Freitag, 28. März 2014

Schamlosigkeit vs. Unverschämtheit

Was ist der Unterschied zwischen Schamlosigkeit und Unverschämtheit? Die Schamlosigkeit fehlt uns noch. Sie gehört zum befreiten Leib [den unmittelbar freien für umsonst gibt es nicht!]. Die Unverschämtheit gehört den Vertretern der SchamHaftigkeit, zur Scham, zum Verbergen der Wahrheit. [Im SpeicherBurgBerg beim Großen Freund * da ist die Wahrheit gesammelt und beides vereint]

Was ist ein Schauspieler? Das ist ein Mensch größter Scham. Hinter der Bühne ist er etwas rot, leicht verschämt, schamlos nur im feinen Kleinen verborgen daheim, nackt und angeblich frei eingebildet hinterglas oder im besonderten Rähmchen. In der Röte des Gesichts zeigt sich doch nicht die Scham, sondern die entdeckte befreite Schamlosigkeit! Die Unverschämtheit ist die um die Röte betrogene Schamlosigkeit. Auf der Bühne in voller Körperlichkeit [objektiv betrachtet] ist der Schauspieler die dazu passende höhere unverschämte Allgemeinheit Person mit Ich und Selbstsicherheit und [buchstäblicher vernünftiger schriftlicher textsprachlichloser verbriefter] Freiheit. Hier wird doch deutlich, wie 'unbewusst' und 'bewusst' entstehen und auseinander gefallen aneinander haben: die Unverschämtheit zerfällt in die heimliche Liebe der Leibfreiheit und die stolze selbstbewusste bekleidete verlogene Scham in der Öffentlichkeit [übersetzt für die blöden Analytiker: das Es ist die große Falschheit (die analytische Unverschämtheit, Hurenwahrheit), die eine weitere Lüge zeugt (die Un-Heimlichkeit, das Hurenkind) und eine Scheinwahrheit (Ich und wissende Öffentlichkeit, die Zuhälterei) - und ihr Widerstand - ganz nebenbei -  ist der gegen jede Unverkümmertheit]. Der 'Leib' des Schauspielers auf der Bühne ist der entfremdete [subjektiv betrachtet]. Nackt ist die richtige Schamlosigkeit krebsrot, die Unverschämtheit ist bloß blass und nackt entstellt allenfalls schweinchenrosa.

Es gibt eine Steigerung der Schauspielerei ins imaginär Übermenschliche [bei Nietzsche ist der Übermensch nie Gegenstand der Beschreibung, geschrieben gelegentlich brieflich als schreibende Narretei an(s)ich und allein und Bekenntnis zum höchsten Blödsinn - ein Narr hat auch Anhänger nur tot bei sich abgenommen vom Seil oder Strick - seinen lebenden Anhängern ist er gern Schafhirt und unbegreiflicher Geist].

Die furchtbarste schauspielerische Scham und Unverschämtheit ist die der politischen Bühne [wenn der Mensch sich dort zur dinglich-maschinellen Kälte bekennt und wie der Zufall erscheint in der Pünktlichkeit]. Diese höchste Plattform des Schauspiels ist die absolute Oberfläche einer grenzenlosen Öffentlichkeit [des Zuschauers Realität und 'Wahrheit'], auf der der Akteur selbst gänzlich blutleer da steht [als schreiender aufgezogener Hampelmann oder Marionette]. Da geht er hin der Leib und hat nicht einmal mehr eine Röte im Kleinen. Der Schlaganfall kommt [nicht mehr als symbolischer und leiblicher Rest, sondern metaphorisch] als Paulus' Engelsbotschaft oder Schlagfertigkeit nun vom Himmel herab und erhöht den Leib im Größenwahn einer vollkommenen Körperlichkeit.

