Wa(h)rheit – falscher
Mann – richtiger und falscher Wahn
Erste unbefleckte
Empfängnis
Eine echte Offenbarung
ist immer ein von einer Frau empfangener und umgewandelter schriftlicher Text. Bildlich wird ihr eine Bestimmung kundgetan,
untergeschoben, ein Text der Gewalt ist dies Bild noch selber und
gehört zum neuen falschen Wahn einer falschen Offenbarung. In
Wahrheit ist die Offenbarung ein nicht weiter im alten Sinn mehr
festzumachender und festgeschriebener, sondern ein neuer belebter
Text, der befreite Wunsch und seine Rückverweisung auf den Körper
der Frau. Der allgemeine Wunsch in der Enffremdung der Warenwelt
erfährt seine höchste Verwirklichung im Begehren des Körpers der
Frau. Vormals war Frau Rede und Mann war Schrift, nun wird Rede zu
Schrift. Das Begehren tritt groß auf die Bühne der Welt. Das Drama
der Welt wird Bühnezauber, sobald alle Zeichen berechnet, bewertet,
gemessen sind. Anmaßend wird der Mensch im Sinne von vermessen: den
alten Text 'Gott' macht er sich gleich. Gott wurde Mensch zuerst für
die Frau: befreite Wunsch-Körperlichkeit, Sexualität, die sein
darf, an und für sich: unbefleckt vom Sinn. Die Frau war nicht mehr
der unterdrückte Sinn des Seins, sondern erstes physisches Sein,
befreit vom Text, herausgefallen aus dem männlichen Wahn, Ware ohne
Abnehmer geworden, schwanger ohne Mann. Sie ist lebendiger Aussatz
und aus ihrem Körper tritt als Aussatz ein Kind. Sie selbst war
einst hohler Sinnersatz für den Mann und seinen Text
'Gott-Religion', jetzt ist sie selbst hohl geworden und gebiert
Sinnersatz. Fleisch zeugt wieder Fleisch. Vater wird Sohn, Sohn
erhält Vater als Mensch. Der Sinnersatz des neuen Propheten, eines
Gelehrten wider Willen wird gezeugt. Er war nicht Gottes Sohn, kein
heiliger Geist hat ihn gezeugt, alles nur nachträgliches hilfloses
Lügen. Maria war fort, als Gott sich im Heiligen Geist über die
Welt ergoss. Die Apostel schreiben wie 's war: Gott kam nur im Hirn
eines Mannes.
Der (erlöste) Erlöser
Maria war fort und
längst schwanger von eigener Lust mit ihr verwandelt der Text und
inhaltlich, körperlich drin in ihr: ein Text der Verwandlung. Der
verwandelte Text ist ein neuer rätselhafter Körper mit rätselhaftem
Sinn. Ein Kind, das Kind sein darf und muss. In ihm wurde ein alter
Text mit Regeln, ein großes Buch, umgearbeitet in einen
fragmentarischen Text, kleine Texte, Sprüche, die zu deuten sind,
die erarbeitet werden müssen, die anstrengend sind. Der Körper der
Frau erhält im Prozess dieser Offenbarung für und durch das Kind
gesellschaftlich neue Bedeutung. Dieser gleichberechtigt Zeugenden in
einer Warenwelt wird zwar nachträglich durch die Erfindung einer
'Bestimmung' der Wert wieder aberkannt. Trotzdem hat sie gezeugt, und
sich aus sich hervorgebracht. Ihr Körper war groß, bestimmend und
mächtig, vollmächtig vor dem Schatten des Körpers des Mannes. Es
war das nicht ein Körper, der andere zwingt, sondern einer der Macht
hat durch Dasein. Der neue Text, die männliche Übersetzung und
Auseinandersetzung mit dem alten, war als papierener Schatten ein
Mann mit den Veränderungen im Geist, die das Weibliche hervorgerufen
hat. Auf dem Papier, der Oberfläche des Körpers des Kindes und
Sohnes erscheint das Weibliche erzwungen, wenn auch unvermeidlich.
