Die Wirklichkeit steht nur zufällig am Ende des
Traums, des Schlafs. Sie ist nicht sein Gegenpart. Not, Hunger, Arbeit
vermitteln uns diese Wirklichkeit, in der kein Platz für Traumwelten ist. Im
Traum beendet beim Erwachen der Tod des geträumten Selbstbildes die physische
Freiheit, das unvermittelte Dasein des Subjekts. Im Schmerz, der Wunde, dem
Ekel, der Angst, dem realen Verlust eines Dings und Wertes, aber auch eines
Vermögens der Seele und des Körpers setzt sich nur manchmal noch der Traum im
wachen Menschen fort. Im Traum hat man etwas zu verlieren, in der Wirklichkeit,
in der der Traum verloren und erloschen ist, hat
man aber auch sonst schon alles verloren. Im Traum der Nacht und des Tags wird
einem etwas körperlich genommen, in Seele, Geist und ins Fleisch geschrieben,
gezeichnet, geschnitten, in der Wirklichkeit aber muss man seine Schulden
abarbeiten und sich durch Arbeit am Leben halten, den schwarzen Zeichen und der
Schrift folgen, im Leben so grau und fad und so inhaltlos traurig. Im Traum ist
man ein Anderer, in Wirklichkeit spielt man nur um den Einsatz des Andern,
versucht man nur die erlittenen Verluste wie alle und jeder, wie einer und
keiner wieder wettzumachen.