Musik ist selber das sogenannte Unbewusste, das nichts ist als der verlorene leibliche Hintergrund des Bewusstseins. In der Musik ist aber nicht der Leib versteckt. Sie ist nur der böse Nachklang einer anderen Zeit. Musik ist Nacht und nur Dunkelheit, die 'unbewusste' weite Hilflosigkeit des Menschen in absoluter Finsternis. In der Nacht ist das Gespenst 'Musik' frei und umschleicht uns als Drohung der Stille. Sie ist so absolut unbestimmt wie die Angst, die uns schweigen macht, unbegreiflich und unangreifbar wie der Vergewaltiger, der behauptet Freiheit und Freier zugleich, der beste Beschützer zu sein. SeelenHeil. Höchst veränderlich in seinen Lügen ist diese elende Zuhälterei. Improvisation und Variation ist nur der dauernde Wechsel der Besetzung im Hurenhaus und die Freiheit der Wahl auf seiten des Kunden. Eine Jüngere aus der eigenen Vergangenheit muss es ständig sein. Im Dunkel der Nacht der Musik und Gespenster wird das Reden zum Summen, Sprachmelodie, und es scheidet der Wortfluss seine Bilder aus an die Wand als tote rote Zeichen. Wandmalereien sind ganze musikalische Sätze. Instrumentalisierter Sprechgesang. Redeschrift. Höhle ist eroberter und vergewaltigter Leib, Gebärhöhlen sind die Brutstätten des männlichen Geists, Raum für stolz entblößte Herrlichkeit. Die Musik fixiert das bärtige Böse, ist die Auftrennung des Leibs in Körper und Geist. Leib ist Wirklichkeit, Körper ist Zeichen und Klang, Geist ist geregelte Wahrheit. Deutend in Sprache umgesetzte Traumbilder sind von der Sprachmelodie befreite Zeichen und nicht mehr der reine menschliche Leib der Traumzeit. Traumwelt behält Klang der Natur bei. Schriftzeichen der Analyse und des Bewusstseins aber können nicht wieder zum Leib hingeführt werden. Analyse ist nur Verschiebung der Schrift und neue Vergewaltigung der Patient(inn)en und ihrer Welt durch den Analytiker. Da hilft auch keine Vertonung des scheinbar Traumhaften, die Zugabe neuen Klangs Fremder Klänge. Es bleibt ein ewiges Nachsprechen von Leid. Die Erzählung im gespielten Lied auf der Bühne des Lebens Schein erzeugt uns nur eine weitere, noch schlimmere, die künstliche Nacht, raubt uns die zweite Hälfte des Lebens noch, die des schnellen hellen Sommers mit langem lichten Tag. Wir sind im Zuschauerraum und im Trauerkleid und beim Fest der gefangenen Gedanken. Im Kreisschluss der schönen Theorie sind wir, im Ausschluss der Wirklichkeit. Tonkunst ist unser Denken im Kunstlicht innerer Sinnenverschluss. Sie hat taub uns u n d blind für das Leben gemacht.