Frau zeugt nur Frau und Kind und Mensch und Körper, auch wenn es ein
Junge ist. Mann ist Schatten und zeugt nur noch Schatten. Jesus war
Körper und Schatten, nicht echt. Er war kein Prophet, kein Prediger,
keine Gelehrter. Er war ein Müßiggänger, langweiliger Schwätzer,
Sinnsucher, Wirrkopf, lebensunfähig, Mensch und Körper seiner
Mutter, Wunsch eines andern, Fehler für sich, phallischer Körper,
Wunsch-Körper mit großem Mangel behaftet, Selbst eines andern, Sinn
seiner Mutter, ständig drohender Selbstverlust, ständiges mühsames
Halten und Wiederherstellen des Selbst. Die Mutter der kleinen Herrn
hingegen hatte diesen Mangel nie, sie war und ist volles und restlos
entfremdetes Körper-Wunsch-Selbst. Sie ist der reine Warenwunsch,
gewogen, gezählt und geteilt. Der Erlöser läuft nebenbei mit, der
Sinn nebenbei. Im Besten Fall ist er selbst Körpersinn und schreibt
sich die alte Welt neu. Trümmerwelt im Männerhirn. Beim Abendmahl
war daher Jesus wahrscheinlich einer der Jünger. Denn das Nehmen,
Teilen und Verteilen ist nicht Sache der Männer. Männer wundern
sich doch nur über das, was kommt, die Bruchstücke die abfallen.
Ein Mann in der Rolle des Heilands beim Abendmahl ist lächerlich. Es
ist eine Erfindung der Frau, ihre Wahrnehmung des Vorgangs der
Warenwanderung, für uns ist es befremdlich und 'Lüge und heilig',
widerlich blödes Kaspertheater.
Zweite unbefleckte
Empfängnis
Von den Vertretern des
alten Textes, die dieser neue Text nicht sein können, weil er sie
bei ihren Verbrechen stören könnte, die ihn aber halten müssen,
den eigenen wie den fremden, weil die Gewalt als verschleierte
bleiben muss, wird der neue Text zurückgeholt, umgedeutet ins
Geistige und an den alten Text gehängt: Gewalt zu Gewalt, Gewalt im
neuen Gewand, Testament kommt wieder zu Testament. Der Körper des
Menschen, in dem sich der neue Text dargestellt hat, wird eingesperrt
oder ausgelöscht, zumindest im Text. Es ist daher fraglich, ob der
Heiland der Christien wirklich am Kreuz gehangen hat. Vielleicht
etwas lang am Kreuz und Arsch seiner Mutter. Der Mensch wird zum
Kranken und Heiligen erklärt, der er nie war. Den Vertretern der
alten Texte bleibt etwas wie stumpfsinnige Blödheit und bei der
Deutung des neuen Textes entziehen sie sich dem körperlichen
Verständnis, indem sie die Aussagen wörtlich in ihr Jenseits
verschieben. Fällt denn nicht auf, wie mädchenhaft sich der
Christen-Gott bewegt? Wär er nicht Gottessohn, man könnt' ihn glatt
für irgendwas halten, doch nicht für einen Mann, ein
Trans-Schwul-Weibs-Alien kommt so daher, doch niemals ein Mann. Wenn
die gesellschaftlichen Verhältnisse, die den ersten irgendwie freien
Körper und Text erzeugt hatten, fortbestanden und fortbestehen, weil
Gewalt allgemein durch einen Warenhandel verscheiert wird, dann
entsteht ein weiterer Text: das ist die Niederschrift des ersten
verwandelten durch eine weitere Frau. Die erste, die mütterliche
‚unbefleckte Empfängnis‘ eines Textes wird nun zu einer zweiten.
Der verrückte Text wird als verrücktes Reden erfasst. Jesus‘
Worte waren verrücktes Reden. Empfängnis war ein Niederschreiben
des Redens. Es muss eine Frau gewesen sein, die für die eigene
Befreiung vom Alten oder wenigstens zur Bestätigung und Festigung
der eingebildeten Freiheit, die Geschichte eines Verrückten
niederschrieb. Hier hat die liebende Tochter den Wahn des Vaters
niedergeschrieben. Er war nur Sohn, für sie wieder Vater. Mensch
wird immer wieder nur Mensch.
