Genetische Differenz vs. leibliche Einheit
Über den Strukturalismus hinaus: im Straucheln des Sagens
entsteht kein neuer Sinn und es ist ihm keine andere Bedeutung
unterzuschieben. Das Straucheln ist ein Vergehen gegen jeden Sinn.
Es muss noch der Leib im Fallen dem Sinn beigegeben werden. Es wird
hier auch nicht der Leib durch ein höheres Leid ersetzt für ein
neues Gehen gegen ein Fallen. Dies Vermeiden des Fallens ist nicht
das Wesen des Gehens, sondern nur eine neue Falle.
Hülle
Genetisch unterscheiden sich Mann und Frau auf höchst abstrakter
Ebene. Die weiblichen Merkmale des Körpers werden hervorgebracht beim
Weib durch eine Wertbezogenheit, beim Mann durch die Sachbezogenheit.
Frau ist in der Welt der Zeichen, die auch die der Gene ist, eine
Münze und der Mann ist die käufliche Ware. Die Wertbezogenheit ist
weiter, sie kann in einer Sache sein oder sie oder in ihr nicht sein.
Die Sachbezogenheit ist auf das Sein beschränkt, erzeugt ein
beschränktes Sein. Der Preis der Ware ist ihr entscheidender Mangel.
Sie muss erst erarbeitet werden. Frau ist Wert und hat ihn auch, sein
Plus wie sein Minus. Beide Mann und Frau müssen miteinander rechnen,
aber Mann muss sich und seine Sache durch ein Beweisen absichern.
Kern
Auf der Ebene des Leibes – mann sollte es nicht glauben – gibt
es die Unterscheidung von Männlichem und Weiblichem nicht. Da gibt
es nur ein Geschlechtliches (Genitalität) und seinen Zusatz oder
sein Gegenüber: die geschlechtliche Differenz (Geschlechtlichkeit, die
das andere erkennt). Andere Worte dafür: Begierde und Erfüllung.
Hülle
Die scheinbar unbestimmten Geschlechterrollen entstehen im Bereich
von Ware und Wert, sind auf sie bezogen und also genetisch fixiert. In diesem Sinne sind Gene Veräußerlichkeit.
Kern
Der Leib ist in seinen Möglichkeiten frei und Mann und Frau in
ihrer sexuellen Betätigung grundsätzlich gleich.
Verbindung
Begierde und Erfüllung lassen sich verbinden durch das
Symbolische. Daher ist das Symbolische der schwangere Leib (das ist
die ewige Wiederkehr des Gleichen, wenn eine Frau eine Frau gebärt –
dann wird ein Symbol aufgerichtet, für die Schwangerschaft ein
Zeichen der Ewigkeit).
Im Symbol steckt die urprüngliche Not, ein Werk, eine Arbeit
ensteht aus einem Zwang. Die Arbeit ist also nicht wertschaffend. Die
Arbeit oder das Symbol sind nur ein wirklich greifbares Ding aufgerichtet
gegen einen leiblichen Mangel, die Not.
Das ist nicht Idealismus. Das ist mein scheidender Leib. Der sogenannte
Materialismus, der die Arbeit als Wert der Ware zu Grunde legt oder
die Analysearbeit dem gesunden Geist, täuscht sich über das
Verhältnis von Geist und Leib, verdichtet beide, um Menschen zu
betrügen, das dumme gegenwärtige Sein zu erhalten. Wir wollen nicht mit Ware
und Wert und Gehalt und Geist uns über einen toten Leib erheben, für
Ruhm und Göttlichkeit also nicht so gern ab ins Grab.
Leben - vor allem im Text - muss sein.
Leben - vor allem im Text - muss sein.
Die Münze ist die Ware der Waren und steht über allem. Die Ware
ist eine Funktion verwandelt in ein Wort: ein Wortbild, eine
Gleichung, eine Metapher.
Das Symbolische gebiert also die Metapher, die Ware und deren Wert
und Schönheit. Das Beiwerk macht die Ware wertvoll, die Verarbeitung
und Verzierung. Nicht die Arbeit an sich schafft Wert.
Ware ist kein absolutes Ding mit höherem Wert. Mann und Frau sind
auch keine Einheiten, weder leiblich noch geistig. Ware wird durch
die beigefügte Schönheit ein Zeichen von Wert. Und der Mann im 'hohen' begrifflichen Sinn entsteht erst in der Überwindung durch sich und für eine Frau.
Leiblich gibt es den Unterschied nicht. Historisch (und
prähistorisch) sieht es wieder anders aus.
Ein Buch, in dem das gesamte System im Widerspruch gegen das
moderne Denken entfaltet ist, wird es nicht geben: Es wäre nur ein Buch für Einen und also wertlos. Dem Leser fällt die Lesbarkeit zum Opfer und der Beteiligung am Preis, also dem allgemeinen hohen Sinn, die 'niedere' Leiblichkeit.
Flugraumkörperlichkeit ist keine blöde Idee. Sie ist eine jetzt noch nicht entfaltete Verbindung von tiefer Wirklichkeit in oberflächlicher Realität. Eine Versenkung des abstrakten Körpers in den lebendigen Leib.
Übrigens
Flugraumkörperlichkeit ist keine blöde Idee. Sie ist eine jetzt noch nicht entfaltete Verbindung von tiefer Wirklichkeit in oberflächlicher Realität. Eine Versenkung des abstrakten Körpers in den lebendigen Leib.
[da gibt es also Unterschiede von Mensch und Tier]