Das
Gewicht der Welt
Ein
schwarzes Loch kann Masse und Energie aufnehmen, ohne selbst an Masse
oder Energie zuzunehmen. Es kann auch Energie abgeben, ohne selbst
Masse und Energie zu verlieren. Das, was wir von ihm sehen und was es
zu wiegen scheint, ist der scheinbare Austritt von Masse im
Mittelpunkt der Galaxie, ein vorübergehender Zustand, die scheinbare
Masse im Zentrum ist Illusion, Galaxien pulsieren und verändern ihre
Drehgeschwindigkeit, die Energie im Zentrum verändert sich
entsprechend, d. h. gleichzeitig mit der Energie der Galaxie wächst
das Schwarze Loch und alles wächst vom Loch her. Wenn dem nicht so
wäre, würden die schwarzen Löcher sehr schnell wachsen und alles
verzehren.
Aber
man kann nie Grenzen überschreiten, ohne aus der Welt
herauszufallen, im Dunkel zu versinken. Also richten wir uns in der
Welt ein und schreiben uns fest.
Die
genehmigte Wirklichkeit und ein kleiner Rest von Aberglauben.
Eine
einzige Nervenzelle kann vielleicht ein ganzes Bild erzeugen, Sinn,
Ort des Sinns sein. Aber nicht für sich isoliert. Auch das Gewebe
selbst um die Zelle herum erzeugt ihn nicht, den Bilder-Sinn, sondern
dient ihm nur, indem seine Funktion, die von der Mitte angefordert
wird, aussetzt und im Bild und Sinn aufleuchtet und es selbst vergeht
oder sich abschwächt. Sinn ist immer bildhaft, es wird etwas Ganzes
erfasst, analysiert, neu zusammengesetzt, also neu erschaffen an
einer bestimmten Stelle und dann wird es zum sinnhaften Bild. Ein
Wechsel in der Bewegungsrichtung findet statt an der Stelle, an der
das neue Bild später entstehen soll. Der Sinn holt sich bei dieser
Bewegung dann die Eindrücke neu von den Sinnen. Auch an einen
einzigen Buchstaben oder einen Teil eines Buchstaben kann sich der
Sinn so heften, der Sinn eines Textes, so wie ein Traum oder ein
Traumbild und Teil eines Traums sich an einen winzigen Eindruck vom
Vortag heftet und ihn hervorhebt und heraus- aus einem Tag, aus
dessen Licht ins Dunkel bringt. Also sind die Bilder im Kopf in
gewisser Weise sehr real und materiell als Ganzes und einheitlich
fassbar und sind wohl nur aus viel dünnerem Stoff als die Bilder
oder Sachen außerhalb des Kopfes und des Gehirns. Der Pilz des Sinns
und des Begriffs schießt also aus seinem Mycel und braucht dazu und
verbraucht aktiv sein Wurzelwerk. Das Wurzelwerk ist die Realität
der Dendriten und Axone und der Sinn ist das unfassbares Loch und der
materielle Knotenpunkt dieser Neuronen darin. Aber wir haben keine
Geräte - es sind keine möglich - um diese seltsamen Gründe der
Realität - also auch die sogenannte Energie - zu greifen und
wirklich zu begreifen.
In
einem Laut und Ton und Klang der Stimme
entfaltet
sich der Lippen Blüte,
verdichtet
sich die Sprache
zu
einer Wirkung im Gehör und Hirn
nichts
sonst.
Das
Sein, das Bild, der Begriff oder der Traum, die beim Weiterlesen und
Weiterleben und Wach-Sein wieder in ihre Informations- und sonstigen
-Bestandteile/-Fetzen zerfallen, geben dem Text und dem Denkprozess
und der Rede und dem Leben etwas mit, das vorher nicht da war. Es
kommt zu einem realen Zuwachs an Sinn und sicher sogar Gewicht, der
nur mit unseren technischen Mitteln nicht messbar ist, wie
verzweifelt man auch danach greift. Es wächst etwas vom Loch her.
