Donnerstag, 28. November 2013

Die Wurzel des Übels

Paulus hat einen realen Toten seiner Zeit auferstehen lassen. Das gleiche Kunststück verkeleinert verfeinert hat die Religions- und Kirchenkritik des 19. Jahrhunderts geschafft. Sie hat hinter Paulus Schulderklärung doch tatsächlich  n o c h  einen Jesus entdeckt oder ihn halt da hin gestellt und angeblich endlich begriffen und geholt in unsere Zeit: den modernen Idioten, das Freizeit-Hanswürstchen, den Erholten der Zeitreisenden. Damit war (oder ist) Jesus wahrhaftig und endgültig dem Grab entnommen, denn er ist in jedem Herzen und als Wurm im GHirn angekommen. Jesus heißt nun 'Eva verhilf' uns zum ewigen KindischSein.

Einzig Brandes und Nietzsche hatten die Falschheit noch an der Wurzel gefasst.

Ich hab einen eigenen Mythos: Paulus war ein Mörder, wurde eingewickelt von einem Weib, hat also vielleicht geheiert. Für mich sprechen die Bilder. Damit war er bekehrt (nach vorn) und bereut. Unser neuer Idiot hingegen ist nicht nur unter die Decke oder den Deckel, sondern noch in den Leib des Weibs selbst zurückgezogen (worden) tief tief in ihn hinein in den Himmel der höchsten Oberflächlichkeit. Er ist nur noch ein Spiel blöder Zeichen im WarenLeib. Kein Wundertäter mehr (für einen sich wundernden Täter der Wunden) sondern ein Wunderbarer, der reine und ideale und gütige Mensch, ein offen barer jeder Schamlosigkeit. Er ist der letzte Mensch mit seinesgleichen: ein Schwachkopf mit dem Vorbild eines Idioten. Paulus und Mohammed hingegen waren echte Propheten und vom Geschlecht einer Frau umhüllt. Als beständiger fester Stumpf von Verstand sind sie Religionen stiften gegangen. Wir hingegen sind mit der ihnen fehlenden Männlichkeit in uns selbst nur gefangen und in unseren eigenen Wahn verwickelt. Ach wie sind wir so klein und doch so gewaltig gescheit.

Übrigens: unser Mensch und Erlöser im Weib ist so phantastisch und/oder blöd, so wunderbar passend in unser WarenReich der Phantasie, dass er auch so 'wirklich' ist wie die Verdichtung von Star und Serienheld. Er ist aus dem heiligen Buch heute in eine illustrierte Traumwelt verzogen.