Das ist der Antichrist bei Nietzsche: der Dichter hat sich in
Paulus erkannt, war m i t ihm eine Umwertung aller Werte und ein
Widerspruch der Männlichkeit und g e g e n ihn die vor ihn gestellte
eigene Weiblichkeit: also waren sie Zwillinge, ein flügellahmes Paar
von Cheruben, ein
Drängen sich anstößiger Leiblichkeit. Mit dem Willen zur Macht hat Nietzsche (als unfassbarer Autor)
einer gläubigen Männlichkeit (Patriarchat) widersprochen und sich
einen Übersinn erzeugt. Beide Dichter haben den abstrakten toten
Übersinn (Gottvater) mit einem Übermenschen wiederbelebt (GottSohn
und 'Sohn' Zarathustra), den menschlichen Leib zum Geist des Verfalls
oder verfallenden Geist im Leib in den Himmel verschoben. Der Antichrist ist
auch nur ein komplexes Fehlen des verworfenen Leibs. Er ist nicht die
Leiblichkeit, sondern nur die Lücke zum verleugneten. Jesus ist
Paulus verleugnete oder vorgestellte, also die wirklich w e i b l i c h e
Wollüstigkeit. Der Antichrist ist das verdrängte Weibliche und das
erkannte Leibliche. Das absolute männliche entspricht dem sich
verflüchtigenden alten Gott. Beide Propheten sind sich eins: wollen
vorne nicht raus aus dem Tempel (denn der Eingang ist die
Lustlosigkeit und sie sind von ihr gefangen) und können hinten nicht
rein (der Ausgang ist die Wollust, verstopft und verklemmt in der
verkehrten Weiblichkeit). Beiden war der Glaube ein Abführmittel
einer eingebildeten Verstopfung: des einen Abdichtung war Jesus und
des anderen Lochverschluss Paulus göttlich-perverse Selbstherrlichkeit. Macht das einen
Unterschied? Jesus Barabbas war nun wohl der Gekreuzigte. Und der angeblich Löser
Paul hat ihn als Schablone für seinen Erlöser benutzt. Der Erlöser ist
eine Ausgeburt des in Zeichen zerfallenden Geistes. Unter der
Körperhülle eines sich weitenden alle Dinge mit Geld überwertenden
Reichs (also Roms), der Unverbindlichkeit der Werte im analytischen
Zerfall der vorhandenen alten Welt und ihrer Zeichen und Bilder
entsteht als Projektion durch alle Sinne hindurch eine neue Ordnung
der Zeichen in fremder Körperlichkeit und widersinniger Weisheit wie ein Anhalt in freier haltloser Gegenwärtigkeit. Paulus beschreibt an sich das Gefühl einer Körperlichkeit als
Verzückungszustand, in dem er außen und innen nicht mehr zu
unterscheiden wusste und als Ergebnis (nach meiner Bewertung) den
Pfahl im Fleische erfahren m u s s t e oder seiner bedurfte, als Faust, den 'Satans Engel' einschlug [oder Satans Faust, die als BEngelchen ihn geschlagen hat]. Wollust als hingehaltene Vorstellung verbunden
mit einem kleinen sinnlösenden epileptischen Anfall. Die Zeichen und
Waren vergehen sich im wertenden Reich aneinander. Was herausfallen
musste, war eine neue Leiblichkeit im Zeichenreich. Diese
Leiblichkeit ist im Widerspruch gegen die alte Sinnlichkeit des AT
geborgen. Jesus ist Paulus Endeckung des in seiner Scham verborgenen
freien wollüstig vorgestellten Leibs. Das war auch Schrebers
wollüstige Weiblichkeit. Schrebers Religion ist ein Kampf gegen die
wilde Bebilderung seines Leibs. Nach der Natürlichkeit (der Not) kam die Religion des mündigen Sohnes. Der
Sohn erst hat die Mütterlichkeit erzeugt zur Täuschung des Weibs.
Das Matriarchat war ein Zwischenspiel beim Übergang vom Stamm über die Stadt
zum Staat. Der Staat ist zunächst das große Zeichenreich mit einer
verkehrten Weiblichkeit. Zum Staat gehört der große Geist. Zur
verhandelnden Staatlichkeit gehört wiederum eine übergreifende
Zeichenhaftigkeit. Im Übergriff sind alle Zeichen verdichtet und
sie erzeugen sich selber aus einem eingebildeten Leib, der großen
Körperlichkeit. Ein Kind erzeugt sich aus einer Jungfräulichkeit. Paulus hat den Zeichen der Männlichkeit widersprochen und die
versteckten Symbole der Weiblichkeit in lebendige Bilder verwandelt.
Er hat den Tempel Salomons von der Lade befreit, und sich selbst in
ihn hinten eingeführt [aus meiner Sicht]. Er hat der Lüge des Manns widersprochen und
ist in Weibes Heimlichkeit wiedergeboren worden, d. h. er hat den
Leib gereinigt und ist ihr dann in den Arsch gekrochen. Auf diesem
Weg dürfte er dann dem anderen der großen Propheten (!) begegnet
sein: ein Frust war er Nietzsches Lust. Damit ist der Befreier schlagartig im Großhirn auf die Wollust gestoßen, der Riss im
Leib übertragen ins Reich der Zeichen. Der kleine Riss im Sinn oder
Schlaganfall gibt den Sinnen die Autonomie und sie erzeugen sich eine
Welt wie ein Leib. [Darum ist übrigens auch der Hirntote in einer a n d e r e n Welt,
die an seinen Sinnen hängt: er ist im Himmel auf Erden und der Organraub ist
seine wahre Höllenfahrt. Gute Nacht, Seligkeit! Wendet euch also ab und flucht mit Elischa der frech spottenden Ärzteschaft und ihren leichten kahlen Gedanken, sie wollen Abgetriebene sein von finsteren alten GBärinnen]. Jesus war also nur der erlöste männliche gefälschte fremde WunschLeib eines etwas späten Propheten, seine ihm selbst unfassbare Zerissenheit, eine unnötig schamhaft
verborgene Körperlichkeit. Paulus Einfall und Nietzsches Einsicht, der Pfahl also im eigenen Fleisch. Genie. Genie liegt nicht in den Genen, sie ist die hinten rum blitzartig einbrechende Genitalität. Intuition durch Weibischsein.