Freitag, 30. November 2012

Einseitige Liebe

Große Liebe

Du bist so wunder-, wunderbar.
Warum verbirgst Du unter 'm Haar
die Stirn, die Augen, Dein Gesicht?
Warum siehst Du im Spiegel nicht,
so nah durch Glas und Silber, mich
und Dich, wie dicht Du bist in mir?

Warum merkst Du nicht, wie ich Dich
seh', was sich regt in mir, ich Dir
ergeben bin, ich dich begehr',
und mich schmerzlich nach Dir verzehr',
wie ich zum Körper hin winde
den Kopf, unaufhörlich schwinde.

Die allerschönste Frau bist Du,
licht-hell und klug-bedacht dazu,
keine noch, in tausend Jahren
ist mir das nicht widerfahren,
hat mein Herz sich eingefangen,
ist gleich Dir mir nah gegangen.

An Dir werd' ich mich nie satt seh'n
immer nur bist du schön, nur schön.
Ich küss Dich, bist du krank und wund,
brennst Du, lieb ich Dich gesund,
stirbst Du, dann gehst Du nicht allein,
denn ohne Dich kann ich nicht sein.






Nachsatz: meine Seele dichtet, kramt im Kopf des Körpers nach Worten und muss sich von dem Körper, in dem sie sucht, regelmäßig sagen lassen: 'na ja, geht schon', als ob der Mangel Schuld der Seele wär. Was soll die Seele bloß anfangen mit einem Körper, der aus der Wildnis kommt und immer mit seelenlosen Tieren lieber Umgang hatte als mit Menschen und anderen Seelen.

Tod in Dosen

Bitte um Nachsicht, wenn ich Unfertiges darbiete. Aber meine Erkenntnisse sind keine reifen Früchte, die mir zufallen. Was reif ist, ist aber auch schon tot. Und was tot ist, ist nicht nur wertlos, sondern auch gefährlich. Damit wären wir beim Thema.

Krebs ist ein eigenes, besonderes Lebewesen. Es ist das Tier im Menschen, das vom einfachen Sprach-Selbst verkannt wird. Es wird gehegt und gepflegt, als hätt' es selbst Bewusstsein, als würd' es den Blick erwidern, und wird ins Herz geschlossen und das Herz ist vergiftet.

Der Krebs aber lebt nicht mit dir, er isst nicht mit Dir, er frisst gegen Dich, er isst nicht, was Du isst und was du brauchst, er frisst nur deine Lebenskraft. Er ist ein Tyrann, der nicht einmal dein Opfer verlangt, er will nur dein Dasein, er will nichts als in Ruhe wachsen, dazu musst du stillhalten, du darfst ihm vom Wachstum nichts nehmen, er trennt in dir für dich selbst auch Wachstum vom Leben, vom Nehmen und Geben. Krebs ist ganz einfach undifferenziertes und unkontrolliertes Massenwachstum, wenn der Mensch dazu nicht mehr funktioniert als Mensch, sondern für ihn auseinander fällt in Stein und Sein, wenn er gebannt nur noch schaut auf ihn und seine leere sinnlose Macht. Es gibt nicht nur Menschen, die an Krebs erkranken, sondern auch solche, die ihm dienen, scheinbar freundliche zu einem scheinbar freundlichen Tyrannen von Krankheit. Alle Menschen, die Krebskranke festbinden in der Ruhe des Krankenlagers, sie also einlagern in Räume für Kranke zum Zweck der Reifung und Fäulnis beider, des Menschen und seiner Krankheit, sind Diener der Krankheit, Lügner und Verräter an der Menschlichkeit, physisch und geistig. Sie können sich selbst nicht helfen und trösten die Betrogenen.  
Schaut den Ärzten zu bei ihrem Umgang mit Krebs und nicht einen Behandlungsfall werdet ihr sehen, der hier im positiven Sinn bemerkenswert wäre. Schaut auf die vielen Hinterbliebenen, die den Ärzten gedankt haben für die vergebliche Mühe. Trauert mit ihnen.

Alles, was der Krebs um sich hat,  ist Gleichheit und Freiheit, Brüderlichkeit in Gleichgültigkeit. Alle, die der Krebs um sich hat, die Menschen, Patienten und Ärzte: sind blinde ahnungslose Schmarotzer, untätige unfreiwillige Opfer, Opfer im schlimmsten, niedrigsten schlechten Sinn.

Krebs hat ein eigenes Selbst und einen besonderen Grund. Zu ihm gehört ein Gegengewicht, gleichsam gegen die Schwere des Seins und all sein Sinn ist unfassbare Zauberei und sind fassbare Wunder, sprachlich steckt es im aber, Aberglaube, aber ist, was tatsächlich und wirklich zu sein scheint, selbst nur der Schein, sinnloses Sein, greifbares Nichts. Krebs ist der Sinn materiellen Seins, es ist ein Schatten eines Schattens.

Mit Tod in Dosen, mein ich sowohl das Essen aus der Fabrik, das falsche, eíngedoste, lang aufbewahrte als auch die Behandlungs-Strahlung. Zum schlechten Essen gehört natürlich auch das Gift der Chemotherapie.

Nun ganz vorsichtig - wie vorläufig - zu dem, was den Krebs unterhält:

Feuer  ---             Bestrahlung, künstliche Überwärmung, Fieber, das nicht zu ihm gehört (beschleunigt den Tod)
Gift    ---             Chemotherapie - Fäulnis - Übriggebliebens - Reifes - Abfall - Faules - Abgehangenes - Verdorbenes - lang gereiftes - gehaltloses - unreines - totes gelagertes (beschleunigt den Tod)
Wachstum ohne Arbeit ---             Leben ohne Bewegung (ist selbst der Tod)
Arbeit ohne Wachstum ---             Bewegung ohne Leben (beschleunigt den Tod)

eine Sonderstellung hat die
Nahrung ohne Gehalt - reine Energie - Zucker u. a.
Zucker kann schaden, nützt jedoch, ist u. U. sogar nötig, wenn man das macht, was den Krebs schwächt.

Ganz vorsichtig - und vorläufig - nun zu dem, was den Krebs schwächt:

Viel körperliche Lust am im mit dem Leben verbunden mit körperlicher Anstrengung - also Wachstum mit Arbeit verbunden
gehaltvolles und mäßiges Essen (festzumachen vielleicht im geringen Histamin-Gehalt)

und

der reine, saubere Geist dazu kommt ganz von allein, er ist Folge des Handeln und nie seine Ursache. Er ist nur insofern Ursache, als er auf den richtigen Weg lenkt.

Eine Sonderstellung hat:
das Vitamin C,  es kann den Krebs schwächen, insofern als es die Energiegewinnung aus dem Körper selbst fördert und allgemein den Körper vom Unsauberen reinigt. Es schadet nicht. Vitamin-C-Mangel schadet allerdings.

Nachsatz und Nebenbei: es gibt noch natürliche Stoffe, die die Widerstandskraft des Körpers kurzzeitig erhöhen. Sie sind bekannt.

Zwischentöne im Kopf-Radio


Kopf-Radio, also ein Nachklang einprägsamer, Schwachsinn fördernder hirnfüllender Melodien, diese von irgendeinem der primitivsten Teile des Hirns verursachte wunderbar blöde Untermalung und Überdeckung der Alltags-Leere ruft in mir ergänzend immer auch zu ihrer unwiderstehlichen Wirkung Zorn und einen Wut- und Gedanken-Krampf hervor und verlangt Ordnung.

Es lässt sich nur mit völliger Einkehr beantworten, Abkehr von der Welt bekämpfen und leiser drehen und langsam auslöschen - am besten mit konzentrierter anstrengender destruktiver analytischer dichtester Selbstbestimmung des Naheliegendsten, der Gedanken selbst und des Schreibprozesses.

