Dienstag, 4. Dezember 2012

ॐ मणिपद्मे हूँ


Om           = Rückzug und Verschluss, auch Versenkung - nach innen - sich sammeln
mani         = Kern, auch Kraft
padme      = Hülle, auch unbedingte Liebe und mehr
hum          = Öffnung, auch Vergehen im Nichts - nach außen - sich verströmen - sich erinnern an den Anfang, Staub

Ohne die Begleiterin ist dem Buddhisten die absolute Öffnung des Körpers und der Sinne und des Geistes nicht zu erreichen. Ohne ein großes Begehren gibt es keine Erlösung.

Kern und Hülle sind zugleich erforderlich, Mann und Frau reisen nur gemeinsam ans Ziel – ohne die Frau real bleibt alles nur totes Wissen. Das Ziel bleibt verstellt.

Der wichtigste Text im Buch Kum Nye ist der zur Übung 12 der Vorbereitung: 'OM AH HUM atmen'. Dieser kleine Text auf der Seite 54 des Buches ist für mich der Kern des Buchs. Alles weitere davor und danach ist Übung als Weg dahin.



(Hab' ich irgendwo schon erwähnt, dass Om natürlich auch der erste Atemzug bei der Geburt ist? s. a. Post 'Padme')



ein gesprochenes OM ausatmen ist doppelter Blödsinn - ein In-Sich-Versenken kann nicht durch Aus-Sprache erreicht werden
das mani/padme ist einem gegeben oder durch Jahre der Übung erreicht
und hum ist nicht nichts, sondern die Vernichtung von Lüge und Selbstbetrug und ist im Ergebnis auch Mensch-Sein, Wunsch-Sein


Der Buddhismus als Erkenntnisweg ist natürlich grundsätzlich unvollständig, für 's Kloster, für den Urlaub und für 's Wochenende gemacht. Er ist sowas wie Christ-Sein für Leute, die sich für gebildet halten.
Der Buddhismus in Tibet ist auch nur eine ins Geheimnisvolle verzerrte, also falsche (und schmutzige) bildhafte Selbstdarstellung des Realen, Inszenierung von Begierde und Wunsch ohne Struktur und Begriff. Lüge und Verschweigen machen daraus auch keine Wahrheit.


Ich hab mit keiner Religion irgendetwas zu tun. Soll ich meine Arbeit zu deren Brot machen und selbst Holzmehl fressen, auch geistig? Gebt Brot den Armen und nicht den Lügnern und ihren erleuchteten Kaspern. Schickt alle Leichenvögel zurück in den Osten, also hin in ihr Jenseits, das sie so sehr vermissen.