Samstag, 23. November 2013

Massenerscheinung

Der Name ein Synonym für einen göttlichen Einfall, Verkommenheit des Genies, Erscheinung der Masse, Rücksturz auf das schriftliche Original, unbestimmter Eindruck und hohles Ideal, Elend und glückliche Schlampigkeit, Verallgemeinerung zum Urbild der Eitelkeit, der Wunsch im Traum, Volksbund mit Ladenhüter, Gott als Jedermann, Schädel mit Einschlag, Vernunft, Verstand, Geist, Körper mit Sinn, ÜberMensch in zahlloser Einsamkeit: ein vornehmer Eigenname mutiert zum einfachen Vornamen Aller: Jesus - er bezeichnete seinen Mangel an Vornehmheit. Gern wär er damals schon Römer gewesen. So ward Gott in ihm Jude, ein Held aus Nichts, eine Eingebung aus sich selbst, Einkehr in sich mit folgender gründlicher Wendung Bekehrung. Paulus, ein Mörder, hat sich in ihm vergeben, ein schmutziger Zwang verewigt in reinster Selbstsucht sich. Ein Menschentier verschreibt sich zerrissene Leiber und verspricht sich Erlösung von einem abgerissenen Hampelmann. Ein Schlächter wurde vom Vorhautlos frei und ein Schlechter zum absolut geistlosen Durchschnitt der Masse. Jesus aus Paulus im leiblichen Einerlei.

Paulus: Dichter mit Drang und - mit Jesus aus sich: einer Kopfgeburt, Kunstfigur halb und halb plagender Krampf. Natürlich gab es den Auslöser, irgendein Mordopfer, das nachträglich stellvertretend für alle gelitten hat: einen großen Stellvertreter für alle, an denen sich die Bestie Paul, das Menschenvieh vergangen hatte. Ein Stellvertreter der Not, in dessen Namen bis heute seine Jünger sich Opfer suchen. Ein Grund der Sucht. Lasset die Kindlein hin und her zur Unschuld im Kommen. Hatte er also ein Kind geschlachtet zu dessen verzweifelter Mutter Not und vielleicht – Tod?

Es war nicht Mitleid mit einem der vielen Gemarterten Zerrissenen Opfer. Es hat ihn die Mutter bewegt, die für sie gestorben ist. Ein Sohn ist zurück in die eigene Mutter und den eigenen Leib durch ihren - ihrer beider - Hinterausgang gekrochen. Das war die Erlösung, die Wende der Not, ein Umweg zurück, gegen die menschliche Unsinnigkeit, Hunger und Tod, durch ein Großes Loch weitester Weltmännlichkeit, gegen jede Natur durch die Hölle und Höhle, die allen gemein ist :-) hinein in ein himmliches Körperlos und wollüstigst inniges Sein.

Das also ist der Grund, warum Jesus nicht greifbar - und nicht unfassbar! - ist, es keine Spur von ihm gibt, ihn nie einer wirklich gekannt hat und keiner wirklich sich an ihn einstmals erinnern konnte. Paulus hat ihn händisch aus seiner Mutter geschieden und -- ihn dann aus bekanntem Material nach dem (Vor)Bild seines Vaters (im doppelten Sinn: als neuer Gott den neuen Adam - ein reiner Geist in irdenem Dreck) zum neuen vergoldeten Leib geformt. Gott der VerGeldung.

Noch nicht einmal  d e r kleine Gott, diese Idee eines Gottes der Schamlosen Diebe und Mörder, war original.

Übrigens: Jesus Xristos Organell, der  n e u e  Gott, ging den Juden nicht ein. Der alte Glaube hat  d e n  seit jeher außerhalb des eigenen Lagers entsorgt, ausgeschieden begraben. Schäufelchen mit Kloß: dem Christen erwuchs so ein Pflänzchen der Heiligkeit, ein seltsamer fremder Sinn der bestens gedeiht auf jüdischer Reinlichkeit.

Frage: wer ißt noch mit Hunger und wer frisst nur mit sinnlosem Appetit und Maßlosigkeit?

Nachtrag: mir scheint auch, dass angeborene Reinlichkeit jüdische Gelehrte seit je her davon abhält, sich mit dem Christentum zu befassen, mit dem eigenen längst überwundenen Unrat. Diese Krankheit der Masse, eines Glaubens mit Leid, dieses übelriechende Geschwür gehört nicht zum wirklichen Leib.

Paulus hat Jesus nicht umgedacht, er hat Menschen umgebracht und sich neu in Zeichen der Schrift als Jesus erfunden. Vor Paulus gab es noch nicht einmal den Rest eines unscheibaren Wanderpredigers: dieses Figürchen gab's vor Paul nicht.