Dienstag, 9. April 2013

Z - N N


Aus einem netten Buch, in dem Nietzsche/Zarathustra grundlos zum Leben erweckt scheint:

vom Kindheitstrauma zum überforderten/-den Schüler zum überheblichen Studenten zum weltfremden Professor zum drogensüchtigen Traumtänzer, von Männerfreundschaft und Krötentraum zur knabenjagenden Bestie, vom Einsiedler der schweizer Berge zum Italienurlauber (Urlaub als Flucht auf glückselige Inseln), vom Leser, dem 10000 Texte einverleibt, zum Dichter und Philosophen, der sich selber wörtlich erschafft ... Die Texte, das Wörtliche lassen sich belegen oder lass ich gelten, aber das übrige ist wohl geträumt. Weiter: … vom Menschen, der sich zum Text unter Texten umschafft und sich in allem spiegelt, zum Text-Körper, der im Wahn wieder wirklich wird, werden will ... Schon wieder nur halb richtig. Kind mit Unschuld und Not und - der Fratze im Spiegel?

Der sinn-gelehrte Deuter hängt am schlaffen Euter und folgt Nietzsche von Zitat zu Zitat zu Zitat, füllt sich prall mit Andeutungen, merkt nach über 500 Seiten, dass nichts kommt von triefem Gehalt und gebiert endlich für sich und aus sich zum Schein eine seltsame Monstrosität, einen angeblich so grundbösen Menschen mit verbrecherischen Gedanken, der sich mit einer Lustseuche Folgen selber straft. Die kranke Lust eines Nietzsche-Rückdeuters, könnte das sein. Nenn ich so. Klebt an Nietsches Leimrute, der Deutlichkeitsfalle der ach so weisen Sprüche des Narren für - Narren.

Jeder weiß heute, dass krank immer die Lust schon der Gottesfürchtigen war, die sich wie die Weiber kleiden, kinder- und knabenquälendes, -vergewaltigendes Pfaffengesindel. Mit Nietzsche nicht zu verwechseln! Und Mörder und gründlich verdorben und schlecht war immer schon der Mensch auf der Bühne, der Schauspieler, der Redner, der politische Führer, Verführer (Wagner und Hüttler, Z-NN, 200, zwei Nullen zum Geburtstag). Mit Nietzsche nicht zu verwechseln! Der Hüttler hat übrigens wirklich den Stock bekommen, mit dem sein Vorbild schon von Zarathustra Dresche bezogen hat. Der Sepp war noch dankbar dafür: hier ist der Hund, so verliebt in den Stock seines Herrn.

Nietzsche war kurzsichtig, Hypochonder, depressiv und ein wenig autistisch-weltfremd. Nicht wirklich körperlich krank, nicht infiziert mit großem Leid. Euphorischer Selbstdenker, depressiver Selbsthenker (so etwa nach Kafka). Er war auch kein Epileptiker, nur weil sein Denken sehr bildhaft war und im Hirn gelegentlich gegen die Sinnzeichen intuitiv feuerte. Philosoph und Dichter, gewaltig und bunt. Einzige Vision wahrscheinlich der dämlichen Deutlichkeit dazu, wär mir zu bunt: eine Kuh, die auf einem Ochsen reitet.

Die Lust-Seuche Syphilis ist Märchen, das kein Mediziner glaubt. Tripper eher wahrscheinlich (Kröten gemeint: Schweizer Krankheit, Kröten im Überfluss, Morbus Venereus, hier: der Tripper, auch ein Wanderer, gehörte wohl Basels kranker Weiblichkeit, glasklar wie ein Kondom). Gelüftete, geliftete Ochsenhaut, ekzematöse Selbstbespieglung irrer Ärzte. Zwerge mit grausliger Visage. 'Schwul und verseucht': da hat sich der Gelehrte behandschuht die gläserne Giftspritze aufgezogen. Die Ärzteschaft hätte es einfach haben können: Buch aufschlagen und lesen: also sprach … nach und nach mir der Schmarotzer.

Das Ende Nietzsches ist einfach: die Volkskrankheit des 19. Jahrhundert war die Depression, nicht nur als Nachwehen der Aufklärung, ein Mittel dagegen war jedem leicht zugänglich Morphin/Opioide (Narcein in Turin). Im Zustand der Depression und im mäßigen Rausch (macht Denken und Schreiben wirr) kam Nietzsche ins Irrenhaus. Von einem Pfaffen/Theologen angeführt, dem falschen Freund offensichtlich! Angeschmiert. Lehrbuchmäßige Behandlungsempfehlung: extrem hohe Dosen von … Morphium/Opioiden. Die angeblichen Wahnsymptome wahnsinnig dichter Denker im 19. Jahrhundert: immer Behandlungsfolgen! Lies die Oneiroide Erlebnisform! Hölderlin war typisches Opfer der Mittel der Verblödung: brutale Zwangsmaßnahmen und Morphium in großer Menge. Hysterisches Weibchen der Zucht. Damit hat man in kürzester Zeit aus Menschen mit Hirn und Lebenskraft die 'letzten Menschen', Wahnsinnige und Idioten gemacht. Und man seziert nachträglich nachtragend im Wissenschaftsbetrieb die Gehirne und findet: gelegentlich im Nachlass den Teufel. Oft hat aber ein frommer Teufel schon aufgeräumt und mit dem Feuer des Geistes den rechten Beweis der Sinnlosigkeit erbracht. Der Suff wars, die Drogen, die Trauer, die Einsamkeit, die mordete oder – nur der Zufall und die brennende Zigarette auf trockener Haut. Literaturwissenschaftlich kotverschmiert, ejakuliert, ins Stiefelchen uriniert, regrediert.

Schluck doch die Kröte für eine glasklare Einsicht, ertrag Wahrheit und Wirklichkeit – und spiel den Alltags-Idioten, das hält dir die falschen Freunde vom Leib! und erspart dir  i h r e n  Wahnsinn. Lieber Tanzen und Rasen, Schwitzen auf heißen steinernen Sonnen-Terrassen, lieber alte Kröte als – Opas Dornhöschen, sinn-wiederkäuend mit triefnassen Nasen und - Jung auf grünendem saftig sanfthügelig heiligem Rasen.

5 Sterne geb ich dem Buch, dem Kontrast des leeren weißen Blattes zum Schriftzug des Dichters, auch der entblößten beschrifteten gewaltig schönen Leiblichkeit, da tanzt doch die Hure mit einem Verführer.