Mittwoch, 16. Januar 2013

Denkwürdigkeiten, erweitert

Wa(h)rheit – falscher Mann – richtiger und falscher Wahn

Erste unbefleckte Empfängnis

Eine echte Offenbarung ist immer ein von einer Frau empfangener und umgewandelter schriftlicher Text. Bildlich wird ihr eine Bestimmung kundgetan, untergeschoben, ein Text der Gewalt ist dies Bild noch selber und gehört zum neuen falschen Wahn einer falschen Offenbarung. In Wahrheit ist die Offenbarung ein nicht weiter im alten Sinn mehr festzumachender und festgeschriebener, sondern ein neuer belebter Text, der befreite Wunsch und seine Rückverweisung auf den Körper der Frau. Der allgemeine Wunsch in der Enffremdung der Warenwelt erfährt seine höchste Verwirklichung im Begehren des Körpers der Frau. Vormals war Frau Rede und Mann war Schrift, nun wird Rede zu Schrift. Das Begehren tritt groß auf die Bühne der Welt. Das Drama der Welt wird Bühnezauber, sobald alle Zeichen berechnet, bewertet, gemessen sind. Anmaßend wird der Mensch im Sinne von vermessen: den alten Text 'Gott' macht er sich gleich. Gott wurde Mensch zuerst für die Frau: befreite Wunsch-Körperlichkeit, Sexualität, die sein darf, an und für sich: unbefleckt vom Sinn. Die Frau war nicht mehr der unterdrückte Sinn des Seins, sondern erstes physisches Sein, befreit vom Text, herausgefallen aus dem männlichen Wahn, Ware ohne Abnehmer geworden, schwanger ohne Mann. Sie ist lebendiger Aussatz und aus ihrem Körper tritt als Aussatz ein Kind. Sie selbst war einst hohler Sinnersatz für den Mann und seinen Text 'Gott-Religion', jetzt ist sie selbst hohl geworden und gebiert Sinnersatz. Fleisch zeugt wieder Fleisch. Vater wird Sohn, Sohn erhält Vater als Mensch. Der Sinnersatz des neuen Propheten, eines Gelehrten wider Willen wird gezeugt. Er war nicht Gottes Sohn, kein heiliger Geist hat ihn gezeugt, alles nur nachträgliches hilfloses Lügen. Maria war fort, als Gott sich im Heiligen Geist über die Welt ergoss. Die Apostel schreiben wie 's war: Gott kam nur im Hirn eines Mannes.

Der (erlöste) Erlöser

Maria war fort und längst schwanger von eigener Lust mit ihr verwandelt der Text und inhaltlich, körperlich drin in ihr: ein Text der Verwandlung. Der verwandelte Text ist ein neuer rätselhafter Körper mit rätselhaftem Sinn. Ein Kind, das Kind sein darf und muss. In ihm wurde ein alter Text mit Regeln, ein großes Buch, umgearbeitet in einen fragmentarischen Text, kleine Texte, Sprüche, die zu deuten sind, die erarbeitet werden müssen, die anstrengend sind. Der Körper der Frau erhält im Prozess dieser Offenbarung für und durch das Kind gesellschaftlich neue Bedeutung. Dieser gleichberechtigt Zeugenden in einer Warenwelt wird zwar nachträglich durch die Erfindung einer 'Bestimmung' der Wert wieder aberkannt. Trotzdem hat sie gezeugt, und sich aus sich hervorgebracht. Ihr Körper war groß, bestimmend und mächtig, vollmächtig vor dem Schatten des Körpers des Mannes. Es war das nicht ein Körper, der andere zwingt, sondern einer der Macht hat durch Dasein. Der neue Text, die männliche Übersetzung und Auseinandersetzung mit dem alten, war als papierener Schatten ein Mann mit den Veränderungen im Geist, die das Weibliche hervorgerufen hat. Auf dem Papier, der Oberfläche des Körpers des Kindes und Sohnes erscheint das Weibliche erzwungen, wenn auch unvermeidlich. Frau zeugt nur Frau und Kind und Mensch und Körper, auch wenn es ein Junge ist. Mann ist Schatten und zeugt nur noch Schatten. Jesus war Körper und Schatten, nicht echt. Er war kein Prophet, kein Prediger, keine Gelehrter. Er war ein Müßiggänger, langweiliger Schwätzer, Sinnsucher, Wirrkopf, lebensunfähig, Mensch und Körper seiner Mutter, Wunsch eines andern, Fehler für sich, phallischer Körper, Wunsch-Körper mit großem Mangel behaftet, Selbst eines andern, Sinn seiner Mutter, ständig drohender Selbstverlust, ständiges mühsames Halten und Wiederherstellen des Selbst. Die Mutter der kleinen Herrn hingegen hatte diesen Mangel nie, sie war und ist volles und restlos entfremdetes Körper-Wunsch-Selbst. Sie ist der reine Warenwunsch, gewogen, gezählt und geteilt. Der Erlöser läuft nebenbei mit, der Sinn nebenbei. Im Besten Fall ist er selbst Körpersinn und schreibt sich die alte Welt neu. Trümmerwelt im Männerhirn. Beim Abendmahl war daher Jesus wahrscheinlich einer der Jünger. Denn das Nehmen, Teilen und Verteilen ist nicht Sache der Männer. Männer wundern sich doch nur über das, was kommt, die Bruchstücke die abfallen. Ein Mann in der Rolle des Heilands beim Abendmahl ist lächerlich. Es ist eine Erfindung der Frau, ihre Wahrnehmung des Vorgangs der Warenwanderung, für uns ist es befremdlich und 'Lüge und heilig', widerlich blödes Kaspertheater.

