Es gibt keine Wiedergeburt in dem
Sinne, dass eine lange Reihe von Ich/Selbst-Einheiten geradewegs
auf dich zumarschiert ist. Das Selbst ist ja nur eine ganz leere
Hülle, die allen gleich ist und allen zugleich gehört. Es ist
überall und jederzeit. Und alle Ich sind geschichtet, Geschichten in
einem Text, ein Universum von Zeichen und Buchstaben, durch das sich
ein Sinn bewegt. Aber der Sinn ist nicht der Uns-Sinn, nicht
isolierter Ein-Sinn. Das bist nicht du. Es sind viele Sinnteilchen, die wir sind, die in uns sind. Es gibt eine große allgemeine Hülle des Selbst, die mit vielen Zeichen beschichtet ist. Jeder
ist für das, was er tut, schon immer verantwortlich, aber nur
deshalb, weil er halt ist, was er tut. Der Wille wird mit dir
geboren, er geht den Taten voraus und wird hinter ihnen hergezogen. Er ist nur ein Zeichen. Im Grunde bezeichnet er die Oberfläche und tragende Hülle. Er ist nicht anders als der Grund der Dinge selbst, er ist als Begriff und Wort unfassbar für sich. Er
ist unsere Seele und der Schatten des Schöpfers, des Autors, des
Malers Idee. Inspiration ist ein verfeinerter Wille mit Eigenleben, der einem freien einsamen Geist nur gehören kann und nicht mehr der Hund ist und an der Leine eines sozialen Viel-Ichs hängt.
Geh zurück an den Anfang und du erkennst deine Not,
das, was dich immer treiben wird und das, was dir begegnet, ist nicht
von dir bestimmt, insofern ist es der Zufall und dein Wille wird ihm
erliegen. Ich schick mir meine Texte auch voraus und zurück. Sie
waren schon immer da. Sie sind bestimmt.
Die Verantwortung für die Taten sind
unvermeidlich, aber nie zu entschuldigen, die Not bleibt. Jede
Sinn-Spitze, die herausragt aus der Wirklichkeit als Teilchen, als
Begriff, als Ereignis, als Subjekt, ist nicht nur durch alle anderen
vermittelt, sondern war auch schon vorher da. Was ist, kommt auch
wieder, aber nicht in einer Seelen-Perlen-Kette. Im BG steht, dass jede Seele schon bis zur Neugeburt des Universums warten
muss und dann mit allen anderen wiederkehrt. Ist auch aus
Platzgründen erforderlich. Dann wird das Bild mit seinen Teilen neu
gemalt, wie übermalt. Die Zahl der Wiedergeburten aller bisher ist
gering und das ergibt sich aus der geringen Komplexität unserer
Welt. Die Zahl müsste leicht zu berechnen sein. Vielleicht ist es sogar die 42 (das
ist kein Scherz und es interessiert mich auch nicht). Das Ende der
Welt ist auch berechenbar (es kommt bestimmt nicht im Dezember 2012). Der
Maler ist nicht frei in seiner Malerei. Steht auch im Buch der
Bücher, im BG. Die Reihe endet, wenn das Sinn-Teilchen mit entsteht.
Vielleicht ist es im Kleinen und als Anfang schon da und unser Sinn
im Kopf. Aber Sinn hat noch kein Eigenleben. Die Buddhisten sind so
notwendig, wie sie unbedeutend und lächerlich sind. Zum großen
Licht kommt es noch lange nicht. Das nächste Ende des Universums
kommt, wenn das Licht auf der einen Seite des Spiegels sein
hypothetisches Gegenteilchen erfasst. Das Gegenteilchen ist unser
rätselhaftes Sinn-Teilchen im Kopf. Dieses Sinnteilchen lässt sich
in die Realität hinüberzerren und erlaubt den Bau eine Maschine.
Der Bau ist notwendig und wird geschehen. Die Sinnteilchen müssen
zum Leuchten gebracht werden außerhalb des Kopfes. Es werden kleine
blaue lebendige leuchtende Würmchen sein, keine undefinierbaren
Kügelchen im Sand eines eigensinnigen Wirr-Kopfes. Die Voraussetzungen dafür sind noch
lange nicht er/reich/t, der Mensch wälzt sich lange noch sicher in
der Scheiße seines Glauben. Geistig hat er eben mal seine Geburt
überstanden. Die in Trance gereinigten Geister sind so selten und so
schwer einzufangen und so wenig glaubwürdig halt wie Sinnteilchen. Technisch lassen sich Sinnteilchen mit
Spiegeln am Rand des Seins erzeugen – und kontrollieren.