Montag, 4. März 2013

WSV


Manie des Stehlens wie des Schreibens?

Die Manie macht das, was ich auch mache, sie schreibt sich zurück, sie geht ins Vor-schriftliche, sie verletzt Vorschriften, sie überschreitet sie, sie verkennt aber ihren Sinn: sie inszeniert einen Albtraum, einen verkehrten Wunschtraum, einen Traum, aus dem man heraustreten muss. Wünsche arbeiten mit Zeichen. Aus der Differenz der Zeichen ergibt sich Mehrwert als Grund fremden Wünschens, anstrengenden. Eigenes Wünschen spielt nur mit Zeichen, verwendet sie sinnlos, wendet sich gegen Mehrwert, spart nicht auf, auf neue Wünsche. Mehrwert ist Wunsch auf Wunsch gelegt, unerfülltes leeres Begehren, das mehr Arbeit verlangt, als man fürs Wünschen braucht, als Körper und Sinne brauchen. Mehrwert ist leeres Wünschen, fremdes, wird auch entwendet. Manie des Stehlens, Manie des Schreibens, Manie des Sparens, Manie des Besitzens, Manie des Wollens, Zwang des Mehrwert-Entwendens ist nicht freies eigenes Wünschen, ist nur Inszenierung eines Albtraums. Eigenes Wünschen ist ein schönes Wünsche-Sinnlos-Verschwenden (mein WSV): im Ergebnis, ganz märchenhaft dreimal gewendet, ist ziemlich egal, also? Wurst - oder Liebe? Aber wieso inszenieren wir einen Albtraum und lassen uns Gewalt antun, tun sie anderen an, damit Wünsche mehr werden? Wir haben keinen Schreib-Wunsch im Sinne einer Manie, wir wenden den Wunsch dreimal: gegen ein mehr an Wunsch, gegen seinen ihm angedichteten Zwang und gegen - den als viehischen Trieb verkannten Grund des Wünschens und sein teuflisch wollüstiges Sein. Manie ist ein falsches Stück, eine Inszenierung von Trieb, Gewalt und leerem Wunsch. Sache erblickt, nicht richtig erkannt. Schreib-Wunsch löst sich auf, ist keine Manie, nicht gegen Arbeit und Schmerz, keine Erklärung schuldig. Haben Zeichen wert, vergeude ich ihn sinnlos für Unsinniges, Blödsinn. Albträume beschreibe ich manchmal, ich hab aber keine. Alltag. Ist mehr als Nichts, reicht für kleine Wünsche.