Der Wille ist ein Fremder uns unheimlicher Äußerer: er ist außer uns im Wert der Dinge und bedient sich über das Großhirn des Leibs. Das Großhirn ist nur deshalb so mächtig, weil der Leib nicht mehr Herr der Dinge und der Welt um ihn sein soll. Das Großhirn ist ein simpler Rechner, der ein 'mehr' ein 'weniger' nur kennt und über ein 'über sich' den 'Begriff' mit dem 'Kontostand' und dem 'mehr' oder 'weniger' an Waren und Besitz und dem 'Preis' als relativen Wert der Waren verbunden ist. Da wir nur mehr in einer Welt der geldwerten Zeichen leben, ist der Leib der Wirklichkeit vollkommen entfremdet. Das Großhirn ist der Agent der Entfremdung, der den Leib als komplexes Abbild der Wirklichkeit, als lebendigen funktionierenden Bestandteil des Lebens der Erde, zum Erhalt seiner selbst steuern muss. Das Bewusstsein ist daher nicht Zeichen menschlicher Souveränität und nicht Funktion und überlegene Besonderheit des menschlichen Geistes, sondern ein Mangel an Leben und der Geist repräsentiert nur die Kapitulation des menschlichen Körpers vor der Warenwelt. Daher ist auch der menschliche Geist mit dem des Tiers nur mehr schwer zu vergleichen. Das Tier beherrscht seine Welt und bedient sich ihrer leiblich über den Geist (hier: das Selbst der Lebenskraft), es braucht kein ZusatzBewusstsein, da es in seine Welt und die Wirklichkeit des Lebens und der Umwelt, der Erde, integriert ist. Der Mensch hingegen ist das stumpfsinnige Tier, das mühsam seinen Leib hinter sich her zieht und in die simple Welt der Waren einbauen muss. Der Mensch muss sich nicht nur sein Leben im Lebensunterhalt erarbeiten, sondern seinen Leib noch mit seinen 'natürlichen' Funktionen. Das Nervensystem ist beim Menschen ein System der Marionettenfäden, über die der Leib am Geist hängt. Den Puppenspieler oder Autor kennzeichnet zweierlei: die Besonderheit seines ihm entfremdeten Leibs und sein Kontostand oder Preis oder sein Wert im Bezug der Spieler, sein Nutzen. Daher ist dem Menschen auch die Schönheit als Symbol seiner Nützlichkeit für den andern, als Zeichen seiner Nutzhaftigkeit über den Leib als Oberfläche und nackte bloße Haut sowie ins Gesicht, dieser zweiten Welt im Kleinen, in neue scheinbar leibliche Tiefe geschrieben. Die Schönheit verdeckt also die Entfremdung des Leibs: seinen Verlust durch eine nackte Symbolik darüber in Form und Haut (als Blöße in Marmor und verborgene eingebildete Schönheit) und die Abhängigkeit des Körpers im Wert vom andern durch die metaphorisch überzeichnete Körperlichkeit des Gesichts (das erwünschte offensichtlich 'Schöne'). Das ist doch der Unterschied von Symbol und Metapher: Symbol ist der Leib nackt im toten Stein und die Metapher ist das aus dem Stein hervorgetretene Zeichen. Die Oberfläche des Körpers des Menschen ist ein funktionales Nichts. Das Gesicht ist der Ort der Verdichtung der unter der leeren Funktion zerfallenden Körperteile. Im Gesicht wird der Körper 'auf den Kopf gestellt'. Das Gesicht hat mit der Schönheit scheinbar auch eine Funktion, sie ist deutlich unsichtbar durch ein vielfaches Verkehren leiblicher Teile. Schönheit ist der Schatten des Körpers vor dem Schein der leiblichen Funktion. Eine Abstraktion (in männlicher und weiblicher Form) hat den Leib von sich 'befreit' und den in Stücke zerfallenden Leib gedreht und gewendet, verdichtet und verschoben im Gesicht wieder hergestellt. Schönheit gehört zum Willen und soll wohl die Abstumpfung der Sinne rückgängig machen. Sie ist undeutlich und schwach ausgeprägt und bedarf der Übertreibung.
Der Wille ist der große Wunsch des Menschen nach einem TierSein, das es nicht gibt. Der Übermensch ist das Tier, das aus Zeichen besteht. Wenn der Mensch selbst sein Verhalten mit dem der Tiere vergleicht, so ergibt das nichts als einen Haufen unsinniger Zeichen. Tiere leben und überleben sich. Der Mensch aber tötet sich für den Fortbestand eines Worts. Der Schwachsinn des Selbstmissverstandes tut mir so unendlich leid.