Sonntag, 12. Mai 2013

Sinnliche Mythen

~ Vorspiel

Was ER oder ES zusammengewürfel hat / soll also der Mensch nicht erkennen.

Einer sieht im Traum
liest im Licht des Tags
sieht anderes anderer
weiß nur Schwarzes auf Weiß
und sieht immer nur schwarz

(§) Lesen und Erkennen

Sündenfall: aus dem höchsten Reich der Erkenntnis, dem Gteilten Hirn, zwischen Leben und Wissen hindurch, fällt der Apfel, wortwörtlich durch Namensgebung und vorbei an der Aussprache und an Adams Sinneknoten

Mensch ist Körper und Leib. Geschichte beginnt mit den Knochen und dem Fleisch auf dem GRipp.

Schrift und Schreiben sind nur ein Herauswinden aus dem, was ihr/man Bildung nennt. Jeder fremde Text, der nicht Körper ist, wir von mir wieder erbrochen. Dies ist die wahre Geschichte von der Schöpfung des Schöpfers. Körperlich ist Schöpfung und Schöpfer exakt wiedergegenben in: Nachgeburt und Exkrement. Ist Schöpfung nicht eine Windung des Leibs hin zum Exkrement? Und ist damit nicht … ? der Leib ein Schlüssel zum Sinn? Der Frau vielleicht, doch dem Mann kriecht der Sinn ganz andeswo hin.

Die Schöpfungs-Geschichte hat zwei Teile: Geschichte der Schlange und Geschichte der Rippe. Der Rest ist halt Rest, Verzierung und Sinn, also für den Arsch, den Herrn des Sinns, der ich nicht bin und – und auch der Wahrheit, allgemeiner, selbst meiner.

Die Geschichte der Schlange handelt vom Körper des Menschen als Ganzem. Die Geschichte der Rippe ist eine Kürzung und Verdichtung der anderen Geschichte durch eine Verlagerung ins Zeichenhafte. Insofern ist die Rippe eher ein Teil des Kopfes des Menschen, Hirnanhang.

($) Variationen (schmerzhaft anstrengendes Auf-Arbeiten)

In der Geschichte von der Rippe ist alles verkleinert: Körper in einen Teil davon geschrumpft - und nicht aus einem Teil davon, Rippe aus Adam! Lächerliche Lüge -: die Geschichte spielt auch im Kopf, in einer Welt der Namen, steht mitten im Text; Gesellschaft ins Familiale: durch ein Auseinanderreißen von Fleisch werden Vater und Mutter erzeugt: Kind wird aus dem Körper der Frau gerissen (entwendet, zum Sinn entstellt – Schmerz und Wunde im Bild des Mannes), Mann aus dem Körper der Frau, weg von ihr, passiv wie aktiv, Asket, Vergewaltiger seiner selbst (ganz unentstellt: Mann wird zu Erde gemacht und nicht aus Erde, ist Exkrement, Zeichen des Leibes des Weibs).

Mann und Mensch überhaupt ist anfänglich Produkt einer Not. Frau wird schwangerer Leib als Zeichen ihrer selbst, ein Sein wie ein Stein, der von allen getragen werden muss. Armes Menschlein erkennt sich im Stein. Mann ist aus Namen gemacht, er selbst ist nur etwas aus der Erde ausgeschiedenes. Erbrochen wie mein blöder Text. So wie Kind Fleisch aus Fleisch ist, so Mann Staub aus Staub. Nicht ist Frau sein Fleisch. Göttliche Lüge. Diese Aussage ist nicht ein und mein Programm, sondern nur Teil des/seines Schöpfungsmythos. Mann und seine Wahrheit ist verborgen, Kind ist geborgen vor mir. Fleisch aus Fleisch ist immer nur Kind. Mann und Mensch sind etwas, das anfänglich im Dreck steckt. Mann ist in Not. Es ist anfänglich auch keine Not, die zur Arbeit zwingt. Es ist nur die Not, die Selbstzerstörung ist.

Mann war gern Opfer, Brand, sein Geist sein Rauch. Der Mann weist im Mythos, der Lüge, irgendwann aufgestiegen im/mit Geist und mit/im Rauch in/mit der Rippe der Frau die Not zu, zum eingebildeten geistigen Verzicht sich einen zwanghaften Trieb.

