Dies Land ist ein Hohlraum, ein Nichts, ein schwarzes
Loch, eine Leere,
von dem die Erlösungssüchtigen, Froh-Doofen,
Dumm-Seeligen
und Heils- und Führergläubigen, der Glücksbesoffenen Heere
der Welt sich angezogen fühlen, ein ziemlich finsterer
Ort,
wo sie nur im eigenen Leuchten und inneren schwachen
Licht
einen verborgenen Schatz im Sumpf von Trauer und
Schwere suchen.
Dieses Land ist nicht fremdenfeindlich. Die geistig
und die seelisch
und im Empfinden ebenso Bedürftigen wie Erfüllten,
die das Schattenreich besuchen und nicht mehr
verlassen können,
werden gern, vielleicht sehnsüchtig erwartet, mit
unglaublicher
seltsamer Lust gar aufgenommen und willkommen
geheißen.
Sie sind das einzige Licht hier, bringen lebendiges
Feuer.
Das Schattenreich war niemals der willigen Untertanen
und
eines Volks von gern Geführten Reich, sondern nirgends
auf der Welt
waren eines Landes Bürger je so gleich in der
finsteren
Und unbestimmten Begierde und einem sinnlosen leeren
und tiefen Schmerz und sich einig und zugleich so sehr
vereinzelt
und allein wie hier und voller Verlangen nach dem
Anderen.
Es ist die Heimat des Unglücks, der immer und immer
wieder
verbrannten Ernten sowie des beständig schwindenden
Reichtums,
des Unglücklich-Seins, der Trauer und Unruh auf Dauer,
der hässlichen schwarzen Nacht, die regelmäßig und
lang seine
Bürger überkommt und ihre Körper schluckt und überformt
mit Taubheit,
wuchernder Mitleidlosigkeit. Die Bürger eint ihr
Schatten nur.
Was dies Land ohne Absicht, Schuld und Wille ist, das
führt sie her,
in ihren Untergang die Utopisten, Frommen, Gläubigen,
die Humanisten, die Jenseits- und die
Erlösungssuchenden
und sonstigen Verrückten, in ihrem Liebesstau und
–taumel.
Sie kommen her, weil es sie braucht, verlangt, das
große leere Grab,
im Land, das Loch im Kopf und Magen der Schattenländer
Körper.
Es braucht die fremden Meister irgendwie, die Lehrer,
Führer, Götzen,
Gott. Es öffnet ihnen und ihrem Anhang, der von Sinnen
ist,
blind und taub und ohne Arg und jeglichen Verstandes beraubt,
der blöden Hoffnung und dem Jenseits- und
Befreiungsglauben,
in dem sie wehrlos treiben und ruhen wie vermenschlichtes Vieh
das Nichts, in das es passt und das es selber immer
wieder ist.
Sie sind es, die den Untergang erbitten, nach Strafe
betteln,
die Haut vom Fleisch, das Fleisch vom Knochen und
alles von der Seele
trennen wollen, den Ungeist rufen, der alle eint im Schattenreich,
den Henker, Totengräber als den Tröster der
Verlorenen,
den Herrn erschaffen als den Grund der guten
Hunde-Seele
und als Sinn der Sklaven-Sehnsucht, die sie
fromm-dämlich bei sich führen.
Und alle werden Erde, Staub, der Meister und sein Gefolge.
Sie sind Fremdländer, sie kommen und verschwinden
wieder spurlos
im leichten Grab aus Wind und Rauch. Die
Schattenländer bleiben da,
sind selbst der Tod, unsterblich, sind unbegreiflich,
unverstanden
unverändert, unscheinbar, unwandelbar und unbedeutend
sie warten auf den nächsten endlos langen Zug von
Seeligen.
Bald sind es vielleicht die Menschen, die sich selbst
in Säcke stecken
und dem Licht des Tages nur Haariges entgegen recken.
Sie ahnen schon, dass sie im Kleid der Nacht einst
bloß und machtlos sind
gegen das Feuer und den Staub. Die Schattenländer sind
geschützt,
bloß kaltes totes Fleisch, sie haben eine Seele schwarz
auf weiß,
sind stumm und denken mit dem Stift nur Male, Bilder,
Zeichen, Schrift.