In den meisten Menschen sind zwei: einer, der spricht, das Sprach-
Rede-Ich und dazu noch einer, der schreibt, ein Sprach-Schrift-Seelen-Selbst. Einer der diktiert und einer der aufzeichnet. Damit hier kein Missverständnis entsteht: der, der schreibt, ist nicht der, der aufzeichnet. Der Schreiber ist der, der diktiert, nämlich die Bilder, die er im Kopf hat und die der andere spürt, also aufzeichnet und sie in seiner Rede wiedergibt. Wenn einer allein sich so um sich dreht, ist es ruhig, es kommt zu intuitiver Wissensverarbeitung. Wenn zwei, der eine mit starkem Ich, der anderen mit starkem Selbst sich umkreisen (wie zwei sich fressende Sonnen), dann - kommt es zu einer Schein-Offenbarung von mehr oder weniger interessantem und schöpferischem Wert oder Unsinn.


Ich seh zwei in jedem, in meiner Beziehung zu andern: mich mehr als Schrift, den andern mehr als Rede, ganz gleich, was nun der andere wirklich macht und wie er sich selbst sieht, jeder lebt in seiner Welt für sich allein. Singsang (s. o.) ist ein wenig wie Rede und dagegen muss man anschreiben, es wegschreiben. Aber man kann nicht darüber schreiben. Melodischer Singsang ist nicht Rede, sondern wesentlich wortlos, fast vor-menschlich, auf alle Fälle prä-historisch. Schrift und Rede können sich fassen, Schrift, Musik und Tanz sind noch nicht einmal Gegensätze. Mein Hass gegen das unfassbare und unbeschreibliche Musische ist rein und wortlos und stumm.

Alle Welt ist außerhalb der Texte und außerhalb der Wahrnehmungsapparate für sich und im Wechselspiel ihrer Kommunikation miteinander eher nur langweilig. Sie - die Welt - lässt sich schildern. Aber es gibt nichts von Wert und Bedeutung dabei zu entdecken und zu verbergen. Keine Götter und Archetypen bringen ihr Licht, auch keine schwaches, rätselbehaftetes. Ich wünschte, es wär anders. Ich könnte gelegentlich auch dagegen anschreiben. Wie mir scheint, ist aber Weltlichkeit in diesem Sinn bei mir ein anderes Wort für liederliche Liedhaftigkeit und verursacht mir sinnüberwindende Übelkeit und in günstigsten Fall einer Äußerung dazu einen Wort-Brechreiz.

Ist das Lied ein Zufall? Es gibt in meiner Welt
Zufälle, die unscheinbar und an sich immer freundlich sind. In gewissem Sinn sind sie steuerbar, je wahrscheinlicher der Eintritt eines Ereignisses ist, umso leichter werden die Wünsche, bezogen darauf wahr. Unendlich groß ist die Gedankenkraft im Hirn selbst und unter seinen Regeln der Logik. Da lässt sich Welt und Sinn mühelos erzeugen – allerdings ohne festen Bezug zur greifbaren Welt. In der so rätselhaften realen Welt ziehen die Zufälle leider immer den Sinn nur hinter sich her, den man sodann in der Regel durch Interpretation herauslösen kaNN. Leider unterlaufen die Zufälle den Sinn der Deutung oftmals gleich wieder.


Es gibt allerdings einen Rest von Glauben, den Aberglauben, der behauptet, es gäbe einen nicht fassbaren Rest von Sinn, den die Zufälle vor sich herschieben und sogar offen auf sich tragen. Auch ich kann solchem zufälligen Sinn mit der Interpretation nicht wirklich folgen. Ich bin beunruhigt, bin es aber auch nicht, beweist mir doch die Unruhe den gesicherten Verstand. Ich lass sie so sein, wie sie sind. Es ist nicht von Gewicht. Zufälle sind halt wie kleine Kinder, manchmal ziemlich nervig. Der Zufall ist ein harmloser Unsinnsträger, wenn 's anders wär', wär' ich gläubig.

Die Zufälle, sie hüpfen hin und her
von der Melodie zum sinnlosen Geplärr.
Mir sind die Zwischenklänge wichtig,
richtig verdichtet, so vernicht ich
sie in sauberer Ein-Tönigkeit
für mich, und habe mir den Sinn befreit.

Musik ist mir also nur angenehm, wenn sie n i c h t einprägsam ist, also bei dauernder Improvisation. Obiger Lied-Lärm nervt leider immer noch etwas.

Zufälle wären von Gewicht, wenn sie ihr Gewicht real doch bloß auch außerhalb von Texten hätten. Deshalb hab ich diesen Text betreffend 1Q84 geschrieben, in der Hoffnung, den Sprüngen der Denk- und Gedankenschüssel, Folgen und vor allem Wirklichkeit zu verleihen. Es ist leider nicht viel passiert bei mir im Leben, aber das darf jetzt nicht sinnlos bleiben. Ansonsten hab ich eins davon verschwendet. Natürlich nur eines der vielen geschriebenen.

Wieso diese Mühe, wieso die Mühe?
wieso diese Schwerst-Arbeit in der Frühe?
Wieso erheben sich die Kinder nicht
des Zufalls, wenn der Verstand zu ihnen spricht?

Mit neuen Reimen sind Lieder zu bekämpfen. Funktioniert fast immer, bei fast jedem Lied.

Wo man singt, da lass dich nieder-
ziehen zu dem bösen Lieder-
klang und -sang und halte wider
ihn den neuen Reim, der wie der
alte passt und dir begegnet nie der
andern lauter Schwachsinn wieder.

Donnerstag, 29. November 2012

Am falschen Ort

Am falschen Ort
bin ich, verlassen,
muss hier raus.
Halt 's nicht mehr aus.
Kann Euch nicht fassen.
Du hast das Wort,
das Du mir gabst,
zurück genommen.
Muss endlich fort
an einen stillen Ort
und zu mir kommen.

Mittwoch, 28. November 2012

Flugraumantrieb


Behauptung
Hier ist ein greifbarer Stoff zu lesen – der vorher nur scheinbar im Traum gewesen:
ein Spiegel zum Bild sich mit ihm so schnell bewegt - dass kaum - sich Sehn dazu regt in Zeit und Raum.
Also verschachtelt Kugel in Ball - so - stülpt sie euch über als Zwischen-Fall,
findet den Stoff, dessen Fülle im Nichts - sucht - die Kälte der Helle, doch jenseits des Lichts.
Beweis
Die Scheinkraft ist sich selbst und eines andern - Kraft-Schein entgegengerichtet,
kreisend gegeneinander geschichtet - lässt sie ihr Schein-Sein verwandelt umwandern
ohne lebendigen Schwung, nur Masse und nicht - zum Fassen, doch Sein-Lassen nahe beim Licht.
Es fällt ihm ein Feld ein für sehr sehr viel Geld - ein Raum im Selbst dann ihm leicht selbst sich erstellt.
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Du kannst ruhig d'rauf reiten, schwerelos durch alle Räume und Träume, Zeiten und Möglichkeiten.
Du kannst es, wie alles, was ist, kontrollieren und wie jeden anderen Mist auch ausprobieren.
Es wird dich zu endlosen Weiten, Welten verführen, verleiten - tiefe Freude wird es dir doch nicht bereiten.
Wohin immer du hin willst, flieg hin - niemals - erwartet dich irgendwo wirklicher Sinn.
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Nachsatz: Dies ist eine Anleitung zum Bau eines Antriebs. Dem der 's einst begreift, wünsch' ich schon jetzt 'Guten Flug und Sichere Rückkehr ins
Himmel-Wasser-Blaue'

Glühwürmchen

Du bist nicht 'bloß'
dies 'kleine Licht' - bist
einzigartig - was auch Liebe ist
und immer unendlich groß.

