Freitag, 16. August 2013

Bekehrung

Soweit der einzige Leser der großen Öffentlichkeit der ihm unbegreiflichen Leiber unabhängiger Schreiber habhaft werden kann, wird er bestrebt sein, sie zu sich zu bekehren. Zunächst wird die Folter sie belehren, überzeugen, dass ihr Heim ist sein Reich. Er wird sie reinigen in heiliger Qual, ihre Männlichkeit auf Dauer hängen, Weiblichkeit wird durch sie endlos brennen. Ein Flattern und Wehen werden sie und ihre Schriften sein im Wind, zerissen die Seiten und ein Fliegen der Blätter im Sturm. Sie sind aber stets ewig Unwillige, interesselose Unschuldige und er braucht schließlich und notwendig gegen sie höchste Gewalt und bald sind sie mund- oder mausetot. Ihre Befreiung in diesem Sinn heißt er für sich Taufe. Es ist das Erlöschen seiner Gier, sein Untertauchen, Besäufnis in fremdem Blut. Ihre 'Erlösung' und ihr Schreien wird ihm zu Gesang und Gebet der Einsicht und ihr Flug zum Himmel im Rauch des verbrannten Fleisches wird ihm zum Wiegen und Biegen des eigenen Leibs im ungelenken Tanz und das Verscheiden, Vergessen wird seine Lebendigkeit in orgiastischer Wackelei.