Die Selbstwahrnehmung des Wahrnehmungsapparates ist einmal die Wahrnehmung des Prozesses gerichtet auf das Objekt (das Bewusstsein) sodann die Wahrnehmung des Vorganges an sich (Sbw). Die sogenannte Seele ist nicht oder nur partiell identisch mit dem kleineren Sbw, welches gänzlich noch am Materiellen klebt. Die Seele ist mit Ausnahme ihres kleinen Warzenauswuchses im Sbw grundsätzlich leer, gehaltslos wie ein leeres Speichermedium. Die Seele ist das Sprachselbst des Menschen und anders als das Sbw, das auf der Körperoberfläche sitzt oder zu sitzen scheint, ausschließlich mit Sprachmaterial also von außen oder besser draußen gefüllt. Es ist die vom Sinn und Objekt abgehobene Sprachdynamik an sich und dementsprechend füllt sich die Seelenblase gerne mit unbestimmten Geisterwesen. Das Sbw ist eine Wahrnehmungsstörung des einzelnen Apparates. Die Seele ist eine Störung der Gesamtheit der Apparate in Ihrem Zusammenspiel, eine Verallgemeinerung der Störung. Es ist mir beides nicht gehaltlos. Die große hohle Seele könnte auch einfach das Reale sein und sein Bild, so wie wir es halt im Kopf haben müssen. Und das kleine Selbstbewusstsein, dass den realen Dingen anhaftet und ihnen Sinn zu verleihen scheint und auch vielleicht Sinnlichkeit über den Körper, könnte mehr sein als ein Ding hingereiht an Dinge. Es ist nichts begreifbar. Also wozu sich die Mühe geben? Ganz einfach vielleicht. Man kann entweder vor sich hinleben, wenn die Glücksbedingungen für 's Menschsein stimmen, man durch eines anderen Auge sehen darf, oder man muss sich dauernd gegen einen Absturz ins Nichts absichern, was zum unmenschlichen Alleinsein gehört, und muss mit kleinen Welten und mit neuen Texten dazu auf Sinnfang gehen, Flicken auf 's Sein kleben. Am Ende waren die Texte aber vielleicht nur Herbstlaub im Wind und das Auge dazu ein fauler Apfel am Boden.