Sonntag, 4. November 2012

Große und kleine Löcher

Das Gewicht der Welt

Ein schwarzes Loch kann Masse und Energie aufnehmen, ohne selbst an Masse oder Energie zuzunehmen. Es kann auch Energie abgeben, ohne selbst Masse und Energie zu verlieren. Das, was wir von ihm sehen und was es zu wiegen scheint, ist der scheinbare Austritt von Masse im Mittelpunkt der Galaxie, ein vorübergehender Zustand, die scheinbare Masse im Zentrum ist Illusion, Galaxien pulsieren und verändern ihre Drehgeschwindigkeit, die Energie im Zentrum verändert sich entsprechend, d. h. gleichzeitig mit der Energie der Galaxie wächst das Schwarze Loch und alles wächst vom Loch her. Wenn dem nicht so wäre, würden die schwarzen Löcher sehr schnell wachsen und alles verzehren.


Aber man kann nie Grenzen überschreiten, ohne aus der Welt herauszufallen, im Dunkel zu versinken. Also richten wir uns in der Welt ein und schreiben uns fest.

Die genehmigte Wirklichkeit und ein kleiner Rest von Aberglauben.

Eine einzige Nervenzelle kann vielleicht ein ganzes Bild erzeugen, Sinn, Ort des Sinns sein. Aber nicht für sich isoliert. Auch das Gewebe selbst um die Zelle herum erzeugt ihn nicht, den Bilder-Sinn, sondern dient ihm nur, indem seine Funktion, die von der Mitte angefordert wird, aussetzt und im Bild und Sinn aufleuchtet und es selbst vergeht oder sich abschwächt. Sinn ist immer bildhaft, es wird etwas Ganzes erfasst, analysiert, neu zusammengesetzt, also neu erschaffen an einer bestimmten Stelle und dann wird es zum sinnhaften Bild. Ein Wechsel in der Bewegungsrichtung findet statt an der Stelle, an der das neue Bild später entstehen soll. Der Sinn holt sich bei dieser Bewegung dann die Eindrücke neu von den Sinnen. Auch an einen einzigen Buchstaben oder einen Teil eines Buchstaben kann sich der Sinn so heften, der Sinn eines Textes, so wie ein Traum oder ein Traumbild und Teil eines Traums sich an einen winzigen Eindruck vom Vortag heftet und ihn hervorhebt und heraus- aus einem Tag, aus dessen Licht ins Dunkel bringt. Also sind die Bilder im Kopf in gewisser Weise sehr real und materiell als Ganzes und einheitlich fassbar und sind wohl nur aus viel dünnerem Stoff als die Bilder oder Sachen außerhalb des Kopfes und des Gehirns. Der Pilz des Sinns und des Begriffs schießt also aus seinem Mycel und braucht dazu und verbraucht aktiv sein Wurzelwerk. Das Wurzelwerk ist die Realität der Dendriten und Axone und der Sinn ist das unfassbares Loch und der materielle Knotenpunkt dieser Neuronen darin. Aber wir haben keine Geräte - es sind keine möglich - um diese seltsamen Gründe der Realität - also auch die sogenannte Energie - zu greifen und wirklich zu begreifen.
In einem Laut und Ton und Klang der Stimme
entfaltet sich der Lippen Blüte,
verdichtet sich die Sprache
zu einer Wirkung im Gehör und Hirn
nichts sonst.
Das Sein, das Bild, der Begriff oder der Traum, die beim Weiterlesen und Weiterleben und Wach-Sein wieder in ihre Informations- und sonstigen -Bestandteile/-Fetzen zerfallen, geben dem Text und dem Denkprozess und der Rede und dem Leben etwas mit, das vorher nicht da war. Es kommt zu einem realen Zuwachs an Sinn und sicher sogar Gewicht, der nur mit unseren technischen Mitteln nicht messbar ist, wie verzweifelt man auch danach greift. Es wächst etwas vom Loch her. Diese Sinnspitze und hier nur minimale Gewichtszunahme der Welt ist nicht der Rest unseres Aberglaubens, sondern in einer Momentaufnahme sein realer Kern. Es kommt also nichts Fremdes in unsere Welt aus einer anderen, aber neue Energie, also eine Wirkung, als Sand ins Getriebe. Es kommt doch etwas fremd Wirkendes in unsere Welt, eine neue und reale Gewichtung des Vorhandenen, ein Wunder. Ein Wort für diesen plötzlichen und kurzen Kontakt mit etwas Fremdem und der Zunahme von Energie und Gewicht und Raum haben wir schon, es ist das Wort Thanatos, es benennt