Sonntag, 17. November 2013

Paulus Leib

Das ist der Antichrist bei Nietzsche: der Dichter hat sich in Paulus erkannt, war  m i t  ihm eine Umwertung aller Werte und ein Widerspruch der Männlichkeit und  g e g e n  ihn die vor ihn gestellte eigene Weiblichkeit: also waren sie Zwillinge, ein flügellahmes Paar von Cheruben, ein Drängen sich anstößiger Leiblichkeit. Mit dem Willen zur Macht hat Nietzsche (als unfassbarer Autor) einer gläubigen Männlichkeit (Patriarchat) widersprochen und sich einen Übersinn erzeugt. Beide Dichter haben den abstrakten toten Übersinn (Gottvater) mit einem Übermenschen wiederbelebt (GottSohn und 'Sohn' Zarathustra), den menschlichen Leib zum Geist des Verfalls oder verfallenden Geist im Leib in den Himmel verschoben. Der Antichrist ist auch nur ein komplexes Fehlen des verworfenen Leibs. Er ist nicht die Leiblichkeit, sondern nur die Lücke zum verleugneten. Jesus ist Paulus verleugnete oder vorgestellte, also die wirklich  w e i b l i c h e  Wollüstigkeit. Der Antichrist ist das verdrängte Weibliche und das erkannte Leibliche. Das absolute männliche entspricht dem sich verflüchtigenden alten Gott. Beide Propheten sind sich eins: wollen vorne nicht raus aus dem Tempel (denn der Eingang ist die Lustlosigkeit und sie sind von ihr gefangen) und können hinten nicht rein (der Ausgang ist die Wollust, verstopft und verklemmt in der verkehrten Weiblichkeit). Beiden war der Glaube ein Abführmittel einer eingebildeten Verstopfung: des einen Abdichtung war Jesus und des anderen Lochverschluss Paulus göttlich-perverse Selbstherrlichkeit. Macht das einen Unterschied? Jesus Barabbas war nun wohl der Gekreuzigte. Und der angeblich Löser Paul hat ihn als Schablone für seinen Erlöser benutzt. Der Erlöser ist eine Ausgeburt des in Zeichen zerfallenden Geistes. Unter der Körperhülle eines sich weitenden alle Dinge mit Geld überwertenden Reichs (also Roms), der Unverbindlichkeit der Werte im analytischen Zerfall der vorhandenen alten Welt und ihrer Zeichen und Bilder entsteht als Projektion durch alle Sinne hindurch eine neue Ordnung der Zeichen in fremder Körperlichkeit und widersinniger Weisheit wie ein Anhalt in freier haltloser Gegenwärtigkeit. Paulus beschreibt an sich das Gefühl einer Körperlichkeit als Verzückungszustand, in dem er außen und innen nicht mehr zu unterscheiden wusste und als Ergebnis (nach meiner Bewertung) den Pfahl im Fleische erfahren  m u s s t e  oder seiner bedurfte, als Faust, den 'Satans Engel' einschlug [oder Satans Faust, die als BEngelchen ihn geschlagen hat]. Wollust als hingehaltene Vorstellung verbunden mit einem kleinen sinnlösenden epileptischen Anfall. Die Zeichen und Waren vergehen sich im wertenden Reich aneinander. Was herausfallen musste, war eine neue Leiblichkeit im Zeichenreich. Diese Leiblichkeit ist im Widerspruch gegen die alte Sinnlichkeit des AT geborgen. Jesus ist Paulus Endeckung des in seiner Scham verborgenen freien wollüstig vorgestellten Leibs. Das war auch Schrebers wollüstige Weiblichkeit. Schrebers Religion ist ein Kampf gegen die wilde Bebilderung seines Leibs. Nach der Natürlichkeit (der Not) kam die Religion des mündigen Sohnes. Der Sohn erst hat die Mütterlichkeit erzeugt zur Täuschung des Weibs. Das Matriarchat war ein Zwischenspiel beim Übergang vom Stamm über die Stadt zum Staat. Der Staat ist zunächst das große Zeichenreich mit einer verkehrten Weiblichkeit. Zum Staat gehört der große Geist. Zur verhandelnden Staatlichkeit gehört wiederum eine übergreifende Zeichenhaftigkeit. Im Übergriff sind alle Zeichen verdichtet und sie erzeugen sich selber aus einem eingebildeten Leib, der großen Körperlichkeit. Ein Kind erzeugt sich aus einer Jungfräulichkeit. Paulus hat den Zeichen der Männlichkeit widersprochen und die versteckten Symbole der Weiblichkeit in lebendige Bilder verwandelt. Er hat den Tempel Salomons von der Lade befreit, und sich selbst in ihn hinten eingeführt [aus meiner Sicht]. Er hat der Lüge des Manns widersprochen und ist in Weibes Heimlichkeit wiedergeboren worden, d. h. er hat den Leib gereinigt und ist ihr dann in den Arsch gekrochen. Auf diesem Weg dürfte er dann dem anderen der großen Propheten (!) begegnet sein: ein Frust war er Nietzsches Lust. Damit ist der Befreier schlagartig im Großhirn auf die Wollust gestoßen, der Riss im Leib übertragen ins Reich der Zeichen. Der kleine Riss im Sinn oder Schlaganfall gibt den Sinnen die Autonomie und sie erzeugen sich eine Welt wie ein Leib. [Darum ist übrigens auch der Hirntote in einer  a n d e r e n  Welt, die an seinen Sinnen hängt: er ist im Himmel auf Erden und der Organraub ist seine wahre Höllenfahrt. Gute Nacht, Seligkeit! Wendet euch also ab und flucht mit Elischa der frech spottenden Ärzteschaft und ihren leichten kahlen Gedanken, sie wollen Abgetriebene sein von finsteren alten GBärinnen]. Jesus war also nur der erlöste männliche gefälschte fremde WunschLeib eines etwas späten Propheten, seine ihm selbst unfassbare Zerissenheit, eine unnötig schamhaft verborgene Körperlichkeit. Paulus Einfall und Nietzsches Einsicht, der Pfahl also im eigenen Fleisch. Genie. Genie liegt nicht in den Genen, sie ist die hinten rum blitzartig einbrechende Genitalität. Intuition durch Weibischsein.