Von unsäglichem Lavieren und der
Halbschürigkeit
Mein Hin und Her, mein Lavieren für
mich entspricht doch nur einer Politik der doppelsinnigen
Halbheiten, der ich draußen begegne. Mutiges Aus-Sich-Herausgehen
und ängstlicher Rückzug meinerseits also trifft dort auf ein
Janusgesicht von therapeutischer Freundlichkeit gepaart mit Ungeduld
und Gewalt. Weg-Stoßen und Liegen-Lassen wieder praktizieren wir
beide, ich aus Unsicherheit und die andern aus Wut und was weiß ich,
enttäuscht beide?
Mein Wahn in Bezug auf schöne Masken,
denen ich im Netz begegne, ist der, dass da vielleicht noch einer
ist, auf den ich dann die ganze blöde uninspirierte und
oberflächliche und mit nichts als Gewalt begabte Vorstellung, die
ich vom bösen andern hab, werfen muss. Die Masken sind dann für
mich einerseits große Liebe und Hingabe und anderseits im von mir
vielleicht imaginierten Hintergrund die praktische traurige
Gemeinheit des Alltags. So stell ich mir auch mal ein schönes
(!Ironie) Paar vor: sie als Muse und er Verkaufs-Berater und
Galerist.
Ich aber hätt so gern uneingeschränkte
Harmonie. Offene liebe Menschen. Gibt es wohl selten. Im wirklichen
Leben wird die Muse aber doch oft krank von ihrem 'armen' Mann und
Partner. Spricht das nicht für meine Sicht? Und ich schau zu,
hilflos auf der Seite des Wunden und werde von beiden getreten, dem
Wunden und seinem Peiniger. Bin ich ein dummes unmündiges Kind und
ihr seid die Erwachsenen, Reifen und Weisen? Gibt es keine
gewaltfreie Erziehung, vielleicht ein vorsichtiges Lavieren und
Ziehen an zarten Fäden, hin und her? Leb ich nicht? Trotz der Gewalt
um mich? Ja, ich lebe und Trotz, das war immer mein Maximum an
eigener Gewalt und Hilflosigkeit gegen die Gewalt der andern. Und
dafür gab 's und gibt 's Prügel. Die Maske wird ihren passen
Widerpart schon finden oder gefunden haben, prügelt Euch, liebt
Euch, ganz wie im 'richtigen Leben', Eurem richtigen Leben. Eures ist
aber nicht mehr wert als meins, nur weil ich ausweiche. Man muss
nicht zweimal zuschlagen, wenn einer nicht gleich zurückschlägt.
Schaut mal, ihr zwei, da über mir
steht ein Text. Zeichen waren einst Folge von Gewalt. Aber für den
modernen Menschen haben sich längt eigenständige Texte neben ihm
gebildet. Und in den Texten findet man auch Freiheit, die nicht allen
Textern passt. Man muss auch nicht immer neue machen, wie neue Kinder
für neues Prügeln. Mit ein wenig hin und her darf man auch mal
daran ziehen und sie leicht bearbeiten und sich bessern lassen. Sie
sich zurechmachen, zu sich hinziehen, nenn ich das. Blog auf und zu.
Ich hab doch keine Mission. Und wenn Du hundertmal 'mindfuck' rufst,
gewinnst Du mich nicht für die Nützlichen und ihre praktischen
Gott- und Grobheiten.
Ihr müsst mich jetzt nicht
zurechtdeuten und -weisen. Ich schreib mir die eigene Therapie.
Jetzt bin ich wirklich wieder allein.
Oder? - Oder?
Und Nochwas fällt mir grad auf:
Steht hier nicht auch:
Kinder lieben Ihre Eltern, auch wenn
sie geschlagen werden
Kinder lieben Ihre Eltern, auch wenn
sie weg gestoßen und liegen gelassen werden
Kinder lieben Ihre Eltern, auch wenn
sie selbst weglaufen
Kinder brauchen keine Erziehung und
fremde Therapie
Kinder brauchen keine Medikamente und
Drogen und Ärzte
Kinder brauchen keine Waffen und
gewalttätige bewaffnete Vorbilder
Kinder wollen Kinder sein und gern an
seidenen Fäden der Liebe gezogen
Kinder wollen mit Kindern raufen, nicht
mit Erwachsenen streiten
Kinder wollen mit Kindern spielen,
nicht zur Schule gehn