Ringen
eines Ich mit einem Selbst (wobei das Ich, das gerne schreibt, gewisse
Vorteile hat gegenüber dem Selbst, das spricht und deshalb hier
zwar auch direkt zu Wort kommt, aber der Aufrichtigkeit seines Ich als des Schreibers in der Darstellung vertrauen muss)
Ich ist A, vor langer Zeit nämlich aus dem Dunkeln ins Licht heraus getreten und ein Anderer geworden, Repräsentant des Sinns, Erleuchteter nach eigener Wahrnehmung und nach fremder: eine wenig Wetterleuchten mit undeutlichem Gerumpel.
Selbst ist E und im Finstern und auch Selbst geblieben. Man findet es aber überall, im Zuschauerraum, im Haus, unter einem Schleier, vor dem Fernseher, im www.
Ich ist A, vor langer Zeit nämlich aus dem Dunkeln ins Licht heraus getreten und ein Anderer geworden, Repräsentant des Sinns, Erleuchteter nach eigener Wahrnehmung und nach fremder: eine wenig Wetterleuchten mit undeutlichem Gerumpel.
Selbst ist E und im Finstern und auch Selbst geblieben. Man findet es aber überall, im Zuschauerraum, im Haus, unter einem Schleier, vor dem Fernseher, im www.
E redet also aus der Erinnerung des A und als Stimme aus dem Schatten, dem Nichts, dem Verborgenen heraus, mit vielen Stimmen auch wie wogendes Flüstern und Brausen.
E: "Ich brauche die einfache Klarheit lebendigen Seins!"
E: "Ich brauche die einfache Klarheit lebendigen Seins!"
A: "Ich aber verlange Zeichen – Ich produziere sie - Ich sehe einen Zoo von Zeichen – Ich schicke mir eine 200 – Ist traumhaft einfach und so greifbar und unangreifbar sinnvoll, ich beleg damit z. B. ein Autokennzeichen, oder irgendwas, irgendwo wartet die Zahl und kommt auf mich zu, ich muss nur 8 geben - dann ist es da, das Zeichen und jetzt muss ich es nur noch deuten - 2x00 – streich die zwei und mach 00 - zwei mal Null – da bin ich NN - Jetzt bin ich auch da - Ganz klar ist mir auch nicht, wieso ich dafür die Suche nach Zeichen, Mathematik und auch noch Deutung gebraucht hab. Das Sein will halt Rätsel. Ich schließe nun aus meinem Dasein, dass durch einen Zufall bewiesen ist, auf meinen Sinn und den Beleg einer unvermittelten und uneingeschränkten Selbstkontrolle.
E: "Die Erklärung zum Zeichen macht für mich die Sache weniger deutlich, obwohl alles aus deiner Sicht wohl ziemlich einfach ist. Aber du machst das Rätsel zur Erklärung, den Sinn zum Sein und dich zum Selbst."
A: "Ich sehe schon, ich muss noch deutlicher werden: ich bin NN und definiere mich doch nicht durch einen Kreisschluss, sondern durch einen Mehrwert von Assoziationen. NN ist nicht NormalNull und nur spiegelnde Oberfläche bei der Betrachtung der ruhigen See vom Ufer aus. Es ist nur der Nullpunkt eines Anfangs und Ausgangspunkt endloser Erweiterungen durch sinnvolle Zufälle. NN
ist auch nicht 'non nominandum', noch nicht Benanntes – ich bin schon benannt, ich bin ich, hab
einen Namen, bin im Namen des Vaters.
E: "Überzeugend
ist das nicht, gib es zu. Du bist spiegelnde Oberfläche, Autist, NormalNull, absolute Oberfläche, ausgesperrt hin zu den Zeichen, nicht eingesperrt im Selbst und zum Selbst. NN ist ganz Anderer und das ist die Wahrheit eines Autisten. Ohne mich bist Du nur Nichts, Staub im Wind, NN in diesem Sinn. Und Name ist auch nichts, Schall und Knall oder so ähnlich."
A: "Sogar die Wissenschaft und Mathematik und Logik widmet sich mir und glaubt an mich. Im binären Zahlensystem beginn alles mit einem NN – das sind aber nicht 2 einfache Nullen – sondern es sind zwei volle Körper – denn auch die Nullen müssen gelesen werden - einer liest, einer schreibt – ich lese Dich, ich schreibe Dich – immer ist einer geöffnet und sieht den anderen und liest ihn und spricht und der andere beschreibt ihn – so ist lesen und schreiben verknüpft – ich träume, ich lese deine Gedanken, du sprichst, ich schreibe – ich schreibe anders, als ich ohne Dich schreiben würde – aus dir redet es: 'seht mich' und jeder könnte es aufschreiben, der seinen eigenen Körper lesen, der seinen Geist öffnen kann.
