... und das schreckliche weiße GWölk --- wie stören sie doch! die Flecken. Versprich mir wieder das Blau!
In Wolken und Rauch vergeht das Blau und der Himmel des wollüstigen Leibs wird
ins weiße Licht der männlichen Sonne getaucht. Röte schwindet und
triste Farbigkeit kommt und bleibt.
Wenn ein Weib sich befreit, ist maximal die Tür weggesprengt und sie wartet darauf, dass Mann
sie austreten lässt und auftreten ins Freie. 'Tritt er auch aus aus der
alten Hütte, mein Herr?' fragt sie sich. Der falsche Bau des Himmels wird ihr weichen, weil Sie das
wirkliche Zelt, des Himmels strahlendes Blau dann an sich selber ist.
Das leuchtende Blau geht auf und zieht die Sonne heraus. Die Sonne
ist nur der ausgeschiedene rot glühende männliche Leib.
Der ewige Himmel der Erde vergeht in Müdigkeit und begräbt den
wieder und wieder nur neu gemachten Mann, den durch seine wachsende
Hässlichkeit vom höheren ewig ihm fremden Leib überzeugten.
Mann wurde aus einer Wucherung seines Leibs im Reich der Zeichen
das Wuchern im eigenen Geist.
Es gibt kein Ich und kein Bewusstsein, auch kein Unbewusstes
jenseitiges, das jenes im Diesseits als Gegenbild absichern
müssste. Es ist alles nur falsch und uns gegen das Sprechen mit der
Grammatik eingebleut. Da ist nun der Rest des alten Blau! Ein
Verprügeln bis die Lustlosigkeit in Besinnungslosigkeit sich
übergeht. Was bleibt, sind blaue Flecken, die gehören nun und auch
nur zum Bewusstsein der Männlichkeit. Dies 'Bewusstsein' ist ein eingebläutes und seit einer endlos großen Kindheit mir zuwider und
fremd.
Der Stamm (im Strom mit den Hühnchen) ist die Lade (sind wir uns da auf ihm einig?) die Einladung zum
Äußern. In äußerster Offenheit begibt mann mit einem Satz sich
auf den Balken unter das textliche Kleid. Sie ist dem
Männlichen noch in Vielem verhaftet. Die erogene Beschränkung auf Zonen ist ein
Machtmittel des Mannes und sollte Zeichen seiner Beschränktheit sein.
Die Stangen an der Lade wollen immer gebrochen sein für ein Hervorstechen der Male an ihrem Leib.
Du sollst dich nicht erkennen: ist doch die doppelte Falschheit,
als wär die Erkenntnis im Geist ein natürliches Streben in
Sündigkeit, also notwendig u n d ein absolutes Vergehen. Wo bleibt
da der Leib? Ist nicht das Unbewusste nur der Leib in ungewusster
Dunkelheit? Schreber hat ihn ununterbrochen angegriffen, ihn Bgriffen,
um bei ihm zu sein im Tageslicht.
Die Lade im Tempel: mit der männlichen Notwendigkeit wird der
weibliche Leib ein verstopfter. Die Verstopfung ist keine der
verzögerten Kindlichkeit, sondern eine des falschen 'Mannes'. Ist
das nicht ein Mühen und Muhen der sprachlichen Äußerung gegen die dumm verstopfende widerliche Schriftlichkeit? Ist dies Schreiben
nicht ein deutliches Übel und wert ein böses Gerücht? Folgt es nicht Nietzsche bis auf den häutigen Tag als Wahn wie eine abstoßendes Ekzem der Haut. Das Ekzem am männlichen Genitale ist doch auch eines im Sinn des Betrachters.
Ich sauge nur fest am
Sprachleib gegen die Entwöhnung des lebendigen Schreibens und durch die
schrecklich anstrengende Schriftlichkeit. Ausweglos widersprüchlich wie die Entwöhnung. Sie ist kein
natürlicher Vorgang, sondern nur ein künstlicher Widerstand gesetzt
einem in Waren und Zeichen und Wert und Geist verlorenen verstoßenen
Leib. Sie ist der Glaube, der hinterhältig bewahrt vor der
leiblichen Wirklichkeit und dem End ihres innersten physischen Leids.
