Mittwoch, 9. Januar 2013

Hin und Her


Von unsäglichem Lavieren und der Halbschürigkeit

Mein Hin und Her, mein Lavieren für mich entspricht doch nur einer Politik der doppelsinnigen Halbheiten, der ich draußen begegne. Mutiges Aus-Sich-Herausgehen und ängstlicher Rückzug meinerseits also trifft dort auf ein Janusgesicht von therapeutischer Freundlichkeit gepaart mit Ungeduld und Gewalt. Weg-Stoßen und Liegen-Lassen wieder praktizieren wir beide, ich aus Unsicherheit und die andern aus Wut und was weiß ich, enttäuscht beide?
Mein Wahn in Bezug auf schöne Masken, denen ich im Netz begegne, ist der, dass da vielleicht noch einer ist, auf den ich dann die ganze blöde uninspirierte und oberflächliche und mit nichts als Gewalt begabte Vorstellung, die ich vom bösen andern hab, werfen muss. Die Masken sind dann für mich einerseits große Liebe und Hingabe und anderseits im von mir vielleicht imaginierten Hintergrund die praktische traurige Gemeinheit des Alltags. So stell ich mir auch mal ein schönes (!Ironie) Paar vor: sie als Muse und er Verkaufs-Berater und Galerist.
Ich aber hätt so gern uneingeschränkte Harmonie. Offene liebe Menschen. Gibt es wohl selten. Im wirklichen Leben wird die Muse aber doch oft krank von ihrem 'armen' Mann und Partner. Spricht das nicht für meine Sicht? Und ich schau zu, hilflos auf der Seite des Wunden und werde von beiden getreten, dem Wunden und seinem Peiniger. Bin ich ein dummes unmündiges Kind und ihr seid die Erwachsenen, Reifen und Weisen? Gibt es keine gewaltfreie Erziehung, vielleicht ein vorsichtiges Lavieren und Ziehen an zarten Fäden, hin und her? Leb ich nicht? Trotz der Gewalt um mich? Ja, ich lebe und Trotz, das war immer mein Maximum an eigener Gewalt und Hilflosigkeit gegen die Gewalt der andern. Und dafür gab 's und gibt 's Prügel. Die Maske wird ihren passen Widerpart schon finden oder gefunden haben, prügelt Euch, liebt Euch, ganz wie im 'richtigen Leben', Eurem richtigen Leben. Eures ist aber nicht mehr wert als meins, nur weil ich ausweiche. Man muss nicht zweimal zuschlagen, wenn einer nicht gleich zurückschlägt.
Schaut mal, ihr zwei, da über mir steht ein Text. Zeichen waren einst Folge von Gewalt. Aber für den modernen Menschen haben sich längt eigenständige Texte neben ihm gebildet. Und in den Texten findet man auch Freiheit, die nicht allen Textern passt. Man muss auch nicht immer neue machen, wie neue Kinder für neues Prügeln. Mit ein wenig hin und her darf man auch mal daran ziehen und sie leicht bearbeiten und sich bessern lassen. Sie sich zurechmachen, zu sich hinziehen, nenn ich das. Blog auf und zu. Ich hab doch keine Mission. Und wenn Du hundertmal 'mindfuck' rufst, gewinnst Du mich nicht für die Nützlichen und ihre praktischen Gott- und Grobheiten.
Ihr müsst mich jetzt nicht zurechtdeuten und -weisen. Ich schreib mir die eigene Therapie.
Jetzt bin ich wirklich wieder allein. Oder? - Oder?

Und Nochwas fällt mir grad auf:
Steht hier nicht auch:
Kinder lieben Ihre Eltern, auch wenn sie geschlagen werden
Kinder lieben Ihre Eltern, auch wenn sie weg gestoßen und liegen gelassen werden
Kinder lieben Ihre Eltern, auch wenn sie selbst weglaufen
Kinder brauchen keine Erziehung und fremde Therapie
Kinder brauchen keine Medikamente und Drogen und Ärzte
Kinder brauchen keine Waffen und gewalttätige bewaffnete Vorbilder
Kinder wollen Kinder sein und gern an seidenen Fäden der Liebe gezogen
Kinder wollen mit Kindern raufen, nicht mit Erwachsenen streiten
Kinder wollen mit Kindern spielen, nicht zur Schule gehn