Zweite unbefleckte Empfängnis

Von den Vertretern des alten Textes, die dieser neue Text nicht sein können, weil er sie bei ihren Verbrechen stören könnte, die ihn aber halten müssen, den eigenen wie den fremden, weil die Gewalt als verschleierte bleiben muss, wird der neue Text zurückgeholt, umgedeutet ins Geistige und an den alten Text gehängt: Gewalt zu Gewalt, Gewalt im neuen Gewand, Testament kommt wieder zu Testament. Der Körper des Menschen, in dem sich der neue Text dargestellt hat, wird eingesperrt oder ausgelöscht, zumindest im Text. Es ist daher fraglich, ob der Heiland der Christien wirklich am Kreuz gehangen hat. Vielleicht etwas lang am Kreuz und Arsch seiner Mutter. Der Mensch wird zum Kranken und Heiligen erklärt, der er nie war. Den Vertretern der alten Texte bleibt etwas wie stumpfsinnige Blödheit und bei der Deutung des neuen Textes entziehen sie sich dem körperlichen Verständnis, indem sie die Aussagen wörtlich in ihr Jenseits verschieben. Fällt denn nicht auf, wie mädchenhaft sich der Christen-Gott bewegt? Wär er nicht Gottessohn, man könnt' ihn glatt für irgendwas halten, doch nicht für einen Mann, ein Trans-Schwul-Weibs-Alien kommt so daher, doch niemals ein Mann. Wenn die gesellschaftlichen Verhältnisse, die den ersten irgendwie freien Körper und Text erzeugt hatten, fortbestanden und fortbestehen, weil Gewalt allgemein durch einen Warenhandel verscheiert wird, dann entsteht ein weiterer Text: das ist die Niederschrift des ersten verwandelten durch eine weitere Frau. Die erste, die mütterliche ‚unbefleckte Empfängnis‘ eines Textes wird nun zu einer zweiten. Der verrückte Text wird als verrücktes Reden erfasst. Jesus‘ Worte waren verrücktes Reden. Empfängnis war ein Niederschreiben des Redens. Es muss eine Frau gewesen sein, die für die eigene Befreiung vom Alten oder wenigstens zur Bestätigung und Festigung der eingebildeten Freiheit, die Geschichte eines Verrückten niederschrieb. Hier hat die liebende Tochter den Wahn des Vaters niedergeschrieben. Er war nur Sohn, für sie wieder Vater. Mensch wird immer wieder nur Mensch.