E: "Jetzt sind wir uns ziemlich nah. Das war nun nur die Beschreibung eines Prozesses ohne Inhalt und Zeichen und Deutung und Umweg. Damit bist Du im Wahn auf die Wahrheit getreten."
A: "Die
Zeichen sagen mir: wir sind eins aus zwei, N-N, die Flügel eines
Schmetterlings und das Netz, in dem wir gefangen sind, ist unser
Spiegel, Bewusstsein und die unfassbare Kraft dahinter. Für den Z00 der Zeichen macht das N einen Kopfstand. Für
einen Schmetterling muss ich das zweite N spiegelverkehrt darstellen,
dann die zwei aneinanderhängen. Für
eine Sanduhrtrommel muss ich beide N, das eine und sein gespiegeltes
anderes aufeinanderlegen. Für
das Salomonssiegel und seine sechs Münzen, wenn einer mit mir noch weiter
spinnen möchte, genügt ein Ring aus drei Trommeln: Ich hab eben den Gral gefunden."
E: "Dam,
Dam, Dam … die Welt, von dir gezähmt, zerfällt - nämlich in
hirnloses Gegoogle, oder kannst Du einen realen Schatz vorweisen? Den heiligen Gral findest Du, indem Du dreimal an die Tür irgendeines Irrenhauses klopfst. Der wird dort bewacht und beschützt von Gespinst und Gespenstern im weißen Gewand."
A: "Du lebst doch auch in Welten aus Zeichen und das Bewusstsein erzeugt die
Zeichen. Was bedeutet ein verlorener Arm? Ich hab ihn geträumt: es ist eine
Bindungsmöglichkeit, eine Bindung ist auf die Hälfte reduziert, ist jetzt erst
eine Möglichkeit, der Einarmige ist das Glück beider. Einer muss also einen Arm opfern. Ich spinn nicht:
das ist doch bloß das Ergebnis eines realen Ereignisses: eine Bindung, ein verlorener Arm ist
eine manifeste Bindung."
E: "Interessante Nach-Traum-Phantasie. Die Deutung schafft nicht wirklich Sinn. Ich korrigiere: wenn ich zu dem seltsamen Traum überhaupt etwas sagen soll, dann folgendes: ich bin dein selbst, ohne mich bist du nicht, ich halte dir den Spiegel hin und d u opferst einen Arm. Der Arm ist unser gemeinsames Zeichen, er/es ist wirklich, wie du sagst, deine Unversehrtheit und Körpersymmetrie aber ist imaginär, doch immer noch da. Bewusstsein erzeugt
Zeichen, ja, aber nicht aus dem Nichts ein fertiges System. Darum ist
viel eher wahr, dass Zeichen Bewusstsein erzeugen. Ich bin nur der Kern eines jeden Zeichens. Und einen wirklich Einarmigen zu deinem Traum kann ich nirgends entdecken."
A: "Ich geb auf. Gerne wäre ich noch bis ins Kleinste gegangen beim Spinnen, mit einem abgerissen Arm bis zum Spin und der Quantenmechanik. Quanten-Mechanik passt als Ausdruck zur unvollkommenen mathematischen Annäherung an die lebendige Wirklichkeit, es ist auch die Einsicht, dass Erkenntnis bildhaft ist und sich in der Bewegung zersetzt, dass ein verlorener Arm ein Erkenntnisgewinn ist, dass man den verlorenen Arm im Spiegel wiederfinden kann. Im Spiegel erzeugt die linke wieder die rechte Hand. Ich hätte mir gerne den Arm zurückgeholt. Du hast meine Ausführungen nicht gewollt."
A: "Ich geb auf. Gerne wäre ich noch bis ins Kleinste gegangen beim Spinnen, mit einem abgerissen Arm bis zum Spin und der Quantenmechanik. Quanten-Mechanik passt als Ausdruck zur unvollkommenen mathematischen Annäherung an die lebendige Wirklichkeit, es ist auch die Einsicht, dass Erkenntnis bildhaft ist und sich in der Bewegung zersetzt, dass ein verlorener Arm ein Erkenntnisgewinn ist, dass man den verlorenen Arm im Spiegel wiederfinden kann. Im Spiegel erzeugt die linke wieder die rechte Hand. Ich hätte mir gerne den Arm zurückgeholt. Du hast meine Ausführungen nicht gewollt."
