Nachdem Kapitel 4 erreicht und der Grund des Schreibens und des Wahnens Schrebers als ein 'weltordnungswidriges' Verhältnis von ihm und uns erkannt ist, beginnen wir die Interpretation mit einem ersten Ende, als beliebiges Ergebnis, mit einem Fazit. Vieleicht berühren wir etwas vom fehlenden dritten Kapitel. Was aus dem Buch rausfällt: das Wunsch-Ende jenseits des Geschriebenen: Schrebers Wollust-Körper, der ihm einen Ersatz darstellt für den Beischlaf, und durch den er eine seelische-körperliche Vereinigung von Mann und Frau in ihm selbst erreichen will. Seele und Körper willkürlich zu verteilen. Zu diesem Körper gehört anscheinend auch das Leid daran, die Depression. Beides Körper, beides seelisch. Dieser besondere Körper gehört zu Schrebers Leben und ist nicht Fiktion oder Wahn. Beides war schon länger im Leben da. Im Buch ist er die höchste eingebildete Realität und letztes Ziel und als dauernd gegenwärtig nicht zu erreichen. Der Punkt ist absolut sinnlos, auf ihn und den Wollust-Körper, diese erdige Seeligkeit kann man alle Bilder aus dem Buch und Deutungen dazu hin schmeißen. Mit Depression und Wunsch-Körper muss man, kann man auch leben. Sodann fällt heraus aus dem Buch, das, was sich überhaupt nicht schreiben, sondern nur real erleben oder beschreiben lässt, das wirklich Lebendige, das furchtbare Sterben, das reale Hin- und Hergeworfen-Sein zwischen tiefer Lust und wortloser Angst, das erst beiseite geschoben werden muss, der tatsächlich erlebte und gelebte Wahn, der ein wenig verdrängt werden muss vor dem ersten Einstieg in den Text, und den die Interpreten doch oft mit hinübernehmen ins Geschriebene und dieses dann über-interpretieren in dem Sinne, dass sie dazurechnen, was nicht da ist, sie ihn zum 'Fall' machen ihres eigenen realen Wahns, medizinischen und religiösen vor allem und die Behandlungsmethoden dazu, Heilen und Beten, damit rechtfertigen. Ärzte und Pfaffen und andere bezahlte Heiler geht Schreber überhaupt nichts an. Er war im Vergleich zu ihnen ziemlich gesund – und harmlos. Beides, der wirkliche Körper und der selig-sinnliche (weibliche) Wollust-Körper sind erst einmal tiefere Gründe des Schreibens und stehen also weitgehend außerhalb davon. Der selige Sinn ist das Buch ja an sich und der reale Körper steht im Buch eher am Rand oder ist Gegenstand von Zusätzen. Man könnte natürlich hergehen und auf die Elemente alles drauf packen, dann wäre man aber mitten im Buch. Hier aber haben wir erstmal Schreber als Mensch und als Buch und also begann unser Untergang.