Dritte 'unbefleckte' Empfängnis als Fälschung einer Offenbarung

Lange hat es gedauert, bis eine Geschichte von Lust, Wahn und Leid, Fleisch, verrückter Rede, Bühnen-Text und Welt wieder zum Sinn hin verschoben, zurück verwandelt waren, die Umwandlung ins Religiöse und Gewalttägige in der genannten verbliebenen Blödigkeit der überlebten Schriftgelehrten stattgefunden hatte. Und bis heute wird das dumme Märchen auf den Bühnen der Universitäten und in den Kirchen-Theater-Gebäuden erhalten und gefeiert. Die Reden werden wörtlich so wie sie sind idealisiert, Selbstopfer und Mord eines Einzelnen und Körpers wird zum Mord der Andern und Selbstopfer für andere umgedeutet, der Körper wird in den Himmel geschickt. Der ‚Wahnsinnige‘ wird verstaut und therapiert. Die Texte der Befreiung sind wahrscheinlich noch alle vorhanden, da sie von den Gewalttätern als solche nicht erkannt worden sind. Sie wurden ja wörtlich und bildlich verschoben. Sie müssen nur neu gelesen werden, als Texte der Tochter oder, wenn ihr so wollt, einer Jüngerin. Was war nun das Schicksal des Körpers des Mannes, der nicht Text der Gewalt sein konnte und wollte, durfte, der gleich neben Frau und zwischen Mutter und Tochter sich fand? Ich denke, er war zeitweise sehr menschlich den Frauen verbunden. Ein großer Idiot, wie jeder moderne Mann.

Zusammenfassung:

Unbefleckt heißt: es geht hier um den Empfang, die Empfängnis eines Textes. In der ersten geht es um den durch die Warenwelt, abstrakte Zeichenwelt veränderten Text der Welt, wie er sich den Körpern einschreibt. In der zweiten geht es um die Niederschrift der Verwandlung, in der die Schreibende einen Text empfängt, in den sie hineingzogen wird und den sie sich einverleiben muss. Für die Frau als Niederschreibende war die Empfängnis niedergeschriebene Rede. Die dritte Empfängnis war 'unbefleckt' in dem Sinn, dass diese 'Wahrheit', die eine Bühnen-Wahrheit war, von der Bühne genommen wurde in die Wirklichkeit rein und dort natürlich nichts sein konnte als nur Schatten und Gespenst, also göttlich, mit Sein und Sinn hinter der Welt. Hinterwelt = Bühnenwelt. Für den später als angeblichen aufzeichnenden, eigentlich falsch nachzeichnenden Mann und Evangelisten war das Leben des Heilands wieder nur 'Text', sinnvoller ganzer Text, Buch zu Buch, Papier zu Papier, Asche zu Asche und Staub zu Staub, so bunt schön und doch so gehaltlos wie Dreck, Warenwelt halt.

Das ewige Leben:

Der Erlöser stand wirklich nie echt auf der Bühne des Lebens. Er klebte am Arsch der Welt, nur da und für immer. Er war nur ein Mensch, Welt, Scheiße, also mit kleiner Ewigkeit bedacht. Nach dem Tod kommt ihm halt erst nach der Welt. Das war dann seine letzte Wahrheit. Damit sollte man leben, wenn man ein Leben will.

Nachsatz:

Schreber hatte also keine 'milde Form eines Transvestitimus (?)', das wäre ja wohl eine milde Form von Interpreten-Schwachsinn. Er war depressiv? Ja, Schatten für Schatten. Und gehungert hat er? Ja oder vielleicht, er war gebrochen, geteilt, angezählt und – erzählt.

Zusatz:

Ich hätte oben nicht auch noch Penisneid und Kastrationsangst unterbringen können, verteilt sich schnell sinnlos überall. Es war die Psychoanalyse ein 'Wahn'-Korrektursystem, das sich nicht als restlos wahr und als Glaubenssystem verstanden wissen wollte und darum immer nur ein kleiner Spielplatz des großen eingebildeten Geistes bleiben wird. Ich gehör nicht zu diesen Geistern und brauch keinen Spielplatz zum Erholen. Ich hab noch nie etwas mit Freud und dessen Texten überschrieben. Und Jung? Hat gute, liebe Schülerinnen, die (ihn) liebevoll deuten.