Montag, 10. März 2014

Staat

So geht Staat. Wie die Kirche in ihrer Gesamtheit verbindet auch er zweierlei Widerlichkeiten. Wie die Ehe auch führt er nur das Beste am Menschen im absolut Hässlichen zusammen. Die Frau verliert durch die Ehe ihre Schönheit und der Mann seine Stärke: Wunsch Sehnsucht Lust wird zu Hass und Begierde Wollust Gewalt wird zu furchtbarer Langeweile. Anders: der Frau wird der beschnittene Leib mit Folter und Gewalt wiedergegeben und der Mann wird hübsch gekleidet in das elitäres Nichts eines gehaltlosen Schauspiels befördert. Im Staat gehen zusammen eine verkrüppelte Zweckmäßigkeit der menschlichen Leiber, in der sie für ihn eine Funktion, aber keine Rückwirkung auf ihn haben dürfen, und ein hierarchischer Gesellschaftsbau, der keinen Willen kennt, sondern sich auf Überheblichkeit allein beruft, auf die herrliche Absolution des herrschenden Unsinns. Tief perverses romantisches Unbestimmtes paart sich mit reiner oberflächlich class-klarer Unverbindlichkeit. Aufklärung und Vernunft sind Fiktion buchstäblich Schriftliches und brauchen gegen sich als Ausgleich eine finstere in sich gekehrte Seligkeit. Der einen Bedarf ist des anderen Zwang. Frau ergötzt sich am Geist, mann verliert seinen Leib.