PADME - LEBEN - SINN

OM
MANI/PADME
HUM
muss verkehrt he-r-UM
gelesen werden, Herr UM
Auf den Tafeln des Herrn
stand nur das Alphabet
genauer nur: OM zeugt HUM
daraus wird nun:
HUM kommt aus OM
OM hat beides
O den Klang
M den Verschluss
Gott lügt uns an:
"UM war mein Name
UM der Anfang
UM war mein Sinn"
wahr doch ist darin:
UM war der Buchstabe
der Buchstaben
und heißt nicht
'Hört!', sondern
'Schaut!' Gottes Wort
OM wurde eingeatmet
UM wieder ausgespien
OM war das 'hört'
HUM war nur 'schaut'
'schaut auf die Zeichen'
'Seht':
Aus Gottes Mund - fallen wie Klänge
nur Körner vom Himmel als Manna und
Gottes Stimme kann Mann/UM essen
Aus Gottes Taschen fallen die Löcher
die ersten Zeichen der Großen Schrift
Sinn daraus macht um-gemünzter
Klang-Sinn:

„Om ist der Laut
Hum der Schlag, dam
Om damaru
Hum: Stock und Hand
nur dazu
Mani bin ich
OM -- Padme bist Du -- HUM
Padme das Blatt
Ich Strich und Ruh'
Ich toter Stein
HUM
ohne die Liebe dazu
OM
OM nimm mich auf
UM tritt lebendig
aus ihr heraus
Padme - Erglühn
Mani - bin Dein
Schmetterlings-Blumen-Verblüh'n"

OM
OM ist so, wie es erklingen muss, ein ganz leicht allgemein und überall jedem Menschen verständlicher Laut. Er ist nicht Inhalt eines geheimnisvollen Geschwafels. Er wird auf keinen Fall wie die ersten zwei Buchstaben von Oma oder von 'O mein Gott'  ausgesprochen. Dann wäre es für die meisten, wahrscheinlich für alle Menschen ja nur eine beliebige und sinnlose Buchstabenkombination. Das ist es nicht. Es wird  g a r  nicht ausgesprochen. Es ist nicht Sprache, nicht besondere Sprache. Es muss nicht übersetzt werden. Es ist nicht laut. Es ist ein besonderer Laut. Es ist ein ungewöhnlich menschlicher Laut. Es ist der Laut des Erschreckens, eines plötzlichen wortlosen Staunens gegenüber einem ganz ohne Vorzeichen, wie unerwartet aus dem Nichts vor die Sinne hingestellten hingefallenen unheimlichen Wesen, das mit seiner eigenen bewussten Wahrnehmung meiner voraus zu sein scheint und dadurch mein Bewußtsein auch kurz vereinnahmen kann. Es überrascht mich. Ich überlass mich ihm. Ich bin dieses andere Bewusstsein. Es, das OM, wird nicht herausgehustet. Es nimmt die Luft nach innen mit. Der Ton tritt gegen den Luftstrom an. Es signalisiert Sprachlosigkeit, es ist, wenn es absichtlich und konzentriert angewendet wird, der Rückzug aus dem Sprachraum, und damit der Rückzug aus dem bewussten Sein des Ich, wird bewusstes Anders-Sein und das Loslassen der alltäglichen Wirklichkeit. Es verschließt auch mit dem M am Ende die Lippen, das Sprachorgan selbst. Es ist das überraschte Subjekt, das vom Andern aus, der man im Schrecken wird, überwunden werden kann, es ist der Beginn der Selbstüberwindung. Es bereitet vor auf eine neue innere Kraft. Es ist ein großer Sinn- und Sinne-Knoten.

Diesen Knoten aufnehmen und lösen, die Sinne dabei zusammenhalten und in Einem neu ausrichten kann nur jemand in einem Zustand absoluten Gelöst- und Glücklich-Seins, in bedingungsloser Hingabe, selbstloser Liebe, die nicht auf Lohn aus ist und auf Erfüllung im Materiellen und zu materiellen Dingen hingerichtet, die nicht und Nichts fordert, sondern nur gibt, nicht verifizierbar, bewiesen sein muss, eine wunderbare Illusion, der vertraut wird, ein Traum, der jede Wirklichkeit überholt, dies ist das
MANI-PADME
ein Gefühl von Hülle, und von Kern zugleich, das Sandkorn auf einer Daumenkuppe, hingehalten dem Zeigefinger, der schwebende Stein vor der Hand, die Erde, die Sonne, der Mond, eine Körperlichkeit, die jenseits jeden Sinneseindrucks ist. MANI ist eine Kraft, die diese Bewegung aufnimmt und verstärkt, die das OM hält und zu sich hinzieht. Es ist der Verweis auf die Sinne selbst, jenseits des von ihnen, den Sinnen sonst nur so einfach Wahrgenommenen. Mit dem OM begann die Versenkung des Ich. MANI war dann ein Punkt, in der Bewegung ein dünner Strich, der nach einem Rückzug der Sinne in OM aus der Welt, sie nach innen umwendet und vereint zu einem einzigen Sinn, dem neuen Sinn der Körpers, zu einem einzigen Objekt unbestimmbarer Größe, das in einem und außer einem sein kann und das Bewußtsein ganz ein- und aufnehmen kann: Padme, die Hülle, es ist der eine letzte Sinn und die gemeinsame Kraft aller Sinne. Es ist Stillstand der Zeit, absolut leere Hülle im Raum. Padme, mein Herz, mein Sein und mein Sinn.

Hum ist zweierlei: es ist Aufgabe des Bewusstseins, aber auch fassbarer Begriff des Selbsts im Sein. Es ist Verlust der Selbstkontrolle wie Befreiung der Seele vom Zwang des Sinns, tiefe Trance, unbewusster Trauergesang, Vergehen des Ich, aber auch Opfer des Selbst, es ist die Hingabe des Geistes ans Nichts, der Untergang von Wort und Sinn, aber auch das Erscheinen des Geists in der Welt. Hum ist ein altes Wort für Schrift.
HUM ist der Stein, auf dem die Runen ruh'n.
HUM is das Zeichen der Stille im Nun.
HUM

Montag, 26. November 2012

23-skidoo


Ich hab noch nie im Leben einen Lottoschein ausgefüllt oder mir ein Los gekauft. Jedoch hab ich in der vergangenen Woche - mich hat ohne Zweifel der Teufel geritten, als ich mal grad sehr müde und gedankenlos war und von was weiß ich denn so sehr entgeistert - jemandem ein paar Zahlenreihen mitgegeben, für einen Tip beim Samstagslotto. Ich hab es schon Samstag mittag bereut und mir gedacht: eigentlich wünsch' ich mir auf gar keinen Fall einen Gewinn. Ich unterwerfe mich mit der Hoffnung darauf doch schon blind dieser Scheinrealität der Waren um mich. Ich schmeiß' doch damit jedes echte mir gehörende Gefühl, jede Intuition, jeden Spaß am Widerstreit der Dinge auf den Misthaufen der seelenlosen geldwerten Warenwelt. Ich wär mit einem großen Gewinn doch gleich sowas von wirklich, dass mich der Schlag treffen würde. Ich bin nicht real, ich bin nicht Realist, bin zu sehr Träumer, als dass ein echter Gewinne für mich was wär'. Ich hab noch richtige Träume. Gewonnene Träume und käufliche Träume sind verlorene, das sind keine Träume, das ist die harte tote verrottete faule Realität. Da wird der Körper und sein Kopf zugeschüttet mit Staub und Stein und anschließend gewaschen mit Jauche. Wenn man das Glück der Liebe im Spiel oder sonstwie kaufen könnte und müsste, wären 99,99 % der Menschen auf der Erde für immer ohne Liebe. Und der Rest hätte eine für die Vitrine. Auf der Suche nach dem materiellen Glück, dem Glück im Spiel, verliert man sofort jedes bisschen kreativen Anflug auf Ideen, deckt sich zu mit einem Mantel erdachter wohliger Bequemlichkeit und Dummheit und ist immer im freien faulen Fall ins Nichts. Gott und den Teufel freut's, sie spielen sich gerne Spieler zu. Aus den Märchen weiß man, dass auch Weiterschenken bei einem falschen Glück nicht hilft. Alles steuert auf das Verderben hin. Nichts kann es aufhalten. Ich hab am Samstag aber Glück gehabt. Naja, es war ein kleines Glück bei hoher Wahrscheinlichkeit des Eintreffens. Nur eine einzige Zahl war richtig: die 23. Soviel Glück kann man sich gerade noch gönnen. '23-skidoo'. Ich nehm' das jetzt als Zeichen, hat mir die Zukunft geschickt. Von der Sache nehm' ich so schnell es geht nun Abstand für immer. Zur Hölle mit jedem Glücksspiel und mit allen, die daran verdienen und allen anderen, die fast jedes mal und ohne Ende und oft alles im Leben verlieren.


