Dienstag, 31. Dezember 2013

Franz

Politik und Recht dient nur den Reichen, Kirche und Religion lehrt bloß den eigenen Lohn, die Weisen und Gelehrten sagen ihr Gehalt nur voraus.

Ein Prophet (Micha 3,11) beschreibt in einem Satz sich, seine Welt und erkennt seinen Glauben und Gott. Oder war er ein Seher und wurde nur nachträglich von den Subjekten der gesehenen Verbrechen, von den ÜbelTätern erst zum blöden Propheten gemacht? Hat er die Wirklichkeit gesehen oder nur die Armen verkannt? Wer arm ist, dem bleibt ein (vergebliches) Hoffen auf Erbarmen. Der Arme hat keinen Platz im obigen Satz. Er braucht nicht den Staat für die Verteidigung von Vermögen und Recht und Sicherung von Besitz und Herrschaft, er braucht keine Kirche der eitlen Darstellung übersinnlicher Gewalt und sinnloser Pracht, er braucht keine Religion und keine Wissenschaft als Rechtfertigung und Beschönigung einer geldwerten geld- und machtsüchtigen Welt, keine Überhöhung durch einen ZusatzHinterSinn. Dem Armen genügt das Nötige des Diesseits und ein kleiner Aberglaube: ein Rest von Widernatur (unvermeidliche Arbeit) und ein Rest von Ungeist (der unvollkommene Unglaube). Einem durch die Armut gereinigten Verstand sind Religion und Wissenschaft einfach nur der zur Warenwelt gehörende höhere Blödsinn.

Franz von Assisi war arm. Er war kein Vorbild, kein Heiliger. Er war ein leiblicher Einwand gegen jedes Reich und alle Reichen, gegen Staat, Kirche, Religion, Wissenschaft, Macht, Hass und Gewalt.