Übrigens: moderne Weiblichkeit übernimmt für den eigenen Verstand der Welt die männliche Fehldeutung und Lüge und verweigert sich der Schwangerschaft. Die seltsamen psychoanalytischen Wahrheiten, die selbst nur moderne Mythen und Lügen sind, laufen für die Frau auf eine banale Verdichtung von Mann, Kind und Scheiße hinaus. Frau macht sich damit zum Mythos eines Mannshirns. Das ist ein Widerspruch in sich. Für alle Herren des Sinns von Anfang der Mannswelt an (ist noch nicht sehr lange her): der Mann macht sich das Bild des Weibes und das Weib bildet sich nach diesem Bilde - und wird so nicht Weib. Weitere Ausführungen gestrichen.

Die Geschichte mit der Rippe ist also noch jung, handelt von der Aneignung der Frau, Weib als des Mannes Besitz. Vom Sinn und Zeichensinn her gedacht war im Anfang der Name, das Wort. Wort ohne Sinn war aber ava nur Brandzeichen auf dem Körper des Mannes, sinnlose Wunde, Schmerz und Schrei. Frau war geteilt, doch Mann war zerissen. Rippe ist Rune, Schriftzeichen, Vater und Mutter, alles im Namen des Vaters, mit seinen Namen und Zeichen gedacht. Rippe ist Vater-Mutter-Kind Grund und Gerippe gesellschaftlichen Seins, der Sinn nackt und falsch gedacht, Scham ist da angebracht. Und sie schämten sich doch! Von Anfang der mannswelt an.

Übrigens: Psychiatrie ist Ort der Verdichtung von Mann, Scheiße und Kind:
- Aufenthalt für Frau, die sich für Mann hält, sich Mann als Kind hält und Scheiße für sich behält, ein/gebildet ist und wirklich sich (für) verstopft hält;
Aufenthaltsort für Mann, der sich begriffen hat: als Verdichtung von Mann und … . Psychiatrie ist also Ort der Selbstverwirklichung des modernen Mannes (als Arzt und Patient – Autor trifft dort seinen Verleger! Mann mit Büchleich und bescheidenem Ansinnen auf textliches Fortdauern).
Psychoanalyse: Autorität versucht Frau den Sinn des schwangeren Körpers zu offenbaren in amüsanter Sinn-Verrenkung, absurder Verschränkung von Sinn und Sinnlichkeit, der frau sich ergeben soll, freiwillig dem Zwang – gelegentlich sich befreit, indem sie sich den Analytiker zur Brust nimmt, sich den Unsinn und kleinen Herrn nicht versagt. Herrlicher Blödsinn. Gilt doch für jeden Text. Aber Text wirkt auch ohne Verstand!

Die Geschichte von der Rippe ist geschachtelt. Außen Scham und Geschlechterteilung (entstellt), dann Reich der Zeichen mit Namensgeber, Adams Sinn (unentstellt), zuinnerst gewendet: Vater und Mutter als Ergebnis sinnvollen Handelns, ein Fleisch ist sein Fleisch zerissen, vom weiblichen Körper gelöst: Zeichenlüge: Mann zeugt Weib aus Rippe, sich aus dem Weib als Kind und gibt ihr noch seinen Namen (nennt er sie nicht Schlange und Falschheit?). Bedankt euch, Weiblein, seid oder werdet nun fromm! 'Fromm' ist bei Nietzsche: Witz komm! oder: Vorsicht, Ironie! Gelehrte Text-Dämlichkeit wird Gehirn gelegentlich zu gewaltigem Körperschmerz. Dem flachGdachten Glehrtenhirn ist das Oberflächlichkeit, Metaphern-Seligkeit. Aber Körper kommt noch aus Text hervor, mörderische Gewalt aus unmenschlichem Zwang, Gewalt aus Hunger und Not. Wenn Texte mal zu deutlich Körper sind, werden sie mit dem Autor totgemacht: was bleibt: unbegreiflich viel Sinn, Übersinn, Glaube, Ruhm - Dichterlos: textlos, verstandlos, leblos. Es gibt in manchen Texten noch deutlichst Körper zu finden.

