Sonntag, 11. November 2012

Begierde und Begehren

Befreit zu den Zeichen der Schönheit

Es gibt die Begierde
des eigenen Geschlechts
und der Körper, die gleich
gebaut und vertraut sind,
die uns dem anderen
unfassbar nah bringen,
in ihn unheimlich tief
und mit einsamer Gier
eindringen lassen kann.

Der Begierde Sklave

ist ein Brandloch im Bild
der Schöpfung und eine
geschlechtslose Made
der Lust in Welt und Geist.
Er verschließt den Körper
der einen Seele der Welt,
die als Heim für sich hat
Mann neben Frau gestellt.

Allen Sehnens und der

Wünsche Tod ist das Selbst,
die Sinne betäubt es
verschließt Auge und Ohr,
verkrampft und verdichtet
lebendige Wesen
und schließt die Körper weg
voneinander und trennt
so Fleisch von Sinn und Geist.

Die tiefe seelige Lust

hat den Willen zum Sein
nach innen ins Leere
gewendet, gerichtet,
von Sinnen die Sinne
getrennt Kopf von Welt,
Gefühl von Gefühltem,
zerrissen im Fieber
das entzündete Selbst.

Es gibt das Begehren

des anderen Geschlechts,
das entgegengesetzt
dem eigenen Körper
ist und uns begegnet
als Wunsch und fremder Sinn,
der außer uns fassbar
bleibt und den stets auch
gleich der andere hat.

Begegnen sich Mann und

Frau, ist das Selbst befreit,
sind die Sinne offen,
die Stelle belebt, wo
verschlossen zwei Leiber
sind, wächst es hinaus und
wird es zur Welt gebracht,
Allen wird mitgeteilt,
dass es ein Paar gemacht.

Die Freude verströmt sich

nach außen und ändert
der Welt und der Körper
Kleid, wird lebendige
Kraft in allen Dingen,
aus der Erde befreit
und macht uns zu neuen
Geschöpfen und bereit
für der Zeichen Schönheit.