Sonntag, 3. März 2013

Heil-Land des Bösen


Im Heil-Land des Bösen, jeder kleinen heimlichen oder verschlossenen Gemeinschaft innerhalb einer großen (mit geistlosen inhaltsbunten Geheimbünden), einem autonomen Teil im Staat (mit Verband/Bande der Scheinheiligen und Überheblichen), jeder Anstalt, die sich nach innen und außen verschließt (mit seinen Kontrollinstanzen gegen die Menschen darin - in Gefängnis, Irrenanstalt, Kloster und Kirche, Kaserne und Schule), sind wesentlich Glaube, Gläubigkeit (Aberglaube, Hinterwelt-Über-Sinn) einerseits und Herrschaft, Macht (Besitz, Geld und/oder hohler Anspruch) andererseits notwendig so stark verdichtet, dass auf diesen Inseln des Sinns (eingebildet, lieber anders entstellt: des Un-Sinns) und in ihrer Mechanik, den Gebräuchen der finsteren Falschheit und unheiliger Heimtücke, unfassbarer, zwanghafter außerordentlicher und grauenvoller abartiger Menschen-Spielerei, unter dem perversen, wollüstig zurecht gedrehten Gewirk elitär-exzessiver geistiger und körperlicher Selbstverwirklichung und sinnloser Askese und gemeiner Züchtigung, hinter ritueller Maßregelung, Verwundung und Strafe, Mord und Missbrauch, unter den Larven der hässlichen Fratze der blöden Gewalt, im schmutzigen Versteck hinter der Bühne des Öffentlichen, in ihren Kellern und Verliesen und Hinterzimmern, verborgenen Kammern, hinter dem Schleier des Mysteriösen und Magischen, Üblen mit bösen Ahnungen, versteckten Be/Drohungen etwas Wahres erkennbar, des Menschen Auswurf ins Sein, die Injakulation ins Paradies und seine vorzeitige Wirklichkeit sichtbar wird, deutlich spürbar. Es wird Vor-Geschichte nachgezeichnet. Text in Text legt sich mir auf sehr dünne Haut: grauenhafter Wahnsinn wird mir körperlich Einsicht und Hass. Es ist ein primitives In-Szene-Setzen der Verwandlung des Tiers, archaischen Menschseins: der Täter distanziert sich durch die Gewalt von Wollust und Angst, selbst primitiv brüllend vor Lust, betrachtet er ideologisch verzerrt seinen Grund: Über-Mensch nennt er sich und ist noch nicht mal Vor-Mensch. Wenn man Versteck und Verbot und den Willen zur Über-Macht, also Vergewaltigung und Mord und Lust-Gebrüll aus den Geschichten vom Leben in jenen Einrichtungen/Anstalten abzieht, also Bewertung verkehrt, die Abwertung des Opfers entfernt, Erniedrigung wegdenkt, und die Handlungen aller verdichtet in Eins, hat man die Wahrheit vielleicht im Griff, wenn man sie (aus)halten kann oder darf gegen seine eigenen Zwänge, den Widerstand gegen den Verlust der perversen Lust, zu der man vielleicht auch verurteilt ist. Praktiziert wird ein verboten Geglaubtes, im Glauben Verbotenes in der Gestalt verbogener, also auf einen Andern gewaltsam hingewendeter Verhältnisse, in denen man dann mit etwas Anstrengung sowohl die Urszene (nach einer ersten Spiegelung/Transformation) erkennen, als auch die entscheidenden Momente der späteren Wandlung (zweite Spiegelung) herauslesen kann, gegen den durch diese weitere Entstellung schuldbeladenden zwanghaften Ausgang des Menschen in die Welt der Vernunft. Hinterfragt man das Patriarchat, wird das verwandelte Tier im Menschen noch mit befreit (und nicht mehr gequält und gefressen). Unsere nachschrifltiche Mündigkeit kann erst sein mit dem weiteren Ausgang des Menschen aus dieser selbstverschuldeten Vernunft. Ein unbestimmt weites freies Körperlich-Sein erlaubt Einsichten? Wir sind weiter selbst auf der Bühne und schreiben nur und beschreiben das Stück. Wir sehen, aber erleben es möglichst nicht. Wir gehen spazieren und denken nach. Ahnung der Urszene: es findet ein dunkles nacht-traumhaftes Eintauchen in ein tiefes subjektloses Körper-Sein statt, das im darauf folgenden wollüstigen Erwachen ein Subjekt der Angst und der Pein erzeugt. Es hüllt sich ein. Das Tier instinktiv, schaffte aus innerer Not noch die Bedingung des Fortlebens sich, paarte sich nachträglich. Dem Menschen verwandelte die äußere Not dies Verhältnis. Er erhielt durch den Zwang einen Körper der Not. Die Not ist ein erster Spiegel, der die instinktive Abfolge von Mühe und Lust, Arbeit und Leben vertauscht und verwandelt. Auf einem neuen Körper, der sein Tier-Sein so abstreift, wird die Notwendigkeit, Lust negiert und damit zur Wollust, sie ist vergangenes Fort-Leben der Art. Der blöde Instinkt, die Vorbereitung der Mehrung wird nun dem Körper neu eingeschrieben: er wird als künftiger physischer Zwang Schmerz und Pein, Angst. Körper des Menschen ist anfänglich Vergangenheit mit Wollust-Sein (mit Wollust vergangen sein) und Zukunft mit Angst-Sein (die Angst vor der Pein). Das Subjekt dazu und danach ist eines dieser Begierde und Angst. Das brüllende Lachen des Täters zum Heulen des Opfers gehört noch dazu, das Lachen ist archaisches Ab-Bild der Wollust, Weinen ihr Bei-Sein. Auf einer ersten Stufe des Bewusstseins bekam der Körper sein noch rein physisches Subjekt. Der Koitus übrigens wurde leer und wertfrei neben die Wollust gesetzt. Die Ent-Faltung des Gehirns, sein Winden gegen den Schädel, war nicht direkte Folge von großem (dämlichen) Selektionsdruck sondern ganz simpel Vergegenständlichung eines besonderen physischen Mangels, der Verwandlung des Körpers des Tiers in einen Körper der Not, der verlangte als Halt der Dinge Verstand. Fass es als reine Hülle. Ein erstes Stück im Text.