Nachtrag: es ist doch klar, dass der Teufel seinen schlimmsten Feinden auf Erden unter den Menschen oftmals die größten Gewinne beschert. Man muss daher Gewinne - vor allem die großen - gegen das Böse und seine Absichten wieder ausgießen, ganz weit und gleichmäßig: dann wird es zu einem Niederschlag für den Teufel und Gott im negativen sowie zu einem im positiven Sinn für Menschen, und er fällt wie Regen auf einen möglicherweise fruchtbaren Teil der Welt.

Mein Augen-Sternen-Loch


Mir ist soeben eingefallen, warum ich als nun alte Menschen-Haut, nur mehr sehr schwer ins Schweben, Fliegen komm, in tiefe Trance-Hinwendung von Körper/Geist zur Seele, also dem Großen Selbst, dem Sprachselbst des Menschen mich begeben kann. Ich hab bislang tatsächlich nicht erfasst, was früher neben dem Bild vom Großen, Kleinen und dem ruhigem Liegen auf dem Weg zum angepeilten Gefühl großer Körperlichkeit noch eine Grundbedingung des Sich-Erweiterns, Sinnen-Flugs war, vielleicht sogar die wichtigste: Liebe und Euphorie. Es überkommt die jungen Menschen wohl sehr leicht. Wenn man nicht schon in Glück schwebt und in satter Zufriedenheit, dann kann man nicht hinüberfliegen in einen Bereich, der jenseits noch des schönsten Traums gelegen ist. Ist jetzt wohl wie in einem banalen Traum der Nacht: ich steh am Flughafen und warte, will auch weg, hab aber noch nicht die Energie, also die Reiselust dazu, und auch das Ticket ist nicht da. Ich mache mir darüber meine Gedanken, da ich vor Kurzem noch einmal diese Erfahrung des Gefühls - nicht die einer Vergegenwärtigung des Wissens im Gedächtnis, das einem danach bleibt für immer - haben durfte und das dabei in einem Ausmaß oder Grad wie nie zuvor da war - es blieb sogar dem aufrecht hingekauerten gelöst bewusst bewegten Körper für Stunden erhalten - und ich es jetzt einfach nicht mehr bekommen kann und das ihm zugehörige und ihm nachhängende Gefühl des Glücks nach wenigen Tagen zu schnell verblasst ist. Jetzt wurde mir erst klar, ich muss doch nur schauen, was vorher – also vor ein paar Tagen – neu und noch da war, unsichtbar – also vor dem göttlichen Gesang, der mich entführt hat dann und was mir fehlt jetzt. Es fehlt mir jetzt das Licht der großen unbedingten Liebe. Als Gefühl kann und darf sie echt und wirklich sein, wenn auch ihre Wahrheit zu bezweifeln ist. Das alles hab ich früher nicht gewusst. War mir nie klar. In den Trommeln, die mich dazu hinübergetragen haben, höre ich jetzt noch wieder und wieder einen Nachklang jener Flugbedingungen, der mich im Alltag fröhlich stimmt. Aber der reicht nicht für eine große neue Reise: es reicht auch nicht ein Klingelton als Trommeln und dazu das Vibrieren, das ein Anruf bescheren könnte. Die Seele tanzt nicht mehr, keine Musik, kein Summen kann sie bewegen und erheben. Alles umsonst. Eine Hoffnung bleibt, wenn ich mir in die Augen schau. Das rechte saugt sich Freude ins große Pupillen-Loch. Ich schau auch sehr genau in die Gesichter anderer. Eins kommt bestimmt einst noch, das Augen-Sternen-Loch, das mich wieder erhebt.

Sonntag, 25. November 2012

Körperlichkeit

Wie kann die Vorstellung von etwas Großem und sehr Mächtigem neben einem dazugestellten sehr Kleinen, strich- oder punktförmigen, eine Art Trance, ein Gefühl der Schwere und der zunehmenden Weite, Fülle des Köpers oder seiner Hülle, auslösen? Der Zustand Einstieg in einen Wach-Traum ist nicht Folge eines Traumas oder einer Verletzung der Psyche oder des Körpers. Die Psychoanalyse ist hier ganz entbehrlich. Es liegen dabei ja keine kleinen neurotischen Körper-Symptome vor und auch keine allgemeine Schwächung der Physis und des Geistes. Im Gegenteil, der Körper dazu ist außergewöhnlich gesund und geistig vollkommen normal, eingebunden und untergetaucht im allgemeinen Kommunikationsnetz von Sprache, Arbeit, Leben, wie der aller anderen auch. Es gibt also keine feststellbaren Behinderungen, die erklärt werden müssten. Allenfalls besteht da diese leicht auffällige Innerlichkeit oder Schüchternheit, oder eher innere Empfindlichkeit, das Leid am andern, die aber wohl Folge jener Möglichkeit der Ausdehnung des Körpers und Geistes auf Alles und Jeden sein kann und eine Reaktion darauf, die einfach nur zurückhält und zurück zwingt in den Körper und auf ein Selbst hin, weg von allen und allem. Man muss sich doch lediglich ein großes Objekt neben einem kleinen, verschwindend winzigen vorstellen und schon versinken die Sinne im Körper und er selbst verwandelt sich in ein großes Wahrnehmungsfeld, in gewisser Weise entsprechend einem Spiegel. 'Regression und Spiegelstadium' singen dazu die Analytiker. Blödsinn! Denn es gibt bei keinerlei Anzeichen von Paraphrenie (weder Verfolgungswahn, Persönlichkeitsverlust und -spaltung noch irgendwelche offensichtlich schizophrene Denk- und Wahrnehmungsstörungen) lediglich mit den Autisten verbindet einen etwas und eins, nämlich Verständnis und Sympathie. Die Körperlichkeit der Erfahrung der Außenwelt in der Trance lässt nicht in eine Welt der hübschen Märchen und grausamen Monster eintauchen, sondern erzeugt zum ungewöhnlichen Gefühl nur einen Zweifel an der Richtigkeit und Zuverlässigkeit von Wahrnehmung und Raum, Zeit, Kausalität. Man bleibt ja trotz dieses Heraus-Tretens aus sich bewusst in Körper und Welt weiterhin gefangen. Die Wahrnehmung aller Menschen erfolgt nach einer dazu gegebenen Vorstellung von der Rückseite des Spiegels her. Normalerweise stehen dabei Ich und selbst auf einer Seite bei der Spiegelung. Die allgemeine Körperlichkeit der Wahrnehmung in der Trance lässt nun dem Empfinden nach auf der Rückseite des Spiegels ein erstarrtes Selbst zurück, ein Bild im Stein und entlässt das Ich frei in die Welt davor - räumlich, zeitlich - für einen neuen Begriff von ihr. Das kluge Tier als Vorstufe des Menschen steht immer nur v o r dem Spiegel und erkennt sich in dem Sinn, als es sich mit dem Spiegelbild als freundliche Einheit betrachtet. Tiere schauen sich daher nicht in die Augen, wie wir: real sind sie nie  e i n s . Hat einem schon jemals ein Tier zugezwinkert? Allenfalls im Traum. Der Mensch macht dann einen Sprung hinter den Spiegel, er erkennt sich daher auch nicht direkt im Spiegel, sondern sieht sich von dahinter, sieht also von der blinden Seite des Spiegels in der Realität davor. Das ist Bewußtsein. Das Tier hat ein großes Selbst der Vielen. Dem Menschen aber spaltet es sich hinter dem Spiegel auf in ein kleines selbst der vielen Kleinen und ein großes freies Ich. Ich denkt er und zieht ein Sein hinter sich her: ich denke also bin ich. Im Zustand der Trance gelingt es meiner Meinung nach dem - meinem - Ich, meine ich, die Spaltung von ich und selbst (bin) voranzutreiben und das kleine reale Selbst, das der Mensch in so viele Begriffe gepackt hat, noch stärker zu verkleinern bis zum kleinsten Knoten und zur Versteinerung, so dass nun das Ich es (Es) verlassen kann. Ich tritt erneut ein die alte Wirklichkeit und erkennt, dass die nie eine war. Darum führt auch diese Trance oder die Körperlichkeit der Wahrnehmung der Dinge und der Welt zu absolut neuen Erfahrungen und ist nicht, wie es dem Verstand lieber erscheint oder erschienen wäre, der im absolut nichtigen Bereich der Begriffe hinter dem Spiegel zuhause ist, eine Flucht vor den Dingen und aus der Welt. Der Mensch kann mit dem Verstand schon Raum und Zeit durchschreiten, einfach geistig, im Begriff. Die Körperlichkeit der Wahrnehmung der Welt in der Trance aber deutet meiner Meinung nach auch schon in der schwachen Ausprägung, die sich mir zeigt, mit der Erkenntnis eines ganz anderen Wesens der Dinge, also des Realen, und der Einsicht in eine ganz andere und mehr bildhafte und allgegenwärtige Wirk-lichkeit an, dass noch mehr möglich sein sollte, muss. Es ist vorstellbar, dass reine Denkvorgänge und deren bildhafte Gestalt, der von uns so genannten Realität nicht untergeordnet sind. Ich meine auch solche Erfahrungen gemacht, aber immer verworfen zu haben mit dem Mitmenschen, die dabei Zuschauer waren. Dieses Schreiben momentan basiert auf einem Kontakt, der zwar vom anderen auf der anderen Seite draußen negiert wird, auf meiner Seite aber mir durch einen nie zu erklärenden Energiegewinn und einen wunderbaren Zufalls-Sternen-Regen unwiderlegbar offenbar ist. Der andere und ich sind uns für eine Begegnung im sogenannten Realen vielleicht einfach zu ähnlich, gleich und gleich stößt sich nur in der ganz neuen Welt nicht ab, die ja auch räumliche Nähe nicht braucht, sondern zieht sich dort unter bestimmten Bedingungen vielleicht sogar sofort an. Komisch, dass ich vor kurzem erst jemandem erklärt hab, dass nur noch das Gleiche mich anzieht. Er hat widersprochen und für die sogenannte Realität, die mir schon lange eine unsinnige ist, ja recht.