Diese Sinnspitze und hier nur minimale Gewichtszunahme der Welt ist
nicht der Rest unseres Aberglaubens, sondern in einer Momentaufnahme
sein realer Kern. Es kommt also nichts Fremdes in unsere Welt aus
einer anderen, aber neue Energie, also eine Wirkung, als Sand ins
Getriebe. Es kommt doch etwas fremd Wirkendes in unsere Welt, eine
neue und reale Gewichtung des Vorhandenen, ein Wunder. Ein Wort für
diesen plötzlichen und kurzen Kontakt mit etwas Fremdem und der
Zunahme von Energie und Gewicht und Raum haben wir schon, es ist das
Wort Thanatos, es benennt die Lust am Sinnbildenden und
Neugestaltenden, das Reale füllende und weitende und zerreißende
Wachstum des Körpers und die Verdichtung seines Gehirns und das
Zittern des Anorganischen. Hier spricht ein verborgener Schöpfer,
der Herr des Zufall. Und kein Maschinchen hilft dem Menschen, den
Zufall zu fassen. Die Orgonomie ist eine kleine Ahnung der Wahrheit
und doch ein Irrweg, weil sie versucht, den Traum und das Bild doch
selbst zu fassen und zu messen und sichtbar zu machen und so
nachzuweisen, statt der Dinge darunter und dahinter, und sie forderte
wie gegen das Verblassen der Erinnerung ans Leben das Orgon, das
selbst nur ein Traumbild ist, scheinbar übertragen ins Reale und ein
Irrtum, eine Fälschung, ein Verrat am Menschen und am Realen. Eine
ganz unsinnige inhaltliche also nur fälschlich sichtbar gemachte und
farbige, blaue Veränderung des Realen. Reich empfiehlt daher auch
seinen Patienten die Körpersinn erzeugende Masturbation, wohingegen
er selbst die Panzerung im Koitus mit seinen wechselnden Partnerinnen
eher unterläuft und umgeht mit der Folge einer im Alter stark
zunehmenden Beschränkung im Geiste. Und der Sinn erschütterte doch
als reales Beben seine Welt. Er hatte als Therapeut Vergewaltiger-
und Führerqualitäten und niemals Sinn im Wort und Zeichen gesichtet
und ihn darum unter dem Mikroskop gesucht und gefunden als einen Sinn
mit der Farbe blau – mit welcher denn sonst auf einem blauen
Planeten? -, den Weichmacher seiner Gedanken. Zuletzt ist er
wahrscheinlich dem Glauben an die eigenen Irrtümer erlegen,
jedenfalls hat ihn etwas sehr geschwächt. Glaube für den Sinnsucher
ist wie heiße Luft mit Sand und Staub für den Durstenden, der
Staub, der aus kleinen schwarzen Löchern des Sinns kommt. Nicht nur
das einzelne Neuron stellt Kontakt zu einer bildgebenden Ebene her,
auch das Gehirn in seiner Gesamtheit kann das und auch der Körper
als Ganzes und als lebende Einheit. Diese Öffnungen zum Bild und
Sinn hin beeinflussen einander, sind mehr oder weniger nah
aneinandergereiht und auch ineinander geschachtelt. Sie sind auch
verschieden weit und groß und überschneiden sich mit anderen
Öffnungen. Zwischen den Öffnungen gibt es eine Übertragung der
minimalen raumfordernden Gewichtsüberschüsse, die durch Bild, Traum
und Sinn entstehen. Da wandert etwas ohne Zeitverlust durch den
Begriff der nächsten Dinge und der fernsten und den Raum. Die
Informationsverteilung an sich ohne die Bildung oder Entstehung von
Sinn geschieht gewichtsneutral, es ist real fassbare Bewegung, der
verstandene Zusammenhang der Dinge. Es gibt dabei, also in der
Bewegung, aber inhaltlich nichts, was real fassbar wäre und es ist
darum so auch keine bildhafte oder sinnhafte Gedankenübertragung
möglich. Es gibt nur manchmal eine ebenso unbegreifliche und
unerträgliche und wunderbare Fülle der Zufälle. Die Bewegung weg
von den Zentren des Sinns, weg von Bild und Traum, die Verteilung von
Energie und Information an sich, die Weitung des Raums, ist nun und
nur der realitätserhaltende Eros. Der ist nicht fassbar und
zerfließt nur in der Interpretation. Freud empfiehlt seinen
Patienten also den eher freudlosen Koitus normalis, eine
Pflichtübung, die die Realität gegen den Sinn verschließt.
Immerhin ist er ehrlich und wünscht sich für seine Patienten das,
was er auch für sich für richtig hält. Die Öffnungen des Realen
bei seinen Patienten werden durch Arbeit und Analyse geschlossen. In
einem Mangel an Prolaktin lässt sich die Störung nicht festmachen.
Eher muss man sich mit anderen Körperstoffen und einer in den
Hirnzellen und vielleicht allen Körperzellen sich ereignenden
Veränderung befassen, eine Ausdehnung oder eher Beschwerung, auf die
eine Teilung folgen kann oder muss, also Leben. Alles Reale ist
zerfließender Sinn und sich weitender Raum und endlose Zeit. Das
alles lässt sich nachvollziehen, wiederholen in jedem Netz, das ist.