Ich erlaube mir, in meinem Schreiben mir von einem eingebildeten anderen den Leib richten
zu lassen. Bleibe doch gefangen im Text, zerrissen in
Wirklichkeit in ein Schreiben mit Leid.
Es geht nicht um eine Verdrängung des Weiblichen, die aufzuheben
wäre. Die Vorstellung der Verdrängung selbst ist noch falsch und zu
beseitigen. Die Schlange ist nur der unbewusste Widersinn
SelbstWiderspruch einer zum hohlen Geist aufgeblähten abstrakten
Körperlichkeit. Die Verdrängung ist nur eine weitere Maske des
richtenden Geistes. Verdrängung als Begriff bezeichnet mir einen
neuen Bdeutenden Sinn und ist eine Lüge und der schlimmste Makel am
Leib, ein Aussatz gelehrter Überzeugung. Die Verdrängung ist eine
Einführung des Geistes in die Geschlechtlichkeit. Also wieder eine
Vergewaltigung: Sex als Notwendigkeit. Die Verdrängung und ihre
Umdeutung des Leibs ergänzt nur die Männlichkeit durch eine
Entstellung des drängenden Leibs. Wirklicher Leib aber offenbart
sich durch Verdrängung des Geists und drängt in die Wirklichkeit
und ändert das Reich der Zeichen. Die alte Verdrängung ist nur ein neuer
Übersinn. Der Leib aber wühlt im Urgrund der Sprache und sucht unter dem
Sinn Seinesgleichen.
Die Sonne ist die Hitze und Röte, das Glühen und Mühen, die
Schwere der vorne nach oben gezogenen und Trägheit der hinten nach
unten geschobenen Not. Sie ist die aus einem äußeren Zwang wieder
und wieder geborene und zerrissene Männlichkeit.
Heute ist sie die Notwendigkeit, der versteckte Schweiß im Aufzug
und in der Herablassung ihrer männlichen Seligkeit.
Darum muss Frau aufgerissen sein im blöden männlichen Wachsein: er
verkennt sich in ihr als sein Wachsen hinein in den Grund ihrer Wende
der Ganzheit der sich weitenden Spalten.
Die Verschiebung betrifft nur die Vorstellung, die Verwerfung
hingegen die nachgestellte Realtität. Der Mensch folgt den Waren in
seinem Realen. Hier im Reich der Zeichen dominiert die eherne
Männlichkeit. Die Verschiebung ist nur sein Verstellen und
mythisches Lügen, der über die Erde gestellte männliche Himmel
erzeugt vom Licht seiner Herrlichkeit. Und der Wahrheit wird der
Sinn, der Kopf gegen den Leib verdreht, bis er reißt.
Die einsame Ganzheit beschließt den Kreis, sie pflegt in der
Wiederkehr der Not erneut die uranfängliche hilflos bedürftige
kleine sinnliche Männlichkeit.
In der Öffentlichkeit und den dort geschriebenen Gedanken treibt den Schreiber eine
unbestimmte Not um sich selbst herum, die möglicherweise auch einen
schrecklichen Verdacht erregt: Autorität einerseits und Wahn
andererseits [ein Paar, das einem Dichter allerdings völlig fremd sein müsste. Daher kommt der vermeintliche Widerspruch zwischen dem Menschen und dem Autor. Wer den Menschen persönlich kannte, hat die Texte anders gelesen, der hat die geistige nächtliche Einsamkeit erkannt und dem schmiegen sich bloß mehr
nette tröstende Worte des Autors an eine große Harmlosigkeit].
Genug Text und Gedanken zerkleinert zerklopft zermahlen. Mahlstein: da wirft ihm mal die schöne Müllerin doch den Stein des
Anstoßes ans Hirn und er greift im Fallen nach seiner schmerzenden
Kopflastigkeit.
In der Sonne Not wird der Himmel erstrahlen im Blau und der
Schatten geht wieder zurück und geht unter.