Sonntag, 27. Januar 2013

Flug-Körperlichkeit


Warum wir verknotet sind, mein Sein und mein Sinn

Wie entsteht der erste Knoten? Ich drehe das Eine gegen das Andere, binde es an einen imaginären Urgrund und projiziere durch eine Spiegelung den Gegensatz in ein Bild. Im Bild ist ein neuer Gegensatz entstanden. Ich drehe auch ihn, also eins gegen ein anderes und erhalte einen Text. Der Text hat seinen Grund im ersten Knoten, der ihm real erscheint: das ist das, was wir für den Grund der Realität halten und er hat seinen Sinn im Begriff, der über ihm schwebt, auch allgemein als große Bedeutung des Seins, Seele ist, doch noch nicht Seelen-Wollust. Wie sprengt man die Knoten, wie dreht man sie auf? Indem man sich von allen Texten und Zeichen befreit und nackt dann dasteht als das oben geschilderte Gerüst und sich darin begreift? Geht nicht so einfach. Reicht nicht. Man verkennt sich in der Struktur erst nur, weil sich diese nicht ändert. Man setzt erst einen falschen Text an einen falschen Text und glaubt sich befreit. Falsch ist das noch. Aber immerhin, man ist bereit. Die gesamte Struktur mit den zwei kleinen Spiegelknoten und der zweiten richtigen Spiegelung dazwischen muss sich nochmals spiegeln. Der nackte Mensch, der bloße, mager bis auf 's Gerüst und nur mehr ein Rippengitter braucht einen zweiten, Menschen, Spiegel, einen weiteren für eine weitere Spiegelung. Bei dieser letzten Spiegelung gehen dann alle Knoten auf und es erscheint dazu etwas, das sich der Beschreibung entzieht. Den Wahn halt aus. Der letzte Spiegel heißt große Liebe. Ein Illusion. Jedoch auch der schönste Grund, ein Grund nur für sich. Und er öffnet die Sinne neu und reißt Welt und Sinn auseinander und reißt die Welt ein. Ein Körper wird befreit von Zeichen und Sinn, sogar von Sprache, und er verdichtet sich in sich und um ihn wird als neue Hülle, aus zerrissenem Text, Bruchstücken alten Sinns, etwas zum neuen Körper und seinen freien Sinnen hin gedreht, der Text neu erzeugt und mit Schmerz gehalten, also ein neues Selbst ohne Text und Schrift liegt bloß und für sich, ein höchstes greifbares Sein, das nicht die hohle Seele und Begrifflichkeit ist, sondern Körperlichkeit, Sinnlichkeit und Gefühl und dazu bildet sich eine neue Welt, die nicht nur Spiel mit der Einsicht der Entfremdung und nur Um- und Hin- und Herwertung ist, sondern endlich Zeichen und Text des Gefühls, der Sinne und Körperlichkeit. Das also entsteht, wenn zwei in sich gehen und die Spiegelung zulassen. Sie Hülle, er Kern. Zwei Seiten des Spiegels. Harmonie. Und im Moment der Berührung, scheinbare ewige Symmetrie. Was aber, wenn die große Liebe geht? Nacht und Traum, Dunkelheit, Sinne verschlossen in sich? Unbeschreibliches.