Die Sach mit der Rippe ist später gemacht als die Schlange, aber von mir irgendwie deutend weiter zurückgedacht.

(*) Improvisationen (spielerisches lustvolles Ausbessern)

Augäpfel-Sternchen vorsichtig verdreht, nicht wirklich restlos nach innen: es muss ja noch Text ins Gerät – und die Gelehrten machen ja immer noch jeden, der nicht gerade hinausschaut am Fester des Turms in die krumme Weite der eingebildeten Welt zum Rätsel-Genie und Epileptiker, zum Tausendfuß und zum Elf im Ritz und vergessen die Treppe, die 30 Stufen, die sie selbst hochgestolpert sind. Jetzt hängen sie hilflos an Almas Rockzipfel. Also ist Adam der Apfel in die Hand gefallen und die verdammte Schlange erhebt sich mit ihm und schreit ihn an: 'Beiß ab!, Beiß zu! Ab und zu.' Schmeckt gut, so unendlich gut. Der Apfel ist echt und kein buchstäblicher, kein Schwarzer auf Weißer. Hängt da nicht noch einer in der Baum-Schöpfung Krone? Kriech doch rauf, hopp hopp weiter ins Heitere, rüber und wieder runter, bevor dein Alter kommt, und mich dir und deinen Ausblick und mir diesen prächtigen An-und Einblick wieder aus dem Kopf schlägt.

Die Geschichte mit der Schlange ist schwerer zurück zu richten oder andern zu deuten. Sie ist dem Körper näher, ist älter, muss aber nicht so weit weggeschoben werden, schließt Hirn ein wie Haut, während Gerippe und Fleisch älter zu sein scheinen, da sie zum Hirn und dem Rippen-Zeichen darin einen größeren Abstand haben. Die Schlange ist nah beim Kreuz und der Wirbelsäule. Das Kreuz ist nur ein Wiederherrichten der WS. Die Sache mit der Rippe war eine Wiederholung der alten Geschichte mit Betonung der Sinn-/Zeichen-/Namensgebung. Sie war eine Übersetzung ins Private und daher den Sinn-Süchtigen leichter zugänglich: Lüge liegt gern auf Lüge. Übrigens: zum # kam die Schlange einst wieder, war dann im Sinn schwieriger niederzumachen. Christlicher Witz hat dann daraus ein sinnloses Zeichen-Nichts gemacht: ein neues Schriftzeichen, ein abstraktes Symbol: wenn man dichtend dran ist, kann man die Wahrheit/Sinn-Lüge beinahe schon wieder riechen. Adam hat mir die Rippe mitten durch die Stirn ins Vorderhirn gerammt. Die Rippe ist wirklich nur ein Knochen und schriftlich Zeichen, Bindeglied, Brücke, Achse.

Ein Schöpfungsmythos muss auf Frau bauen. Ein Text aber kommt aus dem Kopf und behauptet folglich das Gegenteil. Frau wird nachträglich gebaut. Also folgt im Text dem Baum der Erkenntnis (Adam wird auf sein Pflänzchen hingewiesen) der Kopf mit einer dicken Lüge (Adam ist souveräner Namen(s)geber) und dann der Körper (Geschichte von der Verführung durch Schlange und Eva) mit dem Baum des Lebens als seltsamen Anhängsel. Übrigens, meint Er, dem Menschen könne man nicht mehr trauen, der frisst auch noch den andern Baum leer. So sei es. Sieht man also das Ganze als lebendigen Körper, ist die Frau mitten drin und am Beginn. Das Leben vor dem Tod (vor dem Eintritt ins Reich der Zeichen) ist dann auch der Beginn des Mythos: deutlicher: mit dem berichtigten Fehler vom Anfang, der falschen Kopfgeburt: wird der Körper auf den Kopf gestellt und das Anhängsel gewendet: vom Leben für des Menschen Tod zum Leben vor dem Tod. Sinnmacher zieht den Schwanz ein.

