Freitag, 1. November 2013

Ein Richten des Geistes

Wenn man allein im Text Sinn und Sinnliches ineinander schmeißt, muss man daraus Sinn wieder brechen [brecht mit den Sinn!] und der Schwindel der Welt dreht sich und dich im Kreis. Also merkt die gelehrte Textanalyse die Täuschung und die zeichenvermittelte Selbsttäuschung nicht. Wenn man aber den wirklichen Leib kleidet mit einem Text, mit der erlebten eigenen Textwirklichkeit, dann eröffnet sich einem die ganze Welt der falschen Schriftlichkeit und es dreht sich allein und erbricht sich wirklich der Leib. Leib wird endlich von der Wirklichkeit eingeschlossen geborgen und der Geist vom Leben ganz aus. Der Sinn, der alte Geist, ist im Text verdichtet, gefangen und kommt nicht mehr heraus.

Der  e i n e  Gott, Gott als Geist, war der äußerste Einwand gegen jede übermenschliche Göttlichkeit. Der Übermensch gibt Gott wieder Menschlichkeit im Erdenreich. Der als gespalten erkannte und zerrissen erlebte Leib kommt der Schriftlichkeit entgegen und ein Text gegen den vergewaltigten gedrehten geteilten Leib erzeugt das Bild einer neuen irdischen Göttlichkeit. Die neue Göttlichkeit schält sich immer nur heraus aus dem eigenen Schreiben körperlich für und geistig gegen das eigene leibliche Leid.

Das Christentum hat den Einwand gegen Gott in seiner fernen Einzigkeit mit der leiblichen Not des Menschen zusammengeworfen, sich den Zugang zum Wahren und wirklichen Leib auf immer und ewig verbaut. Es hat sich Gott geopfert und sich zum Mörder Gottes gemacht, seinen genötigten Leib ans Kreuz der Schuld gehängt für einen lange schon nichtigen verflüchtigten Geist. Im ChristenGott erhielt der tote Geist vom Menschen nun seinen passenden toten Körper. Das gibt einen tollen Glauben: Geist los in toller Menschlichkeit und das Gift der Leichen gegen das wahren Leben und den wirklichen Leib. Ein Gott der Beschränkten und wahrhaftig körperlich und seelisch Gekränkten.

Der MuselMann hat sich feige die Unschuld bewahrt. Er hat mit einer Reparaturanweisung und -verführung nach dem Bild des Leibs aus Bruchstücken, selbst erzeugten fremden Leichenteilen (also raubend und mordend hinschlachtend die fremde Ungläubigkeit oder halt gebildet aus Zitaten aus Schnitten von biblischem gebildetem Unrat durch Ratlosigkeit) sich einen eigenen ururalten Gott gebaut, den Geist mechanisch marionettenhaft wieder belebt und mit Treibstoff Sprengstoff 'beseelt', geformt aus Fetzen einen sich ständig wandelnden und also unansehnlichen unschönen unpersönlichen Flickenleib, einen Fleckerlleib, eine schöne Leich, die immer nur Lose zusammenhängt leicht auch wieder auseinanderfliegt und zum Erhalt immer neue aus ein ander fliegende Opfer Teile braucht. Sein Gott ist ein Gott der Losen der Scham - im Sack der Gesprengten.

Und der alte, der e i n e Gott, er flieht scheinbar immer die Beschränkten, Gekränkten und die Gesprengten. Er ist nur Geist und der einzig wahre: Gott des allmächtigen Losens, ein ewig versprengter dem Sinn und menschlich ein Wanderer – er ist der fremde entfernte Verwandte des einsamen Leibs der dichten Textwirklichkeit.

Z. ist ein Nervengewirk und wer an ihm zerrt ist einen Tobsuchts- und Wutanfall wert. Das ist echte gewaltige Dankbarkeit.

Wenn der ferne Geist den Menschen und der Unsinn den Dichter verlässt, hat er nur noch seinen befreiten tierischen Leib. Alle Tiere Zarathustras sind Untiere und reine Schmarotzer und werden vom Hunger gefressen, wenn der Mensch ihnen nicht die Nahrung und kein Leben mehr raubt. Das menschliche Untier hat nur ein geraubtes Sein. Vergeblich flieht der Mensch die Not und das geraubte Tier den Hunger, und beide fliehen den endlos weit vor G stellten Tod.