Körperlichkeit bewirkt
eine Auflösung der Körperselbstwahrnehmung im Gehirn und öffnet
den Zugang zu den Zeichen für die Sinne, es werden Bilder
nach außen projiziert. Einfache äußere Zeichen
können dann einer Deutung unterworfen werden, also erfasst werden
von einer im Inneren des Kopfes vorhandenen Struktur. Bei der Deutung
ist immer das Band zwischen äußeren Zeichen und Körper noch
vorhanden, der auf den Körper projizierte Zusammenhang der Dinge
erhalten. Wahn entsteht, wenn die Deutung zu weit geht: die Dinge
machen sich frei, werden selbständig. Wahn vergeht, wenn die Dinge
sich selbst neu organisieren. Wahn entsteht im Rausch, Wahn vergeht
im Schmerz. Das Zeichnen im Kopf braucht Grammatik und Bilder.
Die Grammatik wird durch die Bilder vereinfacht. Die Bilder erzeugen
die Leerstellen im Text. Die Bilder stehen auch zwischen
Spracherzeugung und Sprachverarbeitung. Daher zerfallen
mit den Leerstellen im Text auch die einzelnen Elemente der
Sprachverarbeitung in Buchstaben. Der Mundraum als Ort der
Spracherzeugung ist ein zentraler Ort des Wahns. Das Selbst ist
Wahrnehmungsunterbrechung, Kurzschluss, Bewusstheit und
Aufmerksamkeit und verantwortlich für die sinnlose Verselbständigung
der Teile der Zeichenwelt außer uns in reale Objekte. Bewussheit und
Aufmerksamkeit kann sich in sinnlosen Settings selbst steigern:
künstlicher Wahn (wir wissen, wem an sowas liegt: den Herrn der
verschlossenen Räume - aber wir sind nicht Sklaven ihres Sinns). Ein
Objekt wird mit zunehmender Aufmerksamkeit und Bewussheit zunehmend
selbständig und sinnlos, ein wesentliches Mal der Schizophrenie. Die
Dinge suchen sich einen anderen Zugang zum Körper, sie werden nicht
mehr gesehen und besprochen, sondern nutzen den einen Sinn der
Körperoberfläche (bei Verkleinerung der Gefühle und Verdichtung
der Sinne?) und treten wie mir scheint nun durch den Sprachraum oder
den Mund in den Körper ein, sie werden nach innen gesprochen, und
feste Objekte können so in Buchstaben zerfallen. Zunehmend
abstraktes Denken geht diesen Weg: dabei verlöschen aber Bilder im
Kopf und die Leerstellen in Texten verschwinden und Lesen und
Schreiben wird schwieriger (zersetzt analytisches Denken sich
selbst?). Wenn Sprechen und Denken und Wahrnehmen zwischen den beiden
Hirnhälften hin und her sich bewegt, sind Leerstellen und
Spracherzeugung nicht in einem simplen Tunnel zwischen den
Hirnhälften zu lokalisieren sondern es ist eine weite Schleife
erforderlich. Dornröscheneffekt: über den Mundraum lässt sich das
Bewusstsein erreichen – die Seele kann durch den Mund in den Körper
wieder eintreten (über das Auge der Achtsamkeit ist sie raus) – am
anderen Ende des Tunnels (bei der NDE) wartet der Prinz, bzw. hat die
schlafende Prinzessin nur einen Frosch im Hals, den sie noch nicht
ausbuchstabiert hat.