Warum die Menschen glauben
Die Menschen glauben nicht, sondern sie glauben, zu wissen, dass sie beseelt sind. Es gibt keinen starken Glauben, sondern also nur billiges simples Wissen, das zudem noch falsch ist. Seelig sind die Schwachen im Geiste. Zum absoluten und eigenschaftslosen allgemeinen Selbst der Menschen, das allen gehört und für alle unterschiedslos gleich ist, ohne irgendwelche individuellen Merkmale, muss es für den einfachen Geist auch einen Grund geben. Einerseits addieren Gläubige sich selbst in ihrer wertlosen Besonderheit zum allgemeinen menschlichen Sprachkörper dazu, sie geben sich Namen, andererseits brauchen sie dann auch jemanden in dessen Namen sie sich taufen lassen dürfen.
Unterscheide aber das Selbst, das zum Körper, zu dir als Tier gehört und die rein menschliche Seele, die im Sprechen entsteht und im Sinn auf die Dinge herabfällt. Der Schizophrene weiß, dass der Sinn der Dinge dem Menschen den Verstand rauben kann, wenn er versucht, Sinn sinnlich zu fassen, ihn festzuhalten. Der feste, gefaßte Sinn der Dinge leert den Geist der Schwachköpfe und der Glaube erleuchtet sie. Zur Selbstwahrnehmung im Sprechen wird als Urgrund die Schrift imaginiert. Der gleiche Irrtum liegt in der Annahme, die heilige Schrift würde uns die Wahrheit über die Herkunft des Menschen zeigen. Die Schrift ist so wenig der Ursprung des Sprechens und des menschlichen Geistes, wie ein Gott der Schöpfer der Welt ist.