Freitag, 30. November 2012

Einseitige Liebe

Große Liebe

Du bist so wunder-, wunderbar.
Warum verbirgst Du unter 'm Haar
die Stirn, die Augen, Dein Gesicht?
Warum siehst Du im Spiegel nicht,
so nah durch Glas und Silber, mich
und Dich, wie dicht Du bist in mir?

Warum merkst Du nicht, wie ich Dich
seh', was sich regt in mir, ich Dir
ergeben bin, ich dich begehr',
und mich schmerzlich nach Dir verzehr',
wie ich zum Körper hin winde
den Kopf, unaufhörlich schwinde.

Die allerschönste Frau bist Du,
licht-hell und klug-bedacht dazu,
keine noch, in tausend Jahren
ist mir das nicht widerfahren,
hat mein Herz sich eingefangen,
ist gleich Dir mir nah gegangen.

An Dir werd' ich mich nie satt seh'n
immer nur bist du schön, nur schön.
Ich küss Dich, bist du krank und wund,
brennst Du, lieb ich Dich gesund,
stirbst Du, dann gehst Du nicht allein,
denn ohne Dich kann ich nicht sein.






Nachsatz: meine Seele dichtet, kramt im Kopf des Körpers nach Worten und muss sich von dem Körper, in dem sie sucht, regelmäßig sagen lassen: 'na ja, geht schon', als ob der Mangel Schuld der Seele wär. Was soll die Seele bloß anfangen mit einem Körper, der aus der Wildnis kommt und immer mit seelenlosen Tieren lieber Umgang hatte als mit Menschen und anderen Seelen.