum, Sprache und
leeres, freie verfügbares Bewusstsein und Selbst bis – er einem
anderen Spiegel begegnet und endlich in sich ruht und sein darf, und
er in ihm spricht: ich bin das. Das bin nicht ich, das bist schon Du.
Schreber hätte vielleicht ein großes Gedicht verfasst, hätte er
Zugang zum Frauenflügel seiner Anstalt gehabt. Er wäre Autor und
Kopf geworden einer Dichtung aus 13 Körper-Teilen und drei
Flügelelementen links für ihn selbst und drei rechts dazu für eine nah bei sich und sicher verwahrte verirrte Geliebte:
Wissen, Inszenierung und Drehbuch/Roman, Drama, oneiroides Erleben
und Vorstellung/Inhalt, Deutung, Selbsterkenntnis und Spiegelung des
Autors im eigenen Wahn sodann er und sie als Autor und Muse mit Stück
und Roman, er und sie auf der Bühne im Spiel, Erleben und Traum, er
und sie in einem Stück, verschmolzen, vereint fast zum neuen Geschlecht aus beider Geist, nur wenig noch Halt in sich, ein
Körper des Selbst und der Liebe und schwebendes Sein
(Schmetterlings-Blumen-Verblüh'n – mani/bin dein –
padme/Erglüh'n).
Was
wollen wir? Analysieren, Deuten, Intuition und Traum und eine
veränderte Wahrnehmung des Wirklichen als Erkenntnis. Ein wenig
Arbeit und viel Spaß und Begeisterung, Begegnungen im Reich des
Wahnens und der Illusion und des Träumens, etwas Wissen als
Ergebnis, viel Eingebung und große schöpferische Kraft. Wir
erkennen, wir öffnen uns, wir sind Spiegel. Wir verdichten uns, wir
verlaufen und wir verzeihen uns: wir lassen uns mitnehmen. Wir reden,
wir schreiben und wir sind einfach nur stumm: gleichviel. Wir nehmen,
wir geben, wir bekommen: wir werten nicht. Du bist, was du dir
nimmst, du dir geben lässt und wie du genommen. Ein Spiegel, der
einen Spiegel trifft, muss sich überwinden, seine Furcht, sein
vergebliches Fliehen, Sich-Wenden, seine Suche und Sucht, sein
Erschrecken vor sich. Er muss fühlen, muss sein, endlich Körper,
Gefühl und sich, Selbst und Körper Gefühl immer Körper Gefühl. Des Menschen Denken und Handeln soll sich
verkehren, verwandeln. Träume werden am Tag schon geträumt, was uns
als Gewicht des Körpers erscheint, ist das Gewicht der Zeichen, ihr so schwerer wie leerer Sinn, solange wir ihn nicht ganz als Eins wie Wachen und
Schlafen, wie Tag und Nacht gleich zu uns und uns nehmen wollen und
können. Das Ergebnis gemeinsamer leichter Deutungsarbeit könnte werden, dass
wir oneiroides Erleben der Wirklichkeit erfahren und erlernen.
Träumen am Tag ist erlernbar und Träumen des nachts ist dann
Eintauchen in körperloses Sein: Flugtraum. Tagtraum zu zwei'n könnte
Flug(t)raum-Körperlichkeit sein: das bist Du - und ich bin nicht mehr
das.