Dritte 'unbefleckte'
Empfängnis als Fälschung einer Offenbarung
Lange hat es gedauert,
bis eine Geschichte von Lust, Wahn und Leid, Fleisch, verrückter
Rede, Bühnen-Text und Welt wieder zum Sinn hin verschoben, zurück
verwandelt waren, die Umwandlung ins Religiöse und Gewalttägige in
der genannten verbliebenen Blödigkeit der überlebten
Schriftgelehrten stattgefunden hatte. Und bis heute wird das dumme
Märchen auf den Bühnen der Universitäten und in den
Kirchen-Theater-Gebäuden erhalten und gefeiert. Die Reden werden
wörtlich so wie sie sind idealisiert, Selbstopfer und Mord eines
Einzelnen und Körpers wird zum Mord der Andern und Selbstopfer für
andere umgedeutet, der Körper wird in den Himmel geschickt. Der
‚Wahnsinnige‘ wird verstaut und therapiert. Die Texte der
Befreiung sind wahrscheinlich noch alle vorhanden, da sie von den
Gewalttätern als solche nicht erkannt worden sind. Sie wurden ja
wörtlich und bildlich verschoben. Sie müssen nur neu gelesen
werden, als Texte der Tochter oder, wenn ihr so wollt, einer
Jüngerin. Was war nun das Schicksal des Körpers des Mannes, der
nicht Text der Gewalt sein konnte und wollte, durfte, der gleich
neben Frau und zwischen Mutter und Tochter sich fand? Ich denke, er
war zeitweise sehr menschlich den Frauen verbunden. Ein großer
Idiot, wie jeder moderne Mann.
Zusammenfassung:
Unbefleckt heißt: es
geht hier um den Empfang, die Empfängnis eines Textes. In der ersten
geht es um den durch die Warenwelt, abstrakte Zeichenwelt veränderten
Text der Welt, wie er sich den Körpern einschreibt. In der zweiten
geht es um die Niederschrift der Verwandlung, in der die Schreibende
einen Text empfängt, in den sie hineingzogen wird und den sie sich
einverleiben muss. Für die Frau als Niederschreibende war die
Empfängnis niedergeschriebene Rede. Die dritte Empfängnis war
'unbefleckt' in dem Sinn, dass diese 'Wahrheit', die eine
Bühnen-Wahrheit war, von der Bühne genommen wurde in die
Wirklichkeit rein und dort natürlich nichts sein konnte als nur
Schatten und Gespenst, also göttlich, mit Sein und Sinn hinter der
Welt. Hinterwelt = Bühnenwelt. Für den später als angeblichen
aufzeichnenden, eigentlich falsch nachzeichnenden Mann und
Evangelisten war das Leben des Heilands wieder nur 'Text', sinnvoller
ganzer Text, Buch zu Buch, Papier zu Papier, Asche zu Asche und Staub
zu Staub, so bunt schön und doch so gehaltlos wie Dreck, Warenwelt
halt.
Das ewige Leben:
Der Erlöser stand
wirklich nie echt auf der Bühne des Lebens. Er klebte am Arsch der
Welt, nur da und für immer. Er war nur ein Mensch, Welt, Scheiße,
also mit kleiner Ewigkeit bedacht. Nach dem Tod kommt ihm halt erst
nach der Welt. Das war dann seine letzte Wahrheit. Damit sollte man
leben, wenn man ein Leben will.
Nachsatz:
Schreber hatte also
keine 'milde Form eines Transvestitimus (?)', das wäre ja wohl eine
milde Form von Interpreten-Schwachsinn. Er war depressiv? Ja,
Schatten für Schatten. Und gehungert hat er? Ja oder vielleicht, er
war gebrochen, geteilt, angezählt und – erzählt.
Zusatz:
Ich hätte oben nicht
auch noch Penisneid und Kastrationsangst unterbringen können,
verteilt sich schnell sinnlos überall. Es war die Psychoanalyse ein
'Wahn'-Korrektursystem, das sich nicht als restlos wahr und als
Glaubenssystem verstanden wissen wollte und darum immer nur ein
kleiner Spielplatz des großen eingebildeten Geistes bleiben wird.
Ich gehör nicht zu diesen Geistern und brauch keinen Spielplatz zum
Erholen. Ich hab noch nie etwas mit Freud und dessen Texten
überschrieben. Und Jung? Hat gute, liebe Schülerinnen, die (ihn)
liebevoll deuten.