die Lust am Sinnbildenden und Neugestaltenden, das Reale füllende und weitende und zerreißende Wachstum des Körpers und die Verdichtung seines Gehirns und das Zittern des Anorganischen. Hier spricht ein verborgener Schöpfer, der Herr des Zufall. Und kein Maschinchen hilft dem Menschen, den Zufall zu fassen. Die Orgonomie ist eine kleine Ahnung der Wahrheit und doch ein Irrweg, weil sie versucht, den Traum und das Bild doch selbst zu fassen und zu messen und sichtbar zu machen und so nachzuweisen, statt der Dinge darunter und dahinter, und sie forderte wie gegen das Verblassen der Erinnerung ans Leben das Orgon, das selbst nur ein Traumbild ist, scheinbar übertragen ins Reale und ein Irrtum, eine Fälschung, ein Verrat am Menschen und am Realen. Eine ganz unsinnige inhaltliche also nur fälschlich sichtbar gemachte und farbige, blaue Veränderung des Realen. Reich empfiehlt daher auch seinen Patienten die Körpersinn erzeugende Masturbation, wohingegen er selbst die Panzerung im Koitus mit seinen wechselnden Partnerinnen eher unterläuft und umgeht mit der Folge einer im Alter stark zunehmenden Beschränkung im Geiste. Und der Sinn erschütterte doch als reales Beben seine Welt. Er hatte als Therapeut Vergewaltiger- und Führerqualitäten und niemals Sinn im Wort und Zeichen gesichtet und ihn darum unter dem Mikroskop gesucht und gefunden als einen Sinn mit der Farbe blau – mit welcher denn sonst auf einem blauen Planeten? -, den Weichmacher seiner Gedanken. Zuletzt ist er wahrscheinlich dem Glauben an die eigenen Irrtümer erlegen, jedenfalls hat ihn etwas sehr geschwächt. Glaube für den Sinnsucher ist wie heiße Luft mit Sand und Staub für den Durstenden, der Staub, der aus kleinen schwarzen Löchern des Sinns kommt. Nicht nur das einzelne Neuron stellt Kontakt zu einer bildgebenden Ebene her, auch das Gehirn in seiner Gesamtheit kann das und auch der Körper als Ganzes und als lebende Einheit. Diese Öffnungen zum Bild und Sinn hin beeinflussen einander, sind mehr oder weniger nah aneinandergereiht und auch ineinander geschachtelt. Sie sind auch verschieden weit und groß und überschneiden sich mit anderen Öffnungen. Zwischen den Öffnungen gibt es eine Übertragung der minimalen raumfordernden Gewichtsüberschüsse, die durch Bild, Traum und Sinn entstehen. Da wandert etwas ohne Zeitverlust durch den Begriff der nächsten Dinge und der fernsten und den Raum. Die Informationsverteilung an sich ohne die Bildung oder Entstehung von Sinn geschieht gewichtsneutral, es ist real fassbare Bewegung, der verstandene Zusammenhang der Dinge. Es gibt dabei, also in der Bewegung, aber inhaltlich nichts, was real fassbar wäre und es ist darum so auch keine bildhafte oder sinnhafte Gedankenübertragung möglich. Es gibt nur manchmal eine ebenso unbegreifliche und unerträgliche und wunderbare Fülle der Zufälle. Die Bewegung weg von den Zentren des Sinns, weg von Bild und Traum, die Verteilung von Energie und Information an sich, die Weitung des Raums, ist nun und nur der realitätserhaltende Eros. Der ist nicht fassbar und zerfließt nur in der Interpretation. Freud empfiehlt seinen Patienten also den eher freudlosen Koitus normalis, eine Pflichtübung, die die Realität gegen den Sinn verschließt. Immerhin ist er ehrlich und wünscht sich für seine Patienten das, was er auch für sich für richtig hält. Die Öffnungen des Realen bei seinen Patienten werden durch Arbeit und Analyse geschlossen. In einem Mangel an Prolaktin lässt sich die Störung nicht festmachen. Eher muss man sich mit anderen Körperstoffen und einer in den Hirnzellen und vielleicht allen Körperzellen sich ereignenden Veränderung befassen, eine Ausdehnung oder eher Beschwerung, auf die eine Teilung folgen kann oder muss, also Leben. Alles Reale ist zerfließender Sinn und sich weitender Raum und endlose Zeit. Das alles lässt sich nachvollziehen, wiederholen in jedem