Manie des Stehlens wie des
Schreibens?
Die Manie macht das, was ich auch
mache, sie schreibt sich zurück, sie geht ins Vor-schriftliche, sie verletzt Vorschriften, sie
überschreitet sie, sie verkennt aber ihren Sinn: sie inszeniert
einen Albtraum, einen verkehrten Wunschtraum, einen Traum, aus dem man
heraustreten muss. Wünsche arbeiten mit Zeichen. Aus der Differenz
der Zeichen ergibt sich Mehrwert als Grund fremden Wünschens,
anstrengenden. Eigenes Wünschen spielt nur mit Zeichen, verwendet
sie sinnlos, wendet sich gegen Mehrwert, spart nicht auf, auf neue
Wünsche. Mehrwert ist Wunsch auf Wunsch gelegt, unerfülltes leeres
Begehren, das mehr Arbeit verlangt, als man fürs Wünschen braucht,
als Körper und Sinne brauchen. Mehrwert ist leeres Wünschen,
fremdes, wird auch entwendet. Manie des Stehlens, Manie des
Schreibens, Manie des Sparens, Manie des Besitzens, Manie des
Wollens, Zwang des Mehrwert-Entwendens ist nicht freies eigenes
Wünschen, ist nur Inszenierung eines Albtraums. Eigenes Wünschen
ist ein schönes Wünsche-Sinnlos-Verschwenden (mein WSV): im
Ergebnis, ganz märchenhaft dreimal gewendet, ist ziemlich egal,
also? Wurst - oder Liebe? Aber wieso inszenieren wir einen Albtraum
und lassen uns Gewalt antun, tun sie anderen an, damit Wünsche mehr
werden? Wir haben keinen Schreib-Wunsch im Sinne einer Manie, wir
wenden den Wunsch dreimal: gegen ein mehr an Wunsch, gegen seinen ihm
angedichteten Zwang und gegen - den als viehischen Trieb verkannten
Grund des Wünschens und sein teuflisch wollüstiges Sein. Manie ist
ein falsches Stück, eine Inszenierung von Trieb, Gewalt und leerem
Wunsch. Sache erblickt, nicht richtig erkannt. Schreib-Wunsch löst
sich auf, ist keine Manie, nicht gegen Arbeit und Schmerz, keine
Erklärung schuldig. Haben Zeichen wert, vergeude ich ihn sinnlos für
Unsinniges, Blödsinn. Albträume beschreibe ich manchmal, ich hab
aber keine. Alltag. Ist mehr als Nichts, reicht für kleine Wünsche.