Das Bildreich der Schlange wurzelt im tierischen Sein, Baum der Erkenntnis zu Baum des Lebens, beides in eins gedacht: geheimes Wissen alter Hirne in eigenen Hälften: nicht Wissen (Erkenntnis gewendet) um Tod (Leben gewendet). Bildlich zurückgedacht. Gezeichnet statt getextet. Verdammte Kreativität. Beides gehört nun ins Paradies. Nicht-Wissen und Tod. Gab es also ein Paradies? Nein, oder ein anderes, leibliches. Das Paradies ist also ein Bild für die Not. Not ist Wendepunkt. Allgemein menschlicher. Damit hat sich der Geist verflüchtigt. Seltsame Nachsicht und Blindheit. Nicht nur meines Geistes im Ersatz der Metapher durch seinen wirklichen Sinn. Sondern auch der Urheber der Handlung, die göttliche Schlange, ist weg. Wir haben ihn und sie zum Ende verdammt. Es gibt anfänglich doch noch kein Wissen mit Über- und Hintersinn, keinen Adam mit Sünde und Schulden. Eva isst nicht nur den Apfel, sondern sie ist als schwangerer Leib und auch sonst, Zeichen gegen die Not. Mann hat nicht Apfel von Frau: Mann wird verführt, Frau nimmt ihm Not: erste Annäherung im Sinnlichen. Frau nimmt mann Mangel ab. Beides, Tod und Leben wird überwunden: zweite Annäherung im Sinn. Die Annäherungen waren Spiegelungen, Sinn-Gebungen, keine simplem Korrekturen des Mythos, kein blödes Weiterspinnen.

Es ist ein körperliches Überwinden des Todes, der Not. Dazu gehört anfänglich nicht die Arbeit, sofern sie mehr ist als bloß Leid. Auch die Scham gehört nicht hierher, sondern unter das Zeichen-Kleid. Aber der Eva wurde schon einmal ein Sinn, ein Fleisch, sein Sinngeber zutiefst eingefleischt. Nun dazu die letzte der Lügen: der Schmerz der Gburt. Ist diesmal gar kein richtiger Schmerz. Körper kann sich wenden: kommt denn dem Adam nicht, wenn Eva ihn sich zur Brust nimmt, wie einst dem Kind, die Seligkeit wider Willen? Ihr wird das Kind symbolisch entrissen, im Namen des Vaters entwendet. Der Geburtsschmerz wurde vom Mann dazu erfunden. Dieser Schmerz ist doch seine wirkliche Wunde aus Wollust und Not, der Brand seines Körpers, die Röte, die Scham, aus der sein Geist, seiner Hass-Opfer Rauch aufsteigt. In der Not wurde Frau für den Preis seines langsamen Todes der Mann entrissen und ihr zeichenhaft wiedergeschenkt für beider leidlos lustlosen Zeugungs-Genuss, schriftlich gesichert, körperlich unsicher.

Schluss mit Sinn, oder?

Ist die Rippe nicht ein erhobener Zeigefinger, Schlange Arm und Hand, die Bgreift, liefert nicht der Rücken die Requisiten dem paradiesischen Entzücken, sind nicht Adam und Eva jedem mitten im Sinn und Gehirn, sind nicht die Baumkronen des Großhirns mit Zeichen Früchten reich über ihnen und ist Gott nicht dieser Donner- und Hammerschlag::: was machen alle Gläubigen und was ist Religion: tote Schriftzeichen hirnlos anbeten, noch nicht einmal lesen, Menschen in Massen als 'Ungläubige' ausgrenzen, vergewaltigen und schlachten. Das also ist lebendiger Sinn der Schrift! und vielen der Baum des Lebens mit den Früchten: Selbstsucht, Genuss und Hurerei, Vergewaltigung und Mord. Trag jeder den Sinn, sinnsprengend ins eigene Gotteshaus hin. Wenn der Sinn-Deckel weg ist, Mauern des Zwang und der Lügen gebrochen, Prediger fortgekrochen, dann gehn wir wieder hin und schaun in den Himmel mit unserm Eigensinn.

Und was macht der Dichter? Gibt sich Äpfeln hin, simplem Apfelgenuss, und ihrem köstlichen Mus, das macht ihm Sinn, sinnlich, Muse im Sinn. Religion ist nur Sinn-Mus(s).