Freitag, 8. März 2013

Alltag im Heil-Land

Aufstand der Linien gegen den Text.

Die (im doppelten Sinne) vor-schriftliche Beziehung der Geschlechter, wird sehr grob und deutlich zum hierarchischen (Schreib-)System in Beziehung gesetzt, Herrschaft durch ein Spiel also mit deutlichen (entstellten) Verweisen auf vorpatriarchale archaische Beziehungsmuster. Leer und abstrakt? Je nun: das Opfer wird vernichtet, weil die Begierde sich nicht anders abschütteln lässt und weiter versteckt sein will. Die Begierde war Bühnenspiel im Kleinen, Lüge, falsch, sie wird abgelegt, verfeinert, einfach negiert. Sie ist weiter da, aber gar nicht verträglich mit Alltag, der neuen, der anderen Lüge und höherem Zwang und Schein. Aus verlogenem Körpersein wird ein Ehrenwort. Ganz simpel nun: der Täter ist in seinem Heil-Land der äußeren Ferne, seinem Alltag (der Institution und dem Büro) verpflichtet (und er ist dickhäutig, faul, stumpfsinnig). Die Vergewaltigung heißt jetzt: Erb-Sünde, ist ererbte Macht und ererbter Reichtum, Trägheit, Schein-Erfolg gepaart mit Blödheit, Schein-Schönheit des Charmes seines Geldwerts. Das Spiel endet also mit einfacher Spiegelung eines Irrtums, eine ersten Lüge, einem einfachen Schnitt, quer durch das Opfer, der heimliche Text wird zerrissen, verbrannt, versteckt, negiert, geht auf in des Geistes Rauch. Opfer-Tod. Zweite Spiegelung: zurück oben im anderen künstlichen Licht, im Alltag der Pflicht, in den Roben, den Priestergewändern, den Uniformen der Täter zeigen sich scheinbar im falschen Licht des Blätter-Tags: öffentlich, irgendwie passend zum Inhalt des Albs in wiederum oberflächlicher Verdichtung von Wahrheit, Wahn und Wirklichkeit in simpelster Symbolik die gleichen Elemente wie im kleinen heimlichen Spiel der Verbrecher, nun als grauenhafte kotzbunte Selbst-Entmannung, Schmuck im sinnlosesten Kleid (was sonst ist das Prachtstück denn, verloren am falschen Körper?) mit einem eingebildeten weiblichen Wunsch-Wollust-Körper darunter, zusammengepackt und beides im Sack (ersehnter zerrissener Gravi/di/tät), die (krumme) Gestalt mit dem großen Gehalt. Einerseits affig und seltsam viehisch, andererseits wirkungsvoll wirksam die reine Begierde verdeckt. Jeder Mensch mit offenen Sinnen und Augen im Kopf, sieht im öffentlichen Theater nur blöde Kasper in absurder Szenerie, sieht Ekel für und aus Ekel. Spiegel von Schande zu Scham. Vorherrschaftlich gedacht nochmal zur Verdeutlichung des Unsinns im Manns-Kleid der neuen Herrschaft: der Körper-Schmuck der Frau wurde zum Sonder-Kleid des Mannes, darunter dessen Körper, verweichlicht und weiblich, versteckt. Würde ist immer manns-hässlich außen und innen, im Großen und Kleinen: eins in perverser, perfider Lust. Uniformen sind also Ersatz für die sekundären Geschlechtsmerkmale der Frau, somit Brust mit Keule (oder Titten mit Arsch), in diesem Sinne auch Hülle eingebildeter Weiber-Trächtigkeit. Heilige Einsicht und Einfalt, heiliges Ornat! Übrigens auch: ist die Krawatte kein Penis-Ersatz, sondern gespiegelt das heilige #, der Aufstand der Arschlinie über die Mitte des Hintern mit seinen hämorrhoidalen Sinn-Knoten hin zur Lendenraute. Übrigens nochmal: ist jedes # deutlich Rücksicht auf Sinn, Rückansicht der Begierde, Wahrheit im Arsch, und in Wahrheit – nur wirksame wirkliche Weiblichkeit, natürliche Weibertracht. Wahrheiten schau ich von hinten an. Zum Himmelreich führt euch also - die Hintertür?