Der Traum hat mit dem Ghirn wenig zu
tun, sondern scheint ein Herausfallen des Menschen in eine
prähistorische, vielleicht sogar vormenschliche Wirklichkeit zu
sein. Das Gehirn formt daher beim Aufwachen für ein Ich den Traum
lügenmythisch um. Der Traum ist ein wörtlicher, aber die blöde
Deutung eine buchstäbliche. Wörter sind kleine Texte, die man
buchstäblich aufeinandergelegt analysieren kann. Umfassend bewertet
zerfallen alle Dinge in Wörter aus Buchstabenreihen. Wörter
verschließen sich zu Satzganzen und Sätze zu Texten. Texte sind
durchsichtige Körperhüllen. Komplexe Texte versteckten komplexe
Körper. Der Großbuchstabe ist ein Narr, der uns einen Rest von Sinn
vorgaukelt, die kleinen Riesen verschlucken kleine Buchstaben und
behaupten kleine Trittbretter zu sein und werden trügerische
Sicherheit. Aber die Analyse bringt uns den alten Leib nicht zurück.
Auch die großen Konsonanten sind nur Vokalschlucker und erhalten die
Wörter nicht. Darum stottern wir beim Reden und Stolpern beim Lesen,
weil buchstäblich Wörter am Anfang oft eigene Autorität haben,
große Anfangszeichen mit Sinnverrätern hinterher. Wir stellen die
Texte auf den Kopf und lesen sie gegen die Zeichen und finden im
Traum zum Körper zurück, wir glauben ihm gern die verlorene
Sicherheit eines natürlichen Leibs und wissen es besser: das Besserwissen ist unser Untergang.