Dienstag, 19. März 2013

Heils-Geschichten


Es gibt nie sowas wie Glauben, oder Sinn für Religion, wenn schnell und früh das Kind jeden Aberglauben abstreift (was aber finsterer Glaubensunterricht gern unterbindet). Denn wahrscheinlich ist für einen glatten Glauben eine Verbindung von Aberglauben mit sexuellen Wünschen und Nöten zur Zeit der Pubertät erforderlich. Wird der Aberglaube zu früh überwunden, bleibt dem Körper nur die reine Superstition, Erleuchtung, und in der Pubertät bildet sich kein dämlicher Glaube aus, und keine kranke Moral, der Körper wird zur Körper-Denkmaschine. Physisch wird den Dämlichen, der geistigen Langsamkeit nun leider in der Pubertät die allgemeine Lebenskraft des Animismus vom Körper ganz aufgesaugt und den Dingen wird ein Glaube geschenkt. Standard Verstand hat also Welt (der Dinge), Körper als Ding und Lebenskraft gewandelt zum Selbst. Das Unfassbare des Aberglaubens ist also Selbst und Lebenskraft, Körper und Welt sind objektive Bilder oder Dinge und - der Oberbegriff dazu ist schließlich Gott. Leider haben wir (also zumindest hab ich für mich) die Entwicklung übersprungen, die Superstition behalten, mir die Lust am Körper gespalten und den Geist klein gehalten. Ich leugne, dass es Geist gibt und Sinn. Gott wird schon Sinn machen für die geistig Schwachen. Sinnmacher zu einem verkehrten Körperbewusstsein. [Es kommt also zum Sprung vom belebten Objekt der Welt zum beseelten aus dem Subjekt heraus.] Ohnglaube ist also für mich kein Wunsch, sondern simpel da. Das bin ich, ist einfach, was ich bin, bleib ich. Das ist nicht Wille und auch nicht Nichts. Das ist eine Klammer um die Zeichenwelt und ihre -vorschriften, um mich, Objekt des Nachdenkens, artige Einzigkeit zu behaupten gegen herrliche Gegenständlichkeit, das ist auch eine Klammer des Menschen der Vorgeschichte hin zum Menschen ohne sozialen Anhalt und (was) dazwischen steht (ist) Geschichte. Geschichte ist also auch nichts für mich. Bin nicht in der Klammer, wie der Herr auf der Burg und im Schloss. Klammer ist Angst um Schmerz, und Klammer ist auch Unsinn im Sinn / in den Sinnen. Die Klammer umschließt einen falschen Körper mit falschen Affekten, daher ergibt sich beim berichtigenden Nachzeichnen mehr oder weniger Schmerz und Entstellung im 'Sinn'. Daher sind für mich Symptome auch nicht zurück zu deuten in die Welt eindeutiger fremder sinnvoller Zeichen/Dinge/Objekte, Symptome sind nicht Entstellungen, sondern Korrekturen, Berichtigungen, sie sind keine Vergewaltigung (Kontrollverlust gehört zum Glauben, nicht zum Unglauben), denn die verursacht richtige sichtbare Verletzungen, will Dinglichkeit des fremden Körpers, pervertierte eigene Lebenskraft nimmt dem anderen Leben, Symptome brauchen auch keine kleine analytische Gewalt, die zaubert doch nur selbst ihre Schein-Symptome herbei für die anschließende Schein-Heilung (wenn ein Analysant/Analysand/Analysent vom goldenen göttlichen Mistkäfer träumt, sollte der Analyst sich doch einfach erkennen - sowas wär für mich kluge Synchronizität).

[Geschichte als Bild dazu: das kindliche Opfer/Ding/Objekt priesterlicher Gewalt und Vergewaltigung wird nach erfolgloser Flucht - Rückführung dank sinnreicher polizeilicher Hilfe - zur Kastration/Versächlichung ins katholische Krankenhaus gebracht - Existenz (berufliche, priesterliche) als Lüge und Falschheit, Sexualität als Lüge und Falschheit und Mensch als toter seelenloser Gegenstand und  - Gott? wird in der Geschichte nicht erwähnt, hat sich im Mitleid der Leser, selbst der geilen gläubigen, verkrochen, ist von der Empore gefallen in die reine Empörung. Die Geschichte wird sich wiederholen und wiederholen und wiederholen.]