Ein Prophet (Micha 3,11) beschreibt in
einem Satz sich, seine Welt und erkennt seinen Glauben und Gott. Oder war er ein Seher und wurde nur
nachträglich von den Subjekten der gesehenen Verbrechen, von den
ÜbelTätern erst zum blöden Propheten gemacht? Hat er die Wirklichkeit gesehen oder nur die Armen verkannt? Wer arm ist, dem bleibt ein
(vergebliches) Hoffen auf Erbarmen. Der Arme hat keinen Platz im
obigen Satz. Er braucht nicht den Staat für die Verteidigung von
Vermögen und Recht und Sicherung von Besitz und Herrschaft, er
braucht keine Kirche der eitlen Darstellung übersinnlicher Gewalt und sinnloser Pracht, er braucht keine Religion und keine Wissenschaft als Rechtfertigung und Beschönigung einer geldwerten geld- und
machtsüchtigen Welt, keine Überhöhung durch einen
ZusatzHinterSinn. Dem Armen genügt das Nötige des
Diesseits und ein kleiner Aberglaube: ein Rest von Widernatur (unvermeidliche
Arbeit) und ein Rest von Ungeist (der unvollkommene Unglaube). Einem durch die Armut gereinigten
Verstand sind Religion und Wissenschaft einfach nur der zur Warenwelt
gehörende höhere Blödsinn.
Franz von Assisi war arm. Er war kein
Vorbild, kein Heiliger. Er war ein leiblicher Einwand gegen jedes
Reich und alle Reichen, gegen Staat, Kirche, Religion, Wissenschaft,
Macht, Hass und Gewalt.