Netz, das ist. Es lässt sich so vielleicht beweisen oder nachweisen und scheinbar wiegen, also gewichten, aber nicht berechnen. Die Realität liegt schon unterhalb der mathematischen Berechenbarkeit. Das Netz der Mathematik und der logischen Zwänge liegt der Wirklichkeit auf. Sinn führt sogar noch zu Rechenfehlern. Gedankenübertragung geschieht nur dadurch, dass Öffnungen mehr oder weniger weit eintreten und sich verstärken, sofern sie ineinander geschachtelt sind oder sich überschneiden. Sinn tritt nicht isoliert auf, sondern das Zentrum bewirkt um sich weitere Sinneruptionen. Die Zufälle häufen sich. Eros ist ein Verschließen der Öffnungen im abstrakten Sinn und die Abwesenheit von Sinn, Begriff und Bedeutung. Das ist das Geheimnis des Buddhismus im Mahamudra und jeder zusätzliche Glaube an Zauber, jede Magie und jeder Aberglaube ist nur ein erfreulicher Betrug und liegt jenseits der Lehre. Auch der Glaube an ein schöneres Mehr an Jenseits, eine persönliche Wiedergeburt, eine Fortsetzung des Menschseins nach dem Tod, ein Glaube an Gott und ein Guru, der seine Schüler missbraucht und belehrt, und sich für einen Lehrer und Weisen und Führer hält und die Reinkarnation eines Heiligen und Heilers, und der Aufstieg in einen Himmel und der Abstieg in eine Hölle ist nur eine schwachsinnige Verfälschung der buddhistischen und jeder großen Leere [kein Schreibfehler – Glaube ist nicht nur leer, sondern auch noch unsinnige Leere] im Strom des Denkens. Was der Mensch meist als gesteuerte Gedankenweitergabe bezeichnet und Vermittlung von Weisheit oder göttliche Eingebung und Erleuchtung, Erlösungs- und Weltendeinsicht, ist eine weitergreifende allgemeine Funktionsstörung des Realen, eine Schwäche des Körpers, eine Krankheit, ein böser Traum, Angst, Informationsverlust im Kopf und Körper. Das gehört zum normalen fehlerbehafteten schmutzigen gesunden und menschlichen Leben. Die Übertragung dieses Bösen ist nicht weitreichend und nicht ausrechenbar, da es zu viele Öffnungen im Realen gibt und keinen Verschluss, und zu viele Informationsströme, die nie versiegen. Die Dummheit wirkt im Nahbereich. Immerhin aber scheint das Gehirn mit seiner übergroßen Lochdichte auf Störungen leicht zu reagieren. Die Massenhysterie zeugt davon, die übrigens jede Führerschaft wieder selbst mit sich reißt und vernichtet. Heil dir im Untergang. Und immerhin gibt es so viele Funktionsstörungen des Realen, dass manchmal auch der phantasierte Zusammenhang zwischen ihnen Sinn ergibt. Sinnschöpfung ist allgemein menschlich und natürlich und kann leicht im so schönen betörenden Sinnenrausch erfahren werden, jedoch niemals von Führern und Herren und Meistern, die die Gynergie oder Energie oder den Wert oder die Kraft der Bewegung oder das Gewicht der Welt entwenden wollen und sich mit Erfolg von einem reichen Netz der schon vorhanden Güter und gestohlener Erfahrungen auffangen und sich mit ihm treiben lassen.
Es gibt also sowohl eine Reihung als auch eine Schachtelung von Öffnungen und sowohl Raum als auch Zeit ergeben sich daraus. Und Löcher werden mit Wirkungen verbunden, die nicht begründet sind. Und wie ergibt sich daraus die Realität und ihre wundersame Beleuchtung? Und was hat es auf sich mit der Geschwindigkeit des Lichts? und der Kälte des Alls? Halt die Gedanken an. Es gibt ein regelhaftes Pulsieren von Sinn und Informationsstrom. Weit jenseits des Realen liegt wohl ein Bild, dessen Herkunft nicht geklärt werden muss. Das ganz andere Bild ist der dritte Faktor neben Raum und Zeit. Unsere Welt ist eventuell ein unerwünschter Dreckeffekt einer anderen unvollkommenen und nicht fassbaren, die vielleicht und hoffentlich irgendwann endet. Ein Ende in Gedanken und ein Ende aller Dinge und unserer Welt ist nämlich sonst nicht möglich.

Übrigens: es gibt nur den Sinn, der ist mal fassbar, mal nicht. Es gibt jedoch keinen Unsinn.