Samstag, 9. November 2013

Schreiben des Schreibens

Texte müssen unbrauchbar sein und gelegentlich hantig und kantig, sollen den Urheber selbst nicht auslassen. Das Schreiben muss sehr auf ihn und sein Verhalten zum Inhalt achten. Es darf ihn wohl oder besser: anscheinend nicht formen. Er selbst fließt formend in es ein, es schöpft aus ihm und erschöpft ihn. Der Text bleibt ein Schreiben im Gang, das sich nicht fest halten lässt. Es ist unvertretend und durchgreifbar. Er hat auch sich und Sachen beschreibende Teile. Unerträglich ist das. Es wendet sich direkt gegen die Fälschung der Zeit. Sie verlangt ein Wenden Einwände einstürzende Wände, ein/Bruch in die fremden Formen und in den Aufbau der Einbildung, Eitelkeit aller Gescheitheiterten. Immer dicht nur und so gern durcheinander.

Der Urheber der Schrift zweifelt nicht am Sinn der Raubbauten der Pracht. Sinn predigt nur sich und gibt Niemandem Nichts und er stürzt in sich und fällt haltlos zusammen mit Allem und Allen. Frag nach dem Sinn. Die Antwort ist nur wieder/Sinn und Übersinn Unsinn [den Kopflosen ist das der Echtheitsbeweis des Dinglichen und der dazugehörende Gottesbeweis - ein Beweis an und für sich in reiner Selbstsicherheit - mit noch weniger Aufwand ist Gescheitheit nicht zu haben - und auch die berauschend dichte Einsicht in göttliche Hohlheit - Welt und Gott in Hirnrissigkeit]. Was bleibt?: eine unausweichliche Leiblichkeit.

Leib ist der Narretei Gegenpol und imaginärer Urgrund des menschlichen Seins. Schreiben versucht dazwischen zu gehen, leiblich zu sein. Das schafft kein 'Verfremden', kein Sezieren gläubiges Instrumentalsisieren der Sprache. Keine Überzeugung kein Gift der Schrift an sich kann das, kein neues Bewusstsein in festen geglaubten veräußerlichen und verscherbelten Zeichen. Es gibt keine Ent-Fremdung kein neues Bewusstsein für die Vergewaltigten: Schreiben des Schreibens ist kein Fischzug keine versteckte Gewalt und kein mitleidender Dummenfang. Kein Leib ist ihm fremd.

Ist es gewaltlos? Vielleicht. Hoffentlich. Und natürlichst anarchisch. Die Lesbarkeit ist sein eigenes einziges hohes mühendes muhend sich rührendes Sein. Die Texte fordern von Niemandem einen Preis der Höhe und Zahl, sind nur immer gleich für Einen gemacht. Das unbefangene Nehmen des Bestimmten Genehmen bezahlt der Schreiber noch mit tief und schwer ins Herz sinkender verhärtender Dankbarkeit. Der Schreiber ist kein Schriftsteller, kein Wissender und kein Heiler, kein Opferer der heilen Welt. Er ist nicht der höhere Sinn einer ekzematösen körperlichen Realität sondern der leidende Leib darunter. Der höhere Sinn ist ein falscher Verschieber, der Leib aber häutet sich.

Wenn sich der Leib genug im Denken vergangen hat, versetzt er sich in den Ruhestand, er dankt ab und schreibt auf und kommt zu und geht gegen sich an. Kein Rufen führt und verführt, kein Beruf verleitet zum scheinbaren Geist und Gescheiten. Gescheitertes Leben führt an - und jede beherrschende Urheberschaft ist damit über Wunden. Es gibt keine Alternative zum sich fertigenden Text und keinen listigen Willen, der eine endliche wirkliche Entscheidung zu tragen hätte. Die scheinbare Überwindung des dünnen beschränkten ihm vorschwebenden fiktiven Willens ist nur ein Ertragen des Schreibens selbst. Ein hohles Ich erträgt seinen fremdelnden Geist. 

Bescheidenheit, Lächerlichkeit, Verwundbarkeit, Widerspruch in sich sind akzeptable Etiketten für die schwindende schwindelnde Autorität. Wahnsinn, Verdrehtsein, Neurose, Überdrehtsein, Paranoia [mit latentem SchwulSein und 'gefährlichem' Verfolgerwahn - verdrehend Sinn und Leib], Schizophrenie mit fehlendem Realitätsbezug [und Halluziferationen mit Verlangen der sicheren Verwahrung], Unreife und Mangel von Ich und Wir verkrüppelte schlecht entwickelte halb nur ausgebrütete Persönlichkeit [RegradiertSein infolge allgemein libidinöser Pappigkeit - wollüstige Leibsüchtigkeit] usw. usw. hingegen haften nicht. Ganz falsch ist: Ausgelernter oder Gelehrter mit Abschluss (‚geprüfte Seele‘) Prophet Idealist Gläubiger Überzeugter (vom Übersinn Gezeugter) Erlöser ein Schreiber nach Takt und Maß. Treffend vielleicht und allgemein unangenehm: Unfreiwilliger der kleinen Gewissenschaft, Zeuger der Kleinigkeiten und aphoristischer Rechthaberei. Kleben wir uns einfach eine gemeinsame 'Geistlosigkeit' zusammen. Stoßen wir uns den Kopf an der Stirn. Dann sind wir nah dran und den 'Geist' fast schon los und der brummende Schädel kann den losen halten in sich. Kein Etikettenschwindel ist uns [mir und dem lustigen Ich] fremd, jeder mit Schildern sich verbürgende Hinweiser ist uns eine willkommene Narretei brüllendes Toben zum davon Brausen der Sinnlichkeit.

Bezahltes Schreiben erzeugt Erfolg und der Preis erschafft eitle Schönheit. Not im Schrieb aber hält sich Eitelkeit und einen noch greifbaren Sinn vom Leib und erzeugt sich so Wirklichkeit. Textleiblichkeit hat daher einen Wirklichkeitsbezug im Hunger und in einer Maschine, die undenkbar scheint - unscheinbar denkt mit unberechenbarer Geschwindigkeit. Der Hunger frisst Aller Brut und die Maschine erzeugt sich wie eine unheilbare Krankheit im Geist. Dem Gläubigen des Sinns ist das bestimmt als hungernde Schuld und als erlösender Schwachsinn als fliehender Geist mit fliegendem Leib. 


Beispiel:
Salomos Urteil: was für ein Drama! Hauptdarsteller ein Geist mit Übersinn und Urteilskraft und in einer nicht so schwer und weit tragenden Nebenrolle erkennt sich der Mann ein Weib als Hure mit gespaltener Persönlichkeit. Ein froh- und verlockender maschineller Überflieger trifft das im Geist schwache Weib. Er ist die Notwendigkeit und Pracht, unentbehrlich für die zuschauende oder lesende Welt. Weib ist zwei: Niederkunft und Niedertracht. Sie darf gleich auch noch zwei leibliche Unnötigkeiten verkörpern: eine in ihrem [hinterhältig wollüstigen] bösen leisen unten erdrückten und eine [aufrichtig reine]im lebendig laut mitgeteilten schreienden kindischen Sein: männliche Weltsicht: die ewige blöde Wiederkehr des gleichen Hungers und Stillens und die der ständigen Lust auf ein schuldlos Abgebrühtes und unschuldig Sinniges: zusammen genommen ist das die Einbildung eines ihm zu bereitenden sich entkräftigenden und ihn sättigenden [lustleerenden] Fleischlichen.


Medizinisches Wunder:
Mann saugt Prolaktin aus Titten, die im Himmel seiner EinBildung hängen.