Ungebildete Menschen kennen keine Neurosen, haben noch nicht mal
ein Unbewusstes. Das Unbewusste ist den Menschen mit Bildung und
Gewissen der Mangel an Wissen. Den Mangel tragen sie sich nach und
nennen es Deutung.
Wer sich die Dinge Zeichen vom Leib halten muss, braucht sie sich
nicht mehr richten. Dafür muss K. sich aber die Richter der
Schrift [Worte, Bilder, Zeichen, Buchstaben, seiner Haut, seines Gewands] vom Leib halten.
Den Dichter bedrängen die Anzeichen seiner natürlichen
Schlamperei. Den Deuter und Richter stoßen sie ab.
Dichter sind abstoßender Leib, Deuter sind sich zuwider im Geist.
Dicht ist man bei sich, deutlich immer auch bei der fremden hohlen
Eigentlichkeit. Das ist die allgemeingefährliche Idiotie der Schriftlichkeit.
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Verschlagen heimlich gemein und sich einig sind alle Deuter von Berufs wegen: Erzieher Prediger und die übrigen etwas weniger mit Geist begabten politischen Führer. Krank ist ihre geistige Bestimmung und Selbstbestimmung und sind ihre verdreht leiblichen Neigungen.
Sie sind die Schläger in einem ihnen allein eigenen Unbewussten im Keller daheim. Das ist ein wirklich unheimlicher Ort: ein eigen Unbewusstheim.
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Kinder und Lieder wollen sich äußern gegen den Sinn gehört werden nicht dirigiert korrigiert unter dem Schlag- und Taktstock
gerichtet sein.
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Dichter sind nicht nachtragend, bedanken sich für den Befreiungsschlag.
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Freiheit trommelt auf eigenem Leib