Wahrhaft menschliche (vorrangig
männliche) Lust und Wollust ist ein Ringen mit Not und ein Wille zum
Sein in diesem äußeren Zwang und ist somit auch Stressreaktion,
dies jedoch nur vergangen als Bild in besonderem Speicher für Mittel
des Lebens. Ein vergangenes Bild der Not ist es, gespeichert im
Gedächtnis des Bauchs, die Erinnerung an einen großen Verlust, der
treibt. Hungersnot. Der Trieb kommt nicht aus sich selbst: es ist das
Bild der Vertreibung aus tierischem Paradies, das am anderen fremden
Körper zum Trieb wird, Trieb vertreibt Wahrheit und anderes Geschlecht, Not in die
Vergessenheit zurück: Hunger macht Lust, anders kann Mensch (Mann vor allem) die
Geschichte nicht treffen, das Wahre nicht greifen. Für den Körper
ist diese Wollust der Wille zur Leere als reinem Sein und Verlangen
nach Hülle und Heilung dem Zerfall des Körpers und der
Wirklichkeit. Es war anfänglich der not-wendige Verzicht des Körpers
auf Fortpflanzung (Wende der Not), dieses war nur gelegentliches und
zufälliges sattes Weib-Sein, Weib sättigend sich in sich und mit
Schönheit und Kindlichkeit Kind bauchfüllend erzeugend, beide
Geschlechter mal in armer Umarmung und Seltenheit satt, die Schönheit
der sich dem Weibchen spiegelnd sich ergebenden kind-weibischen
Männlichkeit war darum todgeweiht, gesättigt hilflos und lustlos
wehrlos gern göttliches Opfer und wollüstiger menschlicher Gewalt
gegen Not nach dem (scheinbar körperlich und geistig tatsächlich so harmlosen) viehischen Akt der Begattung. Ohne Übergang hat eine Urhorde der Gleichen und hässlichen
triebbeherrschten Männchen aus gegebenem nötigen Anlass den einen
viehischen Führer im Tierreich simpel ersetzt, abgewählt und nicht über Wunden sich einen abgequält!
Darum ist die männliche Lust an sich Not zeugend und deckend oder
aber ungern auch mal ermüdend und leer und sättigend und der des duldenden
Weibchens gleich. Die Befriedigung beim Koitus ist auch für den Mann
passiv weibisch. Mit dem Patriarchat wird das durch Scheinkämpfe
verdeckt: Gerangel so blutig wie lächerlich und geistlos, als wollte einer der Dummen wirklich die ärmliche Lust der Liebe gegen die
wahren Triebe, im Grunde schlägt mann sich die Schädel ein zur
Vermeidung des Koitus normalis mit dessen daraus folgender gefährlicher lähmender Fülle des Bauchs. Beischlaf ist nur ein
Bauchfüller, Sinn gelehrter Dämlichkeit. Da helfen alle männlichen Lügen sich selbst nicht. Irrtümlichkeit. Die Vergewaltigung im Rudel ist archaisch und zielt masturbatorisch
dreifach auf den eigenen Arsch: für den Mann der wirkliche
paradiesische Zustand, dann unbewusstes bildhaftes Wissen des Wahren,
und letztlich geschichtlich richtig. Das kulturelle Erringen des Mannes. Übrigens: darum hat uns der Wolf im Mann
bei Freud betrogen belogen: ihm war nicht gelegen am Koitus a tergo:
der Wolf saß nicht nur im Traum auf seinem Baum.
Der 'höhere' Mensch ist verwirklicht in
Scheinbarkeit Bild und in Zeichen die Not der Stress und der Wille
zum Tod. Der 'Übermensch' noch darüber ist unmögliche Lösung dazu, immer
unsichtbar, unfassbar wie ein gespiegeltes Bild, ewige Wiederkehr
eines Alten Gleichen, der Geist als Grund eines fiktiven Dings,
Abstraktionen gefangen im Text, Weisheit im Buch, Hülle des Körpers
in hohler Körperlichkeit, Flugkörper, Schatten einer Idee. Die tolle Begierde ist nicht mehr: der Mensch bewegt sich nur hin und her
zwischen Koitieren und Schriftstellerei, leerem Wollen, zwischen Nichts und Bildung
von Text mit dem Traum eines Bildes vom Bild. Die gelehrte Ipsation ist also
nicht die wirkliche. Im Widerspruch gefangen und in der blöden Einsicht
ist auch nur der männliche Körper. Die Einsicht ist die, dass alles
nur Körper ist, weiblicher Leib: das männlich abstrakte Wissen
zerfällt in sich und zerreißt, vergeht in Körperlichkeit, die Frau
ist Körper und Wissen, Leib, sie teilt und verteilt sich und bleibt,
was sie war, und ist nie allein, ist nun nur endlich geworden für
eines Leibes begrenzte Zeit. Jeder begreift doch nur sich, der Mann
sich vereinzelt und die Frau sich als übergreifendes leibliches
gemeinsames weibliches Sein. Mann erkennt im körperlichen Verfall
den Untergang seiner von ihm erfundenen erzwungenen verlogenen Welt.
Frau verkennt sich und die Welt als weiblich und rund und
dauerschwanger und die Einsicht, dass Mann auch sein muss für eine
leibliche Mitteilung, kommt ihr erst im Vergehen der Fruchtbarkeit: es fehlten doch Kind
und das Kind ihr im Mann: im Tod ist sie auch nicht mehr mehr als
seine leere Idee. Ich denkt und ihr ist das egal.
Lesehilfe
- paradiesisch: Urhorde, Verzicht auf
Koitus, Gleichheit im Arsch vs. Koitus mit Bauchfüller macht
schwanger und satt, der Bauchfüller wird nachher auch gefressen
- im Wandel der Zeichen zum
Patriarchat: der Koitus wird verdeckt nur errungen spielerisch
vermieden im Handeln mit Frauen – triebhaft befriedigt nun Mann
sich an sich und er schlägt seine Gegner
- in allgemeiner Zeichenhaftigkeit
schließlich zersetzt sich zumindest dem Mann deutlich der Trieb mit
der Möglichkeit eines Rückfalls in wirkliche Vorstellung seines
Gleichen. Weib war ist und bleibt Leib, Mann ist ihr eine sich
wandelnde Sorge. Sorge (ver)hindert Kind.