Der Texter ist selbst der
Text, Rolle, Stück, das geschrieben ist *** Der verdammte
Autor ist aber nicht wirklich, vernünftig. Wenn er schreibt ist er selbst im
Spiel. Das Selbst ist ein Narr, der Autor,
der alles ist und jedem folgt, dem alles gleich ist und der sich an
allem recht sinnlos erfreut. Idiot. Das Ich ist sein Zerstörer, will immer Macht über das Selbst, sucht nach ihm wie seinem Sinn, nimmt und vernichtet das, worin es sich zu verbergen, kurz im Zwischenstopp zu sein
scheint. Seele ist der Moment, in dem das Selbst
über eine Sache fällt, der Schreiber und Maler über etwas in seinem Werk stolpert und schon eilt der verständig sich meinende Geist und grausame Verstand herbei, um die Sache zu fressen und den Schöpfer
zu fassen, der doch längst anderswo ist im Flug vorbei auf der Flucht. Kritik. Die Vernunft der Autorität hat
sich einen Reim drauf zu machen, ist allein und wieder Text, der dazu
geschrieben wird, weil es aufgeschrieben sein muss. Der Autor steht
auf der Bühne und gibt sich allwissend und wird nur von seinen Protagonisten und Hampelgöttern hin und her gerissen, die gar nicht gern auf der Bühne
stehen wollen. Die Zuschauer dazu haben einen Anspruch, ein bezahltes Recht auf Zuwendung von Sinn und der Autor hat noch ein Bedürfnis
oder auch zwei (sich) aufgehoben: er für sie als Begierde ihr absolut Reales in ihm fest verschlossen und sie für ihn als Hunger und Mittel dagegen sein Leben, Kunst gegen Brot *** Das Selbst ist der Leib, der die Dinge
berührt und das doch für die Vorstellung des Körpers im Kopf nichts ist
als nur ein Schatten, der nicht zu fassen ist. Beim Schaffen fällt
der Körper ins Licht und das Ich fällt ins Nichts. Und über Sie
läuft der Text hin mit seinem Autor. Selbst und Ich zerren an seinen
Nerven, heißen sich und ihn Hunger und Begierde und nennen ihn verlogen vor dem
Anspruch der Zuschauer. Sind die Zuschauer das einzige, was
Seele und Leib, Körper und Kopf und Sinne zusammenhält? Vielleicht. Hat der Autor nicht tausend fremde Augen im Kopf, die nicht sehen, sondern von
denen er in seinem Inneren geschaut wird? Und was ist, wenn es die,
die ihn sehen sollten, gar nicht gibt? Einsamkeit. Was wird mit den fremden Augen? Muss er sich selber hinaus schauen? Wunder sich wundern. Ist das der Grund seines Schreibens und zugleich seiner Scham und Nichtigkeit? Ist das die Rache am Zeugen? dass er die Scham im Text aus sich heraus denken muss? *** Sind nicht Schamlosigkeit und absolute Realität, Sachlichkeit ein Paar? Zur Realität gehören notwendig die versteckten Unverschämtheiten, verborgene Verbrechen und Gemeinheiten. Die Realität ist immer mehr als ihre einmalige Sichtbarkeit, ist mehr als menschlich, ist blöd autoritär, ist absolut, gelöst von der Welt, vom Körper, vom lebendigen Leib. Die Wirklichkeit hingegen ist verloren oder eine verlogene schriftliche inszenierte veröffentlichte Schamlosigkeit. Wirklichkeit gibt es wohl nicht ohne Scham? Scham trägt nicht Anzug und Krawatte. Scham ist schön privat, nicht die hässliche öffentliche Lüge. Scham wäscht sich, kämmt sich, gibt sich freundlich bescheiden, ist nicht mehr und wünscht sich ein Mehr niemals anders als schriftlich. Oder ist mehr vorstellbar? Unvorstellbar: dies Mehr an Wirklichkeit: undenkbar: unanständig liebenswürdig: lebenswert lesenswert wär das dann und - schamlos unwirklich.
sich deutlich beschränken im Sinn nennt man Parteinahme: freiwilliger (?) eigener Schwachsinn, (unfreiwilliges?) Mitleid mit den Armen im Geiste, unzweifelhaft höchst eigennützige Führertugend ist das
Übrigens
sich deutlich beschränken im Sinn nennt man Parteinahme: freiwilliger (?) eigener Schwachsinn, (unfreiwilliges?) Mitleid mit den Armen im Geiste, unzweifelhaft höchst eigennützige Führertugend ist das