...am Übergang von Klugheit und Schönheit hin zu Sinn und Maske und retour
Der Penis ist als solcher
Zeichenzeuger, Zeichen dann die Schwangerschaft und das Kind, als
Phallus ist er Verselbständigungsanzeiger der Zeichen. Als
Zeichenzeuger wurde er in die Erde gerammt und mit dem Träger
lebendig begraben, beerdigt und beide zum toten Zeichen. Nie war er Zeichen und Symbol. Wenn sich
die Zeichen später überlagern, sich aufeinander beziehen und
beziehen müssen, um Sinn zu machen, dann bezeugt der 'Phallus' die
Tatsache, dass ein Zeichengewebe entsteht, entstanden ist und er ist
bloß das, was die Zeichen als Willen fordern, die Überlagerung von
großen Zeichen bringt kleine hervor, die selbst in ihrer
Auseinandersetzung wieder einen Sinn-Herrn sich schaffen. Der
Sinn-Herr fordert für seine Zeichenwelt der Macht einen Willen.
Begehren ist Macht und der Wille eine Forderung an das Subjekt. Es
bezeichnet, es denkt, also will ich. Die Zeichenwelt, steht sie für
sich erst, braucht einen Willen und dafür steht der Phallus. Die
ersten Symbole (sinnlichen Sprechens auch) bezeichnen den schwangeren Körper der Frau. Die Zeichenwelt ist ursprünglich weiblich. Bei der
Geburt eines männlichen Kindes wurden das Zeichen der Schwangerschaft vernichtet, ein Symbol, das errichtet war, gewendet, vernichtet, zerstört, zertrümmert, oder einfach umgeworfen und begraben. Bei der Geburt eines Mädchens blieb das Zeichen stehen. Das erigierte männliche Genitale war also nebensächlich Bestandteil des weiblichen Körpers. Wird später der Phallus
verehrt, dann auch das Messer. Dem Schöpfer und Künstler hat sich allerdings das Symbol ganz zufällig ergeben. Ihm ist nur das Messer ausgerutscht. Es ist ganz einfach: das Zeichen des
schwangeren Körpers, das Symbol des Weiblichen, die Schwangerschaft
im Bild wird durch einen dummen unabsichtlichen Schnitt zum Phallus: ein neues Symbol entsteht durch
eine kleine Veränderung: der Phallus: Geschenk eines Tölpels an seinesgleichen. Das heißt, der Penis war nie
Urbild des Phallus. Die Zeichen sind also aus einem Betrug (Mann war noch nicht Vater) geboren und die Klugheit war Folge des Betrugs (erster Schritt
weg vom Tier) und die Schönheit der Zeichen einer Zeichenwelt war dann
wiederum (zweiter Schritt) die Geburt der Lüge aus dem Selbst-Betrug. Der erste Schritt ist kaum fassbar, der zweite umschreibbar in Bildern: der Phallus zieht symbolisch irgendwie auch Wille und Macht und Männlichkeit nach sich, so wie die Mutter ihr verzogenes Kind oder der hinkende Krüppel sein lahmes Bein. Der Phallus steht von Beginn an beim Sinnloch, hat selbst keinen Sinn. Der Mann des Übergangs muss dies Loch dichten, hier schließt sich der Kreis im Bild von der ewigen Wiederkehr. Und wenn er noch so viele Masken überzieht und Bilder über den Mangel legt und Sinn über Sinn stülpt, alles zeichenschwer und -schwanger sich macht, mann wird niemals schwanger-er Körper, er ist Phallus in Stein. Das soll mir kein Sinn-Analytiker richten. Am Anfang war Mann verzogenes Kind gezogen vom Schwanz und am Ende Dichter und hinkender Krüppel mit der einbeinigen Muse im Tanz. Der höhere Mensch (Mann) steht am Übergang, also genau wieder da, wo der Mensch in die Geschichte eingetreten wurde: seit der Zeit schleift er als seinen wilden Willen, nachträglich zum veräußerten Zeichen, bildlich z. B. am Schwanz einen Löwen hinter sich her und schaut zurück in ein blendend Bild der Sonne. Aber Löwe mit Mähne und Sonne sind weiblich. Maximal gebiert die Löwin dem Dichter ein Junges, den kleinen Willen gegen den Willen, den Unwillen, die Einwilligung ins Nichts, den Widerwillen gegen die Zeichen, den Schmerz und die Freiheit des Wahns. Das klügste aller Tiere hat einst die Wüste verlassen und kehrt dorthin zurück. Der Dichter ist jedoch nicht Eroberer und Sinnschöpfer, und die Deuter saugen am leeren Euter. Der Dichter ist selber ein Deuter und sinnloses DuDu. Der Deuter hält sich für den Löwen des Sinns, er ist es im oben beschriebenen Sinn, nachgezogene eingebildete Schwangerschaft. Soll er doch selber dichten und sich an den Übergang stellen, ihn raten. Der Dichter ist nicht schwul, leidet nicht unter ejaculatio praecox und ist nicht vorgehäuteter Dauer-Onanist: die Oase ist nicht der Anus und die Palme ist nicht sein Penis darin, Suleika ist kein Mann und auch keine Hure. Ein Rätsel ist ein Rätsel und keine Krankheit und der Dichter ist kein kranker Sinn-Zwerg. Ein Samt- und Plüsch-Zwerg ersteigt keinen Berg. Kein Wunder, dass Nietzsche so empört war mit dem Deut-Zwerg der deutschen Deutlichkeit im Arsch. Um den Hals des Adler ringelt sich eine Schlange. Und der Zwerg am Boden ringt mit sich selbst und mit dem Schädel im eigenen Sinnlos-Loch oder dem deutenden Ringelfinger. Wer war hier mal zufällig beiläufig Z-NN, 200, der Deut-Zwerg in Samt und Plüsch?