Fortsetzung folgt vielleicht

Samstag, 24. November 2012

Inter-pretationen


Das Problem bei der Traumdeutung und jeder Interpretation eines Textes oder von Teilen davon ist das, dass die Sache und die Teile der Sache, die man betrachtet, immer jedes für sich gleich in etwa das Ganze enthält, auch wenn von jedem Punkt aus das Ganze etwas anders beleuchtet erscheint und anders aussieht. Also verliert man, wenn man sehr lange an einer Sache herumdeutet, erst den Bezug zum Ausgangspunkt, was die Überlegungen und Erklärungen sinnlos macht, weil man im Übergang zur unreflektierten Wiederholung des Ganzen ist, oder man kommt irgendwann einfach auch nur wieder zurück zum Anfang und hat auch darum im Ergebnis nichts erreicht, zumindest keinen Zugewinn an Sinn, höchstens einen Umweg zum Unsinn. Es ist wie mit einer Bewegung durch den Großen Raum an sich. Der Weltraum hat keine Mitte, bzw. ist jeder Punkt seine Mitte, und keine Reise führt zum Rand oder zu irgendeiner Grenze und neuen Wirklichkeit, innen und außen. Was hat dann aber eine Interpretation eines Textes oder Deutung eines Traumes für einen Sinn? Geht das denn? Ja. Vielleicht. Jeder Teil des Ganzen als Mitte ist auch ein Loch des Sinns, das der Deutung oder Erfüllung bedarf. Wir haben nicht die eine Seele, weil sonst eine Leere in und um uns wäre, sondern die Seele ist selbst die Leere, die für sich Erfüllung verlangt. Die Seele ist unser Sprachselbst - z. B. Und der Text und Traum erfordert in jedem Detail doch eine Interpretation. Was zusätzlich und unfassbar bleibt ist die Kraft des Ganzen, die alles bewegt oder belebt, es ist sicher etwas ausschließlich Positives, die Kraft des Wunsches, des Begehrens. Das Begehren selbst ist nicht zu erklären, sondern nur mythisch zu umschreiben. Und jede Öffnung des Sinns kann zur Großen Mitte eines wunderbaren Verständnisses einer mythischen Umschreibung werden, im Zentrum die Seele als Bedürfnis nach Sinn und um sie und es eine mythische Struktur, die die Bilder des Traums und der Wirklichkeit und der Texte ordnet und neu ordnet und neue Bilder formt. Die Deutung hat Sinn, wenn Sie uns nicht zu weit von den großen Löchern des Sinns wegführt und sie und uns selbst zur Mitte unseres eigenen Sinns bringt. Man braucht ein Auge für die großen Löcher des Sinns. Jeder hat dieses  e i n e  Auge. Der springt einem dann schon hinein und entgegen. Zum Glück muss man Mythen nicht neu erfinden, Es gibt schon so viele und uralte, die dem Begehren über die Öffnungen des Sinns nachspüren. Immer sind viele richtige Deutungen möglich. Aber der Mensch, der sich selber deutet  und  f ü r  andere, hält schon mal einiges zurück, weil er spürt, dass sich das nur schwer durch den Filter der Erwartungen und Seelen und Löcher Anderer pressen lässt. Das gilt insbesondere, wenn man eine Selbstdeutung auch den Mitgliedern des anderen Geschlechts oder anderer begehrter Subjekte/Mit-Subjekte überlassen muss. Ansonsten stimmt es, dass wenigstens keine Deutung Vorrang hat, und jede die andere auch nur verdrängt, wenn sie sich nicht mit ihr verdichtet. Man sollte/muss auch eine Deutung jederzeit widerrufen und sich dafür entschuldigen können. Was ich hiermit tue, falls ich je etwas gedeutet hab. Ich bin nicht der Herr irgendjemandes Begehrens, noch nicht einmal der Meister meines eigenen.

Freitag, 23. November 2012

Dahin

Es gibt Blumen, die sind
für die Welt viel zu schön,
und es tut gut, zu seh'n,
wie sie welkend vergeh'n.

Es gibt Menschen, die sind
für die Welt viel zu gut,
froh sind wir dann, wenn sie
sich ergeben der Wut.

Es gibt Träume, die sind
für uns so schnell verglüht,
sie zu leben gern man
sich vergebens bemüht.

Schnell sind Blumen verblüht
und die Träume verblasst
und kein Mensch je erfasst:
alles, was ist, entflieht.