E: "Alles Theorie und manchmal auch Experiment im Labor und draußen nur hell-strahlende Wirklichkeit und müdes krankes Fleisch. Wenn 's wenigstens zu einem kleinen fliegenden Teppich gereicht hätte, oder zu einem kleinen Zeitsprung wegen meiner toten Katze oder ein bisschen sauberer Energie. So bleibt es leere Gedankenakrobatik."
A: "jetzt hab ich nur noch ein Gedicht für uns, fällt mir ein, weil es grad Mittag ist und ich es halt kenne, meine letzte Assoziation und Hoffnung:
Hier
sass ich, wartend, wartend, – doch auf Nichts,
Jenseits von Gut und Böse, bald des Lichts
Geniessend, bald des Schattens, ganz nur Spiel,
Ganz See, ganz Mittag, ganz Zeit ohne Ziel.
Jenseits von Gut und Böse, bald des Lichts
Geniessend, bald des Schattens, ganz nur Spiel,
Ganz See, ganz Mittag, ganz Zeit ohne Ziel.
Da,
plötzlich, Freundin! wurde Eins zu Zwei –
– Und Zarathustra gieng an mir vorbei…
– Und Zarathustra gieng an mir vorbei…
E: "Nietzsche, das passt wahrscheinlich zu Dir. Ich reim nun mal: 'Spieglein,
Spieglein in der Hand, bin hier, nicht nach dort verbannt', usw. Ich
hab Nietzsche nicht gelesen. Und so wie ich das sehe, hab ich nichts
verpasst."
A: "Ich geb wirklich und endlich auf. Nietzsche - wenn ich ihn mir nun etwas genauer und aufrichtig mir selbst gegenüber betrachte - bei dem ist auch nur alles entstellt und alles verstellt und verzogen und krumm. Umwertung der Werte aus der Sicht eines unreflektierten Ich, war also genau das richtige für mich? Keinerlei Erkenntnisgewinn, nur Aphorismen-Spielerei und zuletzt noch die Gedanken umgesetzt in Symbole und Wortspiele und dichte Tag-Traum-Bilder und dazu vereinzelt etwas zu dicht Gereimtes. Nietzsche müsste man irgendwie und ordentlich um- und hin- und herwenden, ansonsten kann man ihn sich - sparen. Zeitverschwendung:
Zeit ohne Ziel"
E: "Und jetzt:
Was seh ich im Spiegel,
wenn Du nicht mehr bist?
Wo bist Du? Wo bin ich?
Wer bin ich wirklich?
Ich sehe durch dich -
endlich nur noch mich
mit unseres Vaters
jung lachend Gesicht.
Und was siehst Du d'rin,
wenn ich nicht mehr bin?
Was bleibt Dir vom Spinn'
als Dein letzter Sinn:
die Mutter als Greis
traurig sterbend haar-weiß
Dich mit ihr verschränkt
sie in Dich gezwängt."
A: "Und plötzlich, Freundin, wurde Eins zu Zwei - und ...
A: "Ich geb wirklich und endlich auf. Nietzsche - wenn ich ihn mir nun etwas genauer und aufrichtig mir selbst gegenüber betrachte - bei dem ist auch nur alles entstellt und alles verstellt und verzogen und krumm. Umwertung der Werte aus der Sicht eines unreflektierten Ich, war also genau das richtige für mich? Keinerlei Erkenntnisgewinn, nur Aphorismen-Spielerei und zuletzt noch die Gedanken umgesetzt in Symbole und Wortspiele und dichte Tag-Traum-Bilder und dazu vereinzelt etwas zu dicht Gereimtes. Nietzsche müsste man irgendwie und ordentlich um- und hin- und herwenden, ansonsten kann man ihn sich - sparen. Zeitverschwendung:
Zeit ohne Ziel"
E: "Und jetzt:
M
e i n letzter Spiegel:
Was seh ich im Spiegel,
wenn Du nicht mehr bist?
Wo bist Du? Wo bin ich?
Wer bin ich wirklich?
Ich sehe durch dich -
endlich nur noch mich
mit unseres Vaters
jung lachend Gesicht.
Und was siehst Du d'rin,
wenn ich nicht mehr bin?
Was bleibt Dir vom Spinn'
als Dein letzter Sinn:
die Mutter als Greis
traurig sterbend haar-weiß
Dich mit ihr verschränkt
sie in Dich gezwängt."
A: "Und plötzlich, Freundin, wurde Eins zu Zwei - und ...
E: "... ein Schatten ging an mir und dir vorbei."
A: "Das war dann wohl vielleicht der Schatten eines - Schmetterlings."
A: "Das war dann wohl vielleicht der Schatten eines - Schmetterlings."