Sonntag, 6. Januar 2013

Vom Geist hin zu den Sinnen

So hab ich mir etwas Geschichte einverleibt:
Es gibt eine Welt der Zeichen, unsere Welt der Gewalt. Und es gibt einen Körper, den die Welt der Zeichen ab dem Zeitpunkt der Geburt überschreibt, verdreht und entstellt. Und es gibt ein Sprechen, das den toten Zeichen Leben gibt. Die Sprache ist der Umgang des Menschen und seines Körpers mit der Welt der toten Zeichen der Gewalt. In den toten Zeichen ist das aufgespart, was die einen Mehrwert nennen und was uns nur Unwert ist. Der Körper stößt nun gelegentlich in einem Akt der Offenbarung und Selbstfindung und Selbstheilung die Welt der Zeichen und der Gewalt mit der Sprache gar noch weg von sich. Die Sprache nimmt noch sein/ihr Subjekt des Sinns mit. Was bleibt, ist der Körper mit seinen Sinnen als Grund allen Seins und Sinns: das war die Erleuchtung der Erleuchteten. Und nicht ist ein Gott Mensch geworden, was für einen lächerliche Lüge. Ein Mensch dringt dort ein, wo vorher die Götter, und dann der eine Gott hauste. Das ist die Wahrheit. Und nochmal: das ist Erleuchtung. Ein Körper sprengt die Welt des Sinns. Und die Bruchstücke kommen diesem Menschen in seiner Sprache verwandelt wieder und werden nun in anderer Gestalt erkannt und belebt. Das sind die kleinen Wunder des Erleuchteten: es waren Sprachwunder. Alle Heilungen des Heilands waren nur Sprachheilungen seines Selbst. Und alle großen Wunder waren Sprachheilungen, große Sinnzeichen-Wandlungen, Mythen-Korrekturen. Der Christen-Heiland hat also weder wirklich geheilt, noch ist er auf dem Wasser gelaufen. Er hat nur sich und seine Sinne geheilt für seinen Körper und er hat sich allenfalls Wünsche geschenkt für die Vielen in seinen Träumen. Er war nur Mensch und sein Vater war Mensch. Im Nachhinein wurden durch eine Niederschrift (das NT) die Wünsche und Träume des einen Körpers wieder der alten Ordnung der Zeichen zugeschrieben, einfach ein neues System der Gewalt errichtet. Man nennt das Paranoia. Und Paranoide habe spitze gold-gelbe Hüte. Der Körper wurde nur wieder verleugnet. Der alte Geist, der mit der Selbstfindung des Heilands für ihn und nur ihn damals Mensch und Fleisch geworden war, mit allen seinen Regeln der Unmenschlichkeit und Gewalt, wurde wieder stark und neu und nachträglich, lang nach Tod eines Erleuchteten, wieder zu Regel und Vorschrift und Gesetz. Der Liebende wurde durch den gerecht Liebenden ersetzt. Und die Lüge dazu: das war der Geist ohne das wirkliche Licht, das Wissen ohne die Erleuchtung des Einen. Erleuchtung gibt es nicht als Ware, und schon gar nicht als Massenware. Die Erleuchtung kommt von allein, die Lüge dagegen wird massenhaft von oben herab gegeben. Das was der heilige Geist, Gift- und Goldtropfen des Sinns. Die Lüge gegen Körper und Fleisch. Mit der Lüge konnte man den Körper zurückdrehen zu Sünde und Schuld. Darum begreift auch keiner – zurecht – wodurch und wieso genau denn das Sterben des Heilands uns erlöst haben soll und wovon. Also am Ende haben wir wieder eine Welt der Gewalt und dazu den entwendeten vergeistigten Erlöser. Der Erlöser wollte uns gar nicht erlösen und schon gar nicht in den Himmel der andern verschoben werden. Soll sich jeder selbst erlösen, das ist die Wahrheit. Er ist geschlachtet worden, was sonst hätte man mit einem gefährlichen und freien Körper machen sollen. Freiheit ist ansteckend. Das Schlachten hat uns denn auch nicht befreit von der Erbsünde – das war eine vergeistigte Lüge – sondern uns Zwang und Gewalt und Körperfeindlichkeit erhalten. Das Laufen auf dem Wasser war nicht nur gegen einen alten Mythos gerichtet. In diesem angeblichen Wunder darf uns der Heiland nun doch etwas sagen: seid Körper, lernt schweben und fliegen. Das nur ganz kurz zum 'heiligen Geist'. Es war mir ein Bedürfnis und vielleicht Vorgriff auf Neues. Geschrieben als Kommentar zu einem Text eines Wesens, das mir hoffentlich Geschwindigkeit und Schwäche der Gedanken verzeiht. Aber er war ja nur für mich.