Seelen-Reisen

Außerhalb und im Menschen entfaltet sich alles in einem anfänglichen Gegensatz (E-A), Schichten und Erweiterungen in Reihen (e-a, e'-a') und imaginären und realen Kernen als eingebildeten materiellen Ursachen und wahren realen Begriffen. Schichtung und Reihung benötigt einen großen Spiegel (E/A\e/a). Und also reist man in einer absoluten Körperlichkeit von sich ausgehend nach außen und durch Raum und Zeit. Dabei folgt man auch der Entfaltung der Schichten und Vermehrung der Bausteinchen der Welt durch die dafür erforderlichen zahllosen Wiedergeburten des Universums selbst. Es gibt also nicht nur ein Universum, aber es ist alles immer in einem einzigen enthalten. Darum gibt es auch keine Übergänge und Übergriffe, es ist nicht nur alles gleichzeitig da, sondern auch alles ineinander verwoben. Freundliche Wesen werden freundlichen Wesen begegnen. Es gibt immer nur ein Bild, das aber auch Tiefe hat, und es sind dem Menschen unbegreifliche Änderungen im Bild möglich. Er ist ja nur Teil davon. Nochmal: es ist nichts wirklich berechenbar. Eine Berechnung ist nur der Schein an Sinn, der dem Pinsel des Malers folgt. Man kann es, das ganze Bild, auch nur spüren, man muss dem Sinn des Seins durch eine Verdichtung der Sinne und eine dadurch erzeugte Öffnung des Körpers folgen. Das Selbst, also die Zusammenfassung der Sinne im Verstand ist eine Sackgasse, ein Verschluss. Die Seele dagegen ist ein Aufgehen von Sinn und Körper, sie fliegt nur durch einen offenen Körper in die Welt, zurück in ihre Welt.

Donnerstag, 22. November 2012

Maler und Bild

Wunschbilder

Das Bild muss den Maler begehren,
dann kann sich auch der Betrachter
nicht gegen die Wünsche wehren.

Das Bild ist ein Raum in Raum,
bewegt sich frei durch die Zeit,
gibt Ewigkeit der Lust im Schau'n.

Das Bild umarmt den, der schaut,
so der Maler im Bild ihn,
wenn er es mag und sich traut.

Von Kopf zu Kopf fliegt das Bild,
schließt Alle zusammen, so dass
Lust noch zur Wollust anschwillt.

Das Bild gibt dem Maler das Glück,
für das es gemacht und erworben,
dem Pinsel endlich die Farbe zurück.



Fragen und Antworten von mir für mich

Was will ich eigentlich?
Was sollte ich von einem Leser wollen? Nichts. Er geht mich überhaupt nichts an. Ich suche im Netz nichts. Ich suche nur Datenspeicher – mehr ist mein Blog nicht für mich – für einen Gedanken ab und zu, der mir für mich nötig scheint.
Was bin ich?
Ich muss mich ja nicht fragen,  w e r  ich bin. Auf die Frage wer bin ich, kommt doch immer nur die gleiche Antwort: irgendeiner, mit irgendwelchen Eigenschaften, Gesicht mit Nase, Körper mit T-shirt, Jeans usw. usw. Ich bin also nur ein etwas: unter allem, was einen Menschen ausmacht, bin ich wie andere auch wieder: eine reine Oberfläche. Wer?: ist also das Kleid – brauch ich nicht – und was?: ist meine Seele. Ich brauch meine Seele, andere halt mehr Ihr Gewand und Kleid als Halt.
Was hätte ich gern?
Was braucht eine leere Seele oder was braucht der Spiegel. Bestimmt niemanden besonderen, der sich in ihm spiegelt. Diese simple Wirklichkeit ist ihm egal. Alles vor dem Spiegel ist simpel. Darum kann das menschliche Gehirn auch damit rechnen. Rechnen ist oberflächliches Abarbeiten der Wirklichkeit. Der Spiegel aber will einen Spiegel, das ist sein großes Sehnen, endloses und langes und weites Widerspiegeln.
Bin ich ein Autist?
Nein. Vielleicht. Ich hab das Gefühl, das ich mit ihnen kommunizieren kann. Ich kann ihnen das  i c h sein. Ich kann ihr selbst in mich hereinnehmen. Sie verstärken mein Gefühl der Körperlichkeit der Erfahrung der Welt.
Woran leide ich?
Leide ich, weil ich um Hilfe schrei'? Nein, ich leide - weniger intensiv als andere Menschen – weil ich Schreie hör und anderer Schreie spür' und eine Vorstellung des Leids bekomme und ein Abbild davon auf mir produzieren muss, jedenfalls kann, wenn ich will. Ich leide also willentlich und schrei' die Schreie anderer aus mir heraus, vergleichbar ist das aber eher einem Gesang als einem schmerzvollen Gebrüll.
Wo bin ich?
Ich bin nicht in der Tiefe von irgendwas. Ich bin oberflächlich. Ich bin Oberfläche. Das Netz ist für mich wie perfekt gemacht, geschneidert und angepasst. Oberfläche kleidet mich optimal, wie meine ärmliche Kleidung. Oberfläche, meine Oberfläche, kann man zerlegen, zerreißen, neu verknüpfen. Nie ändert sie sich wirklich.
Lebe ich?
Ich esse, trinke, schlafe. Das braucht mein Körper. Der Rest ist weniger wichtig, aber auch da.
Was ist Lebensenergie?
Keine Ahnung. Niemand weiß das.
Gott?
Gibt es. Wird von vielen deutlich gesehen. Von den Kranken, den Verletzten, den Geschwächten, den Beleidigten, den Versehrten, von all denen, denen er von Körper und Seele was genommen oder nie gegeben hat. Er selbst ist ihre Krankheit. Er ist – und das sagen doch deutlich seine Knechte stets – das große Übel dieser Welt. Unser Übel-Ich.
Der Schöpfer:
Im Verhältnis zu ihm ist Gott klein. Denn der Schöpfer ist Alles. Er ist sozusagen der große Maler, der dieses Bild, das wir und alles sind, gemalt hat. Es gibt natürlich eine Beziehung von Gott und Schöpfer. Gott ist ein Fremdkörper in der Welt des Schöpfers. Der Schöpfer ist vergleichbar mit einem Spieler, der in seiner Spielfigur (Avatar oder auch Packman) sich von Gott und seinen Gespenstern verfolgen lässt. Gott ist im Spiel, der Schöpfer draußen, beziehungsweise – eben der Schöpfer des Spiels.
Was ist der Mensch für den Gott?
Für Gott ist der Mensch nur ein dreckiges, primitives, widerliches Werkzeug. Und er ist Nahrung für ihn. Er liebt es, wenn sie sich vermehren und er frisst sie gern in Massen – auch seine willigsten Diener und vor alle sie. Ihre Euphorie macht sie anscheinend besonders schmackhaft.
Was ist der Mensch für den Schöpfer?
Der Mensch ist dem Schöpfer ein Versteck, durch das er huscht in der Welt. Dem Menschen vergleichbare Wesen sind auf das ganze Universum verteilt. Der Mensch ist nicht einzigartig – er kann nur nicht weit genug über die blaue Kugel hinausschauen. Mehr ist vom Schöpfer für mich nicht zu erkennen, als dieses Durchhuschen. Noch nicht mal einen Schatten zieht er nach sich.
Was ist der Sinn des Lebens?
Die Frage hab ich jetzt nur hingeschrieben, weil ich mal eine Pause brauch' und Lachen sehr entspannt? Diese Frage ist die absolute und die absolut lächerlichste. Jede beliebige Antwort ist eine Antwort darauf. Eine Frage ist halt manchmal eine Antwort auf – ein Fragezeichen.
Was ist das Leben?
Schon wieder die Frage. Das Leben ist. Die Schöpfung ist. Ich esse, also leb ich. Leben ist leider so wenig erklärbar, wie die Schöpfung.
Was ist die Seele?
Die Seele ist am ehesten unser Sprachselbst. Durch es und mit ihm tritt der Schöpfer in uns ein, ohne jede für uns begreifbare Dauer, zu kurz um es mit irgendeiner Uhr messen zu können. Er fällt mit uns als Körnchen nur durch eine Sanduhr. Es oder er oder was auch immer ist dann die unfassbare Kreativität. Alles, was beseelt ist im Universum, ist kreativ.
Was ist das Selbst?
Ein toter Stein vor dem Spiegel. Besitz. Reichtum. Macht. Schwachsinn halt. Das Selbst erkennt sich nicht im Spiegel, es staunt nicht über sich, es richtet bloß, und richtet sich zurecht. Jeder ist auch Stein, tot, und darf auch mal in sich versinken – und wird es irgendwann für immer tun. Übrigens: der Autist versinkt nicht im Spiegel, er schaut gar nicht rein, er ist ja Spiegel, das wär' ihm wohl etwas zu viel.
Gibt es ein Jenseits?
Ganz sicher. Aber nicht für uns. Wir sind nur Pinselstrich. Aber, da der Schöpfer uns berührt hat und wieder berührt, geht etwas, das auch uns zu gehören scheint, mit ihm und bleibt. Dass es und er bleibt, ist das Maximum, was wir vom Jenseits erkennen können. Der Körper vergeht, die Erinnerungen vergehen, das Gesicht vergeht, das zufällig Gute vergeht, das zufällig Schlechte vergeht. Nur er bleibt – wahrscheinlich.
Gibt es die Liebe?
Ja - hat auch schon einer gesagt, von dem keiner etwas weiß. Er hat es nämlich nicht aufgeschrieben. Die Liebe gibt es nur vielleicht. Zwei müssen es bedingungslos wollen und halten. Wo gibt’s denn sowas. Manchmal seh' ich die zwei. Es sind immer alte Menschen, die sich an der Hand halten. Ich hab dann den Verdacht, dass das zwei Autisten sind. Manchmal sind es auch zwei Kinder. Ich weiß es halt nicht. Muss hier ein großes Fragezeichen hinhängen.

