Musik ist keine Kunst, sowenig wie das müde Gestöhn eines Übersatten, der abfällt vom missbrauchten Wirt. Echte Kunst tritt stets über den Geist heraus aus dem Körper, die Musik an sich jenseits der Komposition jedoch aus dem Leib direkt wie der Geruch mit dem Schweiß und oder ein Tonkörper mit seinem Furz. Manch einer hält wohl auch die Begleitung der Ausscheidungen seines Leibs für eine Äußerung des wahren Lebens. Eine Frechheit ist das, die Freiheit der plumpen Vertrautheit. Diesen Trotteln ist auch Musik Kunstgenuss unfassbarer unirdischer Wirklichkeit. Es kommt die Wahrheit des Lebens jedoch aus einer Zersetzung des Geistes und dessen mühsamer SinnVerdauung. Die ist absolut sauber hat geruchsneutral und ganz klangfrei zu sein. Wahre Kunst hat mit Musik nichts gemein. Musik verursacht einem wirklich Aufmerksamen Übelkeit bis zum Erbrechen von Blut und Galle. Das ist mir Körperlichkeit der Musik: Peinlichkeit meinem Hirn Kopfschmerz und die den Gedanken verbundene Einbildung furchtbar schlechter Gerüche. Freilich sind 'wirkliche Einsicht' und 'Wahrheit' Selbstbetrug. Aber Musik ist bloß vorzeitiger Selbsterguss aus leiblicher Vorstellung von Stoffen schlechter unterirdischer Verwechslung. Zum Glück trägt die Luft die Tonkunst schneller und weiter fort als die Gerüche der Leiber seiner Erzeuger. Auf große Distanz ist fremde Klanglust beinahe erträglich.
Zu Fuge und Contrapunkt: gibt es Musiker/Komponisten die ihre Musik von sich weg zu schieben scheinen, bei denen der ganze Leib selbst verschoben ist gegen den Klang, die Musik also erbrechen müssen?