Seneca war ein Schuft, sagt der Corse laut Gregorovius (und so für Nietzsche). Er war verlogen aus bequemer geistiger Überlegenheit. Er war zurecht überheblich. Überreich und aus reichend fett zum Einbinden einer kleinen Wahrheit: wer nicht auf der Suche ist nach dem verlorenen Leib, soll bald vergessen sein. Oder: wer sich in Mächtige einbindet, ist schwer eingebildet, und schnell kann er am schmarotzenden Wohlsein sich überfressen.
Kommen dereinst wird ein spätes Jahrhundert,
Welchem Okeanos löst den Gürtel des Landes.
Schrankenlos steht dann offen die Erde,
Und neue Welten entdecket der Tiphys.
Nicht ist Thule das äußerste Land.
Ein Gedicht Senecas, m. E. zum Preis des Weltuntergangs (und seiner offenen Hose vielleicht?).
Es handelt vom Handeln auf dem falschen Spiegel 'Meer' (Okeanos) - schön blau an ihm ist ja nur der Schein des Himmels darin. Eine Seeschlange - die reisende Verschlagenheit, Odysseus oder Columbus - sucht auf ihm und hinter der Welt im Spiegel also nicht nach Anderland oder Atlantis? und nicht nach der Bekanntschaft des Fremden, der Freundschaft der Eingeborenen, dem Verständnis eines verborgenen vergangenen verlorenen Wahren? Nein, mann sucht im oberflächlich Weiten die Realität über der Utopie der Dummen, den Export des eigenen Geists nach Irgendwo hin oder Amerika - in ein anderes Geld- und WarenLand nur. Doch die Erde ist rund und einmal kommt die Dummheit wieder bei sich selber an. Schrankenlos offen sind wir dann: für was? die Einsicht oder für der Erde Untergang?
Geist war schon immer billig und willig, natürlich auch Preis wert als Preis von Macht und Wert.