Die große Politik im Verhältnis der Staaten zueinander mit ihren Vertretern aus Putz und Schminke hat keinen wirklichen kleinen wunden gemarterten Leib mehr im Keller oder sonstwo im Verborgenen daheim. Sie hat einen tödlich wunden allein in der zuschauenden Masse an Leibern. Sie braucht die Leiber der großen Fremde für ihre Röte. Die heimliche Blähung des Politikers als Mensch wird für ihn als Funktion und öffentlicher Person zum bösen Geschwür. Körperlichkeit wird leiblich immer MassenLeid. Natürlich kann man einen MassenBeschiss auch 'braune [oder schwarze?] Bosheit' nennen. Sie, die große Körperlichkeit, braucht das Rot des Blutes in größter Zahl, in der Vorstellung einen roten Gegner auch [Mann glaubt an das fremde Böse der Welt, das durch Eroberung ein- und gründlich zu überholen sei]. Der Gegner der blutleeren Hirne der Politik ist sowohl die eigene Masse der ihnen fremden Leiber daheim [das böse Erinnern als Wiederkehr des verdrängten Leibs - oder auch das blöde peinliche Wahlvieh] als auch die als oberflächlich farbig rot eingebildeten der andern weit weg draußen. Staatliche Auseinandersetzungen sind ein Wechselspiel aus falscher eigener HautRöte (Wut) und fremdem Blut (Opfer). Wut fordert also nun Blut. Die Menschlichkeit ist den Hohlköpfen fremd (als Hass und Wut) gespiegelt im Gesicht der andern [sind nun Lüge und Wahrheit eins oder nicht!?] und vor allem gegenständlich OpferBlut, das austreten soll aus dem allgemeinen dürren papierenen geistigen Leib und muss aus der anderen Wirklichkeit [die 'andere Wirklichkeit' ist natürlich nicht übersinnlich und Hunger und Armut sind auch nicht gerecht und nicht unbegreiflich]. Hier verwandelt sich die abstrakte Körperlichkeit zurück in Brocken und Fetzen aus zuckendem Fleisch [aus Brot in Scheibchen und einem Tröpfchen Wein wird umgemünzt ein fremder ScheinLeib mit wirklichem rinnendem Blut].

Die politische Schauspielerei ist die Unverschämtheit, der die wirkliche Schamesröte ganz fehlt, und die sich die fremde Scham neidvoll nur einbildet in Wut und die dafür waten will in aller Blut. Statt sich über die eigene Blutfülle des Leibs und glühend heiße Backen zu freuen, schneidet mann [oder MannWeib] anderen lieber den Hals ab und tauft sich mit fremdem Lebenssaft. Das ist der ganze Sinn und Inhalt auch der dazu passenden letzten Religion mit Ihrem Sakrament und Ritus der Eucharistie: coram publico in gläubiger Gemeinschaft tauchen wir als Christianisten unsere Unverschämtheit in das fremde Blut. Eine Wunde nennen wir heilig und Heil, weil sie nicht unsere ist. Öffentlichkeit ist ein Hoffen auf Erlösung durch Betrug. Jedes Hoffen ist ein falsches Sehnen nach einem ferneren Leib [einen wirklichen zum Zerfetzen und einen eingebildeten zusätzlichen im Jenseits]. Zur Perversion des Christianismus gehört notwendig immer der große Krieg und die allgemeine Leibschlächterei.

Seltsam auch, nicht wahr, dass das große 'Mitleid' der Christen immer ein ergänzendes zusätzliches allgemein (!) 'befreiendes' Morden und Schlachten auslöst. Die Gläubigen der schriftlichen Freiheit sehen nicht, dass das blutende Opfer der Rechtfertigung ihr Hirngespinst ist, eine politisch oberflächlich scheinbar-herzliche Vergewaltigungsphantasie. Die Wirklichkeit passt da drüben in der unterentwickelten Einbildung Unser und ihrer Unabhängigkeit noch nicht so ganz zu unserem blutigen Wunsch, also hauen wir feste drauf auf die rote Gesundheit. Der missionierende Bluthunger will die eigene Schamesröthe nicht. Er nennt diese 'Sündhaftigkeit'. 

Das ist die einfache wirkliche leibliche mühsam dem eigenen Erröten entrungene Wahrheit.

Man darf die arabisch-islamische Halsabschneiderei nicht missverstehen. Sie ist nur die heimliche religiöse Schauspielerei im Kleinen. Sie ist nur eine kleine Erholung den Hundesöhnen der Wüste. Wir glauben ja an kein Unbewusstes: also holen sie sich mit dem Köpfchen für uns deutlich nur etwas wirkliche Röte aus ihrem falschen Himmel herunter [die Analytiker und Halsabschneider des Geistes mögen sich von mir aus gern das 'Herunterholen' anders deuten und sich analytisch ihren eigenen Sinn runterholen] und bringen ihm ein kleines leiblich gemeines beiderseitiges Dankesopfer der Lüge.

Der Menschen Zukunft und ihre Vergangenheit kann man sehen. Schamlos muss der Mensch dafür sein und an seiner Freiheit hart für sich allein arbeiten.

Wer für andere arbeitet ist dem Stumpfsinn der Allgemeinheit/Öffentlichkeit überantwortet und ohne Leib und schon verloren.

Man(n) kann auch zusammen für  s i c h  arbeiten.

Der brave AusnahmeChrist übrigens arbeitet nicht für sich und seinen Leib, sondern für ein ChristSein in Schmarotzers Freiheit der ihm erlaubten Freizeit. Dem ist der Geist von oben erlassen für die beseelte Dämlichkeit.