Ich
möchte keinen verletzen
möchte niemandem etwas sagen
möchte keine, keine Antwort – alles ist Antwort


Natürlich möchte ich Antworten.

Ich bin kein Ungeheuer, weil es keine gibt – wenn man das oben als Gott beschriebene meidet. Nur jener Gott ist verantwortlich für das Gute und Böse. Und er wird umso schwächer und kleiner, je mehr man ihn ignoriert. Er muss also nur vergessen werden? Vielleicht. Mein Hoffen.

Ich in mir möchte: gelegentlich mal einen anderen Menschen mit den Fingerspitzen berühren dürfen, am liebsten einen Autisten. Ich bin ein Mann. Einen weiblichen Autisten, der auch noch ich und bin sagen kann, hab ich noch nicht kennengelernt. Andere Menschen berühr ich natürlich täglich. Ich kann auch normal reden.

Beinah hätt' ich was vergessen:
Es regnet manchmal Zufälle, sie fliegen durch Nacht und Raum und die Luft wie tausend Leuchtwürmchen, ein Lichtlein-Gestöber. Die kommen vom Schöpfer, 's sind gleichsam die Pinselspritzer, die 's beim Malen halt mal gibt. Im Bild, in dem wir nun mal sind, gibt es halt nicht wirklich Zeit und Raum. Wir verstehen es bloß nicht. Aber auf die Zeichen sollten wir schau'n. Es sind keine göttlichen Schwachsinns-Wunder. Es ist der einzige wahre Reichtum, den es für mich gibt, und er ist flüchtig und doch immer da. Es tut nur gut. ER ist nicht das blaue Wunder.

Zeichen kommen und gehen: sie sind immer da, wie zum Beispiel die Blumen, auf die wir jetzt schon zulaufen im nächsten Frühjahr. Sie warten schon. Sie warten auf Dich. Die schönsten von Ihnen sind dann Zeichen. Eins ist auch für mich. Aber eigentlich bedeutet es nichts.

Nochwas: Was wünsch ich mir?
Von den meisten Menschen nur eins:
ein freundliches
"war nett mit Dir,
aber jetzt geh, Adieu!"
Menschen strengen mich oft sehr an. Ich ermüde dann. Der Autist bricht sich Bahn.

Nochwas: natürlich gibt es noch mehr Wünsche. Die heb' ich mir auf für einen besonderen Feiertag, den ich mir vorher schenken muss, den ich erfinden muss. Und wofür ich immer dankbar bin: für Nachsicht und Hinweise auf Schreibfehler.

Dienstag, 20. November 2012

Vom Tier zum Ungetier

Wie ich gerade beim Blick ins Eck zwischen einem Regal und der Wand in meinem Zimmerloch feststellen durfte, schlafe ich mit einer großen feingliedrigen Spinne in unmittelbarer Nähe meines Kopfes. Ich bin ein Bodenschläfer. Ich habe eine Spinnenphobie. Ich bin todmüde. Wovon lebt die Spinne, wo ist sie hergekommen? Was ist, wenn ich schlafe? Ich würde gerne von ihr träumen. Irgendwann schau ich wieder nach ihr. Hoffentlich spinnt sie dann noch.

Noch nie hab ich ein richtiges und märchenhaftes Monster getroffen und noch nie den Teufel selbst. Die einen such ich stets, den andern ruf ich immer wieder. Vermutlich hatten die schon immer Angst vor mir: Grund 1 fürs Wegbleiben. Oder Grund 2: ich bin ein Lügner und ich bin es selbst,

das Böse, Schlechte,
unendlich Ungerechte.
Der Wahrheit kommt Grund 2
recht nah. Wie dem auch sei:

es ist für mich einer, der Aliens und selbstbewusste Krokodile in unserer Welt – oder auch hinter ihr - sieht, ein Brüller, bzw. könnte ich da vielleicht auch mal ganz herzlich lachen, lachen. Aber ich bin ein Lachen-Sparer.

Also ich lach nicht.
Ich fordere nur Belege, Beweise
und nicht bloß den Bericht
und eine reine Gedankenreise
hin zu geträumten Orten
in Bildern, Worten.

Im ernst nun: der Mensch (beginnend im Mutterleib bis hin zur Pubertät) entwickelt sich in Stufen und Sprüngen, und jeder Wechsel auf eine neue Stufe nimmt in veränderter und schön verdrehter, verschobener Form etwas von der alten mit. Die Idee von der Wiedergeburt ist auch nur ein Nachklang dieser Entwicklung und Erfahrungen. Die Neu- und Wiedergeburt lese ich übrigens in den meisten übergroßen Büchern dazu als ziemlich unpersönlich, unbestimmt, undefinierbar und für die meisten somit sehr uninteressant. Aber ich glaub schon mal an irgendwelche Wiedergeburten. Der Glaube lässt sich auch erweitern. Doch nie zur Überzeugung hin. Das wär' nicht meins.

Die Seelen, die da wandern oder
sich nach dem Tod ein einzig's Mal erheben,
sind bleich und eine ist der andern
völlig gleich, nicht groß, nicht klein,
nicht hart, nicht weich noch
dürfen sie und müssen sie auch sein,
nur einfach - ohne alles - ohne Leben:
wie ein Loch im Loch.

Man sieht, ich bin mit dem Nachdenken dazu noch nicht fertig. Weiter: nun stammt die absolute, nicht kontrollierbare Triebhaftigkeit des Menschen (und die gibt es beim Tier nicht - man würde damit sogar den Krokodilen unrecht tun) in gewisser Weise aus der Zeit vor der Geburt, ist also irgendwie der Zeit des Aufenthalts im Mutterleib zuzurechnen. Die Schwangerschaft ist nicht nur ein paar Monate über die Geburt des Kindes hinaus verlängert in einen sehr unfertigen und schutzbedürftigen Leib hinein, sondern auch an sich und erweitert in die andere Richtung und die Reife der Sinne deutlich hineingezogen in den kleinen Leib und der Mutter großen Bauch und glatt gespannter nackter Körperkugelhaut. Da steckt noch mehr drin, zu dem ich hier und jetzt nichts sage. [Ganz bestimmt sind keine Krokodile drin, denn die gehören nicht zu unser'n Vorfahr'n] Irgendwie bleibt uns eine daraus sich ergebende absolute Geborgenheit und Zufriedenheit und Freiheit nach den weiteren Sprüngen im Leben als absolute Zwanghaftigkeit und unersättliches unkontrollierbares Verlangen erhalten.