Es lässt sich so vielleicht beweisen oder nachweisen und scheinbar
wiegen, also gewichten, aber nicht berechnen. Die Realität liegt
schon unterhalb der mathematischen Berechenbarkeit. Das Netz der
Mathematik und der logischen Zwänge liegt der Wirklichkeit auf. Sinn
führt sogar noch zu Rechenfehlern. Gedankenübertragung geschieht
nur dadurch, dass Öffnungen mehr oder weniger weit eintreten und
sich verstärken, sofern sie ineinander geschachtelt sind oder sich
überschneiden. Sinn tritt nicht isoliert auf, sondern das Zentrum
bewirkt um sich weitere Sinneruptionen. Die Zufälle häufen sich.
Eros ist ein Verschließen der Öffnungen im abstrakten Sinn und die
Abwesenheit von Sinn, Begriff und Bedeutung. Das ist das Geheimnis
des Buddhismus im Mahamudra und jeder zusätzliche Glaube an Zauber,
jede Magie und jeder Aberglaube ist nur ein erfreulicher Betrug und
liegt jenseits der Lehre. Auch der Glaube an ein schöneres Mehr an
Jenseits, eine persönliche Wiedergeburt, eine Fortsetzung des
Menschseins nach dem Tod, ein Glaube an Gott und ein Guru, der seine
Schüler missbraucht und belehrt, und sich für einen Lehrer und
Weisen und Führer hält und die Reinkarnation eines Heiligen und
Heilers, und der Aufstieg in einen Himmel und der Abstieg in eine
Hölle ist nur eine schwachsinnige Verfälschung der buddhistischen
und jeder großen Leere [kein Schreibfehler – Glaube ist nicht nur
leer, sondern auch noch unsinnige Leere] im Strom des Denkens. Was
der Mensch meist als gesteuerte Gedankenweitergabe bezeichnet und
Vermittlung von Weisheit oder göttliche Eingebung und Erleuchtung,
Erlösungs- und Weltendeinsicht, ist eine weitergreifende allgemeine
Funktionsstörung des Realen, eine Schwäche des Körpers, eine
Krankheit, ein böser Traum, Angst, Informationsverlust im Kopf und
Körper. Das gehört zum normalen fehlerbehafteten schmutzigen
gesunden und menschlichen Leben. Die Übertragung dieses Bösen ist
nicht weitreichend und nicht ausrechenbar, da es zu viele Öffnungen
im Realen gibt und keinen Verschluss, und zu viele
Informationsströme, die nie versiegen. Die Dummheit wirkt im
Nahbereich. Immerhin aber scheint das Gehirn mit seiner übergroßen
Lochdichte auf Störungen leicht zu reagieren. Die Massenhysterie
zeugt davon, die übrigens jede Führerschaft wieder selbst mit sich
reißt und vernichtet. Heil dir im Untergang. Und immerhin gibt es so
viele Funktionsstörungen des Realen, dass manchmal auch der
phantasierte Zusammenhang zwischen ihnen Sinn ergibt. Sinnschöpfung
ist allgemein menschlich und natürlich und kann leicht im so schönen
betörenden Sinnenrausch erfahren werden, jedoch niemals von Führern
und Herren und Meistern, die die Gynergie oder Energie oder den Wert
oder die Kraft der Bewegung oder das Gewicht der Welt entwenden
wollen und sich mit Erfolg von einem reichen Netz der schon vorhanden
Güter und gestohlener Erfahrungen auffangen und sich mit ihm treiben
lassen.
Es
gibt also sowohl eine Reihung als auch eine Schachtelung von
Öffnungen und sowohl Raum als auch Zeit ergeben sich daraus. Und
Löcher werden mit Wirkungen verbunden, die nicht begründet sind.
Und wie ergibt sich daraus die Realität und ihre wundersame
Beleuchtung? Und was hat es auf sich mit der Geschwindigkeit des
Lichts? und der Kälte des Alls? Halt die Gedanken an. Es gibt ein
regelhaftes Pulsieren von Sinn und Informationsstrom. Weit jenseits
des Realen liegt wohl ein Bild, dessen Herkunft nicht geklärt werden
muss. Das ganz andere Bild ist der dritte Faktor neben Raum und Zeit.
Unsere Welt ist eventuell ein unerwünschter Dreckeffekt einer
anderen unvollkommenen und nicht fassbaren, die vielleicht und
hoffentlich irgendwann endet. Ein Ende in Gedanken und ein Ende aller
Dinge und unserer Welt ist nämlich sonst nicht möglich.
Übrigens:
es gibt nur den Sinn, der ist mal fassbar, mal nicht. Es gibt jedoch
keinen Unsinn.