Man unterscheide - vielleicht:

Ist der Mensch eine Frühgeburt, dann verstärkt sich das Verlangen, es erhöht sich selbst zur göttlichen Bestimmung und – er, der Mensch, betritt mal gern erhöht die Bühne der Gewissenlosigkeit, der Schamlosigkeit und Überheblichkeit im dazu passenden gewaltigen Gewand und - Verbrechen. Je schlimmer der Teufel, desto größer der Prunk, scheint mir. Naja, nicht jeder auf der Bühne ist ein Krimineller. Aber von vielen weiß man die Untaten des Größenwahns auch nicht. Die Kollegen in der Branche wissen 's oft.

Ist der Mensch eine Spätgeburt, und war also dem Leib der Mutter viel zu lang verbunden, so leidet er mal gern am Trieb, verkleinert und untersucht ihn

und erkennt ihn scheinbar irgendwie
und legt ihn ab in einer mehr oder auch weniger
hübschen und/oder widerlichen Prophetie.

Einschub und Ergänzung: hierhin zur Spätgeburt gehört auch jeder Analytiker, Gedankenleser, Autist, der Dichter, der Projektionsfläche nur ist, nichts eigenes besitzt und haben will, ganz Oberfläche sein muss, die sich ihm hilflos weitet, und der sich sehnt nach Sinn, nach Wünschen und Gedanken, die nie so ganz allein aus ihm selbst kommen können. Er hat die alte Hülle mitgenommen und hätte so gerne einen Kern. Er hätt' ihn auch unmenschlich gern. Er ist es oft nur selber und leidet d'ran. Er verliert sich ganz im Nichts und er hat dazu - Platz-Angst, Angst mit und ohne Platz und Angst vor 'm Platzen.

Das alles ist dem Bewusstsein wie so vieles, das der Mensch auf seinem Weg von einer ersten fremden Ejakulation zur eignen ersten zurücklässt und überwindet, verborgen, dunkel.

Und Frau? Wie immer:
"Wir nehmen das nicht so genau
Der Leib von Weib zu Weib ist eins
Er hat die Fehler nicht,
von denen man(n) hier spricht."

Oh wie so schön, dass Frau vom Mann dann doch noch eine Seele kriegt geschenkt, versteckt, an eine Rippe hingehängt zum Beispiel oder auch in Gestalt eines von ihm - dem Männchen - mit Nachsicht und in Gnade erlaubten,


von Liebe überschwemmten Kopfgefühls
als simpels Beiwerk männlichen Kalküls.
Und also ist mein Reden rätselhaft und dicht?
Was hilft so schwer den Dingen nur heraus ans Licht?
Und zieht es aus dem Dunkel?
Die Liebe ist es, Wissen leider nicht.

Und jetzt zu den Reps und Kopros oder Krokos. Der Prediger der Reps ist deutlich schwanger. Das ist gut sichtbar und - eine Metapher. Zum Frühgeborenen gehört nun mal gelegentlich die Fresssucht und diese setzt ein Zeichen, riesig und weich ist es und fett, ganz ohnegleichen. Schwanger mit einem Krokodil heißt nun, dass er zu diesem großen Zwang und stark geweitetem Verlangen mit bewusstem Willen, Tun (und natürlich falschem beschönigendem Begriff und Selbstverstand) steht, und es bedeutet, dass er gefährlich ist. Und er ist sehr gefährlich. Wie jeder Prediger mal seine blöden Schäfchen, die schwachen Kindchen, und jeden, der sich eine Blöße gibt, weil er 's so liebt,  mit sich ins Bettchen nimmt. Für manchen der Kleinen wird’s das Sterbebett, und nichts sonst an sich sonst ist ja unser Bett, ich meide es [unsere Kreuzschmerzen zeugen davon, dass man damit zur Hölle fahren kann, denkt hier der Bodenschläfer] Und jeder im Auditorium tut ja nichts anderes, als sich vor ihm – dem ach so Weisen - zu entblößen und entblöden. Und nur darum hat er sich auf die Bühne begöben. Er, der große Prediger, ist das einzige existierende reptiloide Wesen und er hat seine Opfer - hinter der Bühne. Ich hört' ihn kreißen.

Nochmal: der Prediger der Reps ist also deutlich schwanger. Das ist also nun mehr als nur eine Metapher. Der Mann hat einen deutlich sichtbar gewölbten Bauch. Und darin befindet sich entweder ein Mensch, den er mal eben vor dem Auftritt auf die Bühne hat verspeist, oder - und das ist meins - ein Krokodil. Und wenn 's ein Krokodil ist, dann hat er 's aber nicht gefressen,

sondern es hat den Hintereingang genommen und ist
gegen den Gang der Natur zu ihm gekommen.

Freilich gibt es noch viele andere Monster unter den Menschen. Es gibt so viele verschiedene Monsterwesen wie es gefährliche Menschen, genauer: Männer in diesem Sinne gibt. Im Mutterleib warten viele Geheimnisse - dieser Männer.

Noch was zu schon recht alten und jungen Krokodilen und zum DMT: nachdem es im Buch dazu an Rickschlüssen mangelt. Einer der Probanten wurde während seines Trips von schwulen Krokodilen vergewaltigt (steht so im Zauber-Buch über die Wunderdroge). Er war erschüttert  – und nicht nur er, der Meister auch - und fürderhin  - wurde er ausgeschlossen vom Projekt. Zurecht, denn der eine, der Prediger, brauchte nicht n o c h  einen Verrickten. Wär' ich ein Heger, würd ich mir Sorgen machen und würd' als Jäger mich kümmern – es wären meine Sachen - , bevor dem jungen Aufsehen-Erreger des Labors die Welt in Trümmern fällt. Gab es denn für den armen Jungen - Teufel - keinen Therapeuten? Sie haben ihn so einfach weggeschickt, und sind die Verantwortung bis heut nicht los. Wer weiß, vielleicht hat er euch eine Spur gelegt.

Nochmals zur Körperlichkeit, die so gewaltig sein kann: sie gehört wie die Mütterlichkeit zur Spätgeburt. Der Mensch erinnert sich natürlich selbst nicht dran, aber die Eltern: die Mutter an die Schmerzen der Geburt des Riesen und alle an die schnelle Reifung, zu schnell, zu klug war's für ein Kind und dann plötzlich verstummt, versagt. So geht’s gelegentlich, also sprach der Autist.

Noch mal zu den Frauen: es gibt die Opfer bei dem Spiel, die Kindlichen, die Brechsüchtigen, die gebrochen sein wollen und es gibt die Vollen, die Mütterlichen, die von Natur aus erdig sind, mit Erde behaftet, der Erde verhaftet. Die einen unterwerfen sich dem Krokodil im Manne, die andern unterschätzen es und ihn, wenn er und es sich fröhlich in ihren feuchten und erdreichen Suhlen wälzt.

Doch wehe wenn es fertig und befriedigt ist,
weil es dann hungrig seine Liebsten frisst.

Kurzfassung für die Berufs-Verwaltung des Ungeists: Entwicklungsverzögerung und -verlängerung und Spätgeburt und Frühgeburt, also vorzeitige Reifung der Sinne, Vorzeitigkeit der menschlichen Geburt.

Montag, 19. November 2012

Kleines Lied


Leid für zwei

Der Schmerz des Kopfes will zeit'ger Ernte Frische für sich,
der Schmerz des Rückens unbeschwerten Liegens Ruh.
Die tiefe Sehnsucht will lichte Wirklichkeit für Dich
und alles, was Du sagst, als wahr für sich dazu.
Der Schmerz der Seele will endlos' schwebend Sein im Sinn,
der Schmerz im Herzen schlichter Liebe Zweisamkeit darin.
Verzweiflung sucht am Nichts und tausend Zufällen vorbei,
fragt nach dem kleinen